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Vize-Bahnchef Kefer gibt seinen Posten auf

Nach Ärger um Stuttgart 21 Vize-Bahnchef Kefer gibt seinen Posten auf

Überraschender Rückzug an der Spitze der Deutschen Bahn: Volker Kefer, der Vize von Bahnchef Rüdiger Grube, räumt seinen Posten. Der Hintergrund: Ungereimtheiten beim Projekt Stuttgart 21.

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Volker Kefer, stellvertretender Bahnchef, räumt nach Ärger um Stuttgart 21 seinen Vorstandsposten.

Quelle: Britta Pedersen/dpa

Berlin. Nach Kritik an seiner Informationspolitik beim Bahnprojekt Stuttgart 21 räumt der stellvertretende Bahnchef Volker Kefer seinen Vorstandsposten. Kefer habe den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bahn, Utz-Hellmuth Felcht, informiert, dass er "für eine Verlängerung seines im September 2017 endenden Arbeitsvertrages nicht zur Verfügung" stehe, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Der Manager wolle aber noch so lange als Vorstand für Infrastruktur und Technik im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei.

Kosten- und Zeitplan wahrscheinlich nicht zu halten

Der 60-Jährige kümmert sich seit 2010 auch um das Milliardenprojekt Stuttgart 21. Nachdem vor zwei Wochen bekannte wurde, dass der bisherige Kosten- und Zeitplan für den Bau eines neuen unterirdischen Durchgangsbahnhofs samt Zubringerstrecken wahrscheinlich nicht zu halten ist, wuchs die Kritik an Kefer.

Aufsichtsrats-Vizechef Alexander Kirchner bemängelte, noch vor drei Monaten habe der Vorstand erklärt, es sei alles in Ordnung. Dies habe sich jetzt als falsch erwiesen, hatte Kirchner, der Vorsitzender der Gewerkschaft EVG ist, am Sonntag der dpa gesagt.

Bei Stuttgart 21 ist nach der jüngsten Bestandsaufnahme der Bahn die angepeilte Inbetriebnahme Ende 2021 in Gefahr. Es könnte dem internen Bericht bis zu zwei Jahre länger dauern. Außerdem ist der finanzielle Puffer von 500 Millionen Euro fast aufgebraucht. Bislang liegt der vom Aufsichtsrat festgelegte Finanzierungsrahmen bei 6,5 Milliarden Euro. Von den Projektpartner sind knapp 6,0 Milliarden Euro als Investitionsbudget genehmigt.

623 Millionen Euro hinzugekommen

Bei dem Projekt sind laut Bahn-Gutachten seit Ende 2012 durch externe Faktoren Kostenrisiken in Höhe von 623 Millionen Euro hinzugekommen. Allein 166 Millionen Euro davon gingen auf das Konto von verzögerten Baugenehmigungen. Eine veränderte Tunnelbauweise, um Schäden durch das aufquellende Mineral Anhydrit zu vermeiden, schlägt mit 144 Millionen Euro zu Buche. Obwohl längst an diversen Orten gebaut wird, ist das Projekt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt noch immer hoch umstritten.

Der Kern ist der Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs in eine unterirdische Station. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl im März hatte das Projekt noch einmal Spannungen hervorgerufen. Grüne und CDU konnten sich lange nicht auf eine Formulierung einigen, wie die Regierung mit möglichen Mehrkosten umgehen soll. Am Ende hieß es diplomatisch, in Gesprächen mit der Bahn halte man am Ziel fest, sich nicht über die vom Land zugesagten 930 Millionen Euro hinaus an dem Milliarden-Vorhaben zu beteiligen.

dpa/RND

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