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VW will Vorreiter bei Digitalisierung werden

Autosalon in Genf VW will Vorreiter bei Digitalisierung werden

Vor dem Beginn des Autosalons in Genf hat sich Volkswagen hohe Ziele gesetzt. Der Konzern will bis 2025 "zum führenden Mobilitätsanbieter" werden, trotz neuer Konkurrenten wie Apple, Google und Uber. Dafür soll sich der Autohersteller "zum Teil zu einem Software- und Service-Konzern" entwickeln.

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"Wir wollen den Wandel. Wir treiben ihn voran": Volkswagen-Chef Matthias Müller beim Konzernabend vor Beginn des Genfer Autosalons.

Quelle: Uli Deck/dpa

Genf/Hannover. Volkswagen will sich an die Spitze des digitalen Wandels in der Automobilindustrie setzen. VW habe derzeit die "doppelte Aufgabe": Den Diesel-Skandal für die Kunden zu lösen und den Konzern neu auszurichten, sagte Konzernchef Matthias Müller gestern Abend vor Beginn des Genfer Autosalons. Der VW-Chef kündigte an, Autodesign und IT-Know-how in einer eigenen Einheit zu bündeln. Gleichzeitig planen die Wolfsburger eine Offensive für selbstlenkende Autos. Diese Kerntechnologie wolle man schneller zur Marktreife bringen als die Konkurrenz, so Müller. Exzellente Autos zu bauen, werde in Zukunft nicht mehr ausreichen. "Wir wollen den Wandel", so Müller. "Wir treiben ihn voran."

Ziel: Bis 2025 führender Mobilitätsanbieter

Designer und Digitalisierungsexperten sollen künftig in drei sogenannten "Future Centern" in Potsdam, Kalifornien und China Hand in Hand an den Autos der Zukunft arbeiten. Der Konzern soll bei Innenraumkonzepten, Bedienung und Entertainment Klassenprimus werden. Der im November vom IT-Riesen Apple abgeworbene VW-Digitalisierungschef Johann Jungwirth ergänzte, mit der Neuausrichtung müsse sich Volkswagen "zum Teil zu einem Software- und Service-Konzern" entwickeln. Er gab das Ziel aus, bis zum Jahr "2025 zum führenden Mobilitätsanbieter" avancieren zu wollen. Damit nimmt Volkswagen künftig stärker Wettbewerber in den Blick, die jenseits der Autobauer erwachsen – wie Apple, Google oder den Fahrvermittler Uber.

Abgas-Skandal

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Zur Weiterentwicklung zählt VW-Chef Müller auch eine Offensive bei Elektroantrieben. Bis 2020 soll sich die Zahl der E-Auto-Modelle im Konzern auf gut 30 verdreifachen. Rein elektrische Reichweiten von mehr als 500 Kilometern seien bis dahin machbar. Die Ladezeiten würden dabei "auf die Dauer einer Kaffeepause" sinken. "Und auf lange Sicht wird das Elektroauto weniger kosten als ein Auto mit Verbrenner", so der VW-Chef. Müller forderte dafür politische Unterstützung, jedoch nicht die in Deutschland derzeit diskutierte Kaufprämie für E-Autos. Entscheidend sei der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur.

Rückruf soll "so effektiv wie möglich" ablaufen

Den Herausforderungen des Diesel-Skandals stelle man sich "mit dem nötigen Respekt – aber auch in der festen Zuversicht, dass dieser Konzern mit seinen Marken gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorgehen kann und wird". Die in Europa bereits angelaufene Rückrufaktion soll für die Kunden "so effektiv wie möglich" ablaufen. Derzeit befindet sich der Pick-up Amarok von VW Nutzfahrzeuge im Rückruf, einige Passat-Modelle mit Zwei-Liter-Diesel sollen in dieser Woche folgen. Aus dem Skandal werde VW "die richtigen Konsequenzen ziehen", sagte der Konzernchef – ohne Details zu nennen.

Am Mittwoch wird die Affäre um per Software manipulierte Abgaswerte erstmals ein deutsches Gericht beschäftigen. Am Landgericht Bochum klagt ein Universitätsprofessor gegen ein örtliches VW-Autohaus. Er will seinen VW Tiguan mit der Schummelsoftware zurückgeben. Eine technische Nachbesserung lehne sein Mandant ab, sagte sein Anwalt. "Er ist aber vergleichsbereit und würde auch einen neuen Wagen kaufen."

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