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Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen

Bieterkampf auf dem Wohnungsmarkt Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen

Auf dem deutschen Immobilienmarkt bahnt sich ein Übernahmekampf an: Der größte Wohnungskonzern im Land, Vonovia, will den zweitgrößten Anbieter Deutschen Wohnen erwerben. Dieser wehrt sich jedoch: Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Wohnen wiesen das Kaufangebot von Vonovia am Mittwoch als „unattraktiv und inadäquat“ zurück. 

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Wie wirkt sich die Fusion für die Mieter aus? Auch im Raum Hannover gehören viele Wohnungen zu dem geplanten Branchenriesen.   

Quelle: Surrey

Bochum/Berlin. Die Offerte spiegele in keiner Weise das Wachstumspotenzial und die Qualität des Immobilienportfolios des Unternehmens wider.

Beim Deutschen Mieterbund (DMB) stießen die Übernahmepläne des Bochumer Konzerns ebenfalls auf scharfe Kritik. Durch solche Transaktionen von Großvermietern entstehe keine einzige neue Wohnung für den deutschen Markt, betonte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten. „Statt Wohnungshandel ist Wohnungsneubau notwendig.“ Dies sieht Randolph Fries, Geschäftsführer des DMB Hannover, genauso. Seine Befürchtung: Wegen der noch größeren Marktmacht des neuen Branchenriesen werde der Wettbewerb in der Region Hannover eingeschränkt.

Durch die geplante Übernahme würde der Wohnungsbestand des Branchenprimus von 370.000 auf mehr als 500.000 Wohnungen steigen. Dafür will Vonovia – in bar und in Aktien – fast 9 Milliarden Euro zahlen. Einschließlich der Übernahme von Schulden läge der Transaktionswert nach Unternehmensangaben bei 14 Milliarden Euro.

Deutsche Wohnen wiederum will sich selbst gerade den Konkurrenten LEG Immobilien einverleiben. Dies möchte Vonovia mit ihrem Angebot verhindern. Die Übernahmeofferte gilt nur, wenn die Deutsche-Wohnen-Aktionäre auf der Hauptversammlung am 28. Oktober den Kauf der LEG ablehnen. Die Deutsche-Wohnen-Aktionäre sollen für elf ihrer Anteilsscheine 83,14 Euro sowie sieben Vonovia-Aktien erhalten.
An der Börse legte die im M-Dax notierte Deutsche-Wohnen-Aktie am Mittwoch kräftig zu. Die im Dax gelisteten Vonovia-Anteile verloren dagegen wegen einer möglichen Kapitalerhöhung im Zuge des Zukaufs deutlich an Wert. Auch bei den LEG-Papieren gab es Kursverluste. 

Thomas Neuhold, Analyst des Bankhauses Kepler Cheuvreux, hält es für überaus wahrscheinlich, dass sich die Deutsche-Wohnen-Aktionäre auf der Hauptversammlung gegen den bisher geplanten Erwerb der LEG und für das Angebot von Vonovia entscheiden werden. 

Vonovia-Chef Rolf Buch warb am Mittwoch für die Fusion: Es handele sich um eine „attraktivere und strategisch sinnvolle Alternative“. Von dem Zusammenschluss verspricht er sich Verbundeffekte von etwa 84 Millionen Euro vor Steuern. Auch die Mieter würden davon profitieren, da das neue Unternehmen mehr Geld in die Erneuerung der Wohnungen investieren könne, versprach Buch. 

Sollten die Deutsche-Wohnen-Aktionäre grünes Licht geben, soll der Zusammenschluss im ersten Quartal nächsten Jahres über die Bühne gehen. Jetzt seien die Aktionäre der Deutsche Wohnen AG am Zug, sagte Buch. Es habe deshalb auch noch keine Gespräche mit dem Management des Konkurrenten gegeben. Buch betonte, dass der Vonovia-Konzern über gute Erfahrungen mit der Integration von Unternehmen verfüge.

Von Bernd Zeberl und Carola Böse-Fischer

Tausende Wohnungen in Hannover

Im Dax notierter Branchenprimus: Der Immobilienriese Vonovia mit Sitz in Bochum ist erst in diesem Jahr durch den Zusammenschluss der Deutschen Annington und des Wohnungsunternehmens Gagfah entstanden. Diese beiden Unternehmen blicken auf eine lange Geschichte zurück.

Bei der Deutschen Annington begann sie schon im Jahr 1848. Die Gagfah wurde 1918 als Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten in Berlin gegründet. Seit September firmiert das fusionierte Unternehmen unter dem Namen Vonovia. Der Konzern ist als erster der Immobilienbranche in den Dax eingezogen. Auch in Niedersachsen ist Vonovia stark vertreten. Über 26 000 Wohnungen hat die Firma in ihrem Bestand, davon mehr als 7200 allein in Hannover.

Die Deutsche Wohnen, die 2012 die aus der Gewerkschaftsholding Neue Heimat hervorgegangene Baubecon-Gruppe übernommen hatte, bringt es auf knapp 9000 Wohnungen in Niedersachsen. In Hannover gehören der Deutschen Wohnen mehr als 4140 Wohnungen.

cb

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