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Deutschland / Welt Schnäppchen-Einkauf beim Konkurrenten
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Schnäppchen-Einkauf beim Konkurrenten
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18:22 25.11.2016
„Strategisch einkaufen“: dm setzt auf Schnäppchen der Konkurrenz. Foto: dpa Quelle: Uli Deck
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Karlsruhe/München

Und so werden die Mitarbeiter von dm offenbar angehalten, bei den Konkurrenten Rossmann, Müller und Co. gezielt Sonderangebote aufzukaufen und diese dann in die eigenen Regale zu stellen. Das jedenfalls berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ in seiner neuen Ausgabe.

„Focus“ beruft sich dabei auf eine ihm vorliegende interne Anweisung der dm-Zentrale in Karlsruhe an die rund 1800 Filialen in Deutschland. Ein dm-Sprecher in Karlsruhe bestätigte Freitag das Vorgehen. Die Mitbewerber äußerten sich zu der Praxis zunächst nicht.

Laut „Focus“ haben dm-Beschäftigte die Aufforderung erhalten, „strategisch relevante Aktionsartikel bei Wettbewerbern“ einkaufen. „Hierzu wird zentralseitig eine Liste mit relevanten Artikeln montagsmorgens bereitgestellt“, zitiert das Nachrichtenmagazin aus der Direktive. Das Scheiben enthalte einen Link auf eine Seite im dm-Intranet, auf der die korrekte Verbuchung des „Fremdeinkaufs in den Filialbestand“ erläutert werde.

Marketing-Geschäftsführer Christoph Werner bestätigte der Deutschen Presseagentur schriftlich: „Wir stellen unseren Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten Informationen zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, die günstigste Einkaufsquelle für ihren Markt zu nutzen. Diese Quelle können auch Wettbewerber sein, wenn diese Artikel unseres Sortiments zu einem Preis anbieten, der unter unserem Einkaufspreis beim Hersteller liegt.“ Man gehe davon aus, dass die Wettbewerber „nicht unter Einstandspreis verkaufen“, so dass diese durch das dm-Vorgehen keine Nachteile hätten.

Die nun bekannt gewordene Praxis ist eine weitere Facette im Konkurrenzkampf der Drogeriemärkte. Erst kürzlich hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Rabatt-Streit zugunsten der Drogeriekette Müller entschieden. Drogerien und andere Märkte dürfen sich diesem Urteil zufolge an Rabattaktionen der Konkurrenz „anhängen“ und damit werben, die fremden Gutscheine auch in eigenen Filialen einzulösen. Müller hatte Kunden mit dem Angebot gelockt, Zehn-Prozent-Coupons von dm, Rossmann und Douglas ebenfalls anzunehmen.

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