Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Wann lohnt sich der Wechsel der KfZ-Versicherung?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wann lohnt sich der Wechsel der KfZ-Versicherung?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 22.10.2016
Schutz für das Auto muss nicht teuer, sollte aber gut durchdacht sein. Quelle: Franziska Gabbert
Anzeige
Hannover

Es kostet etwas Zeit und Mühe. Aber der Aufwand kann sich auszahlen. Wer von einem teuren Autoversicherer zu einem günstigen Anbieter wechselt, kann im Extremfall fast 1000 Euro pro Jahr sparen. Preise und Leistungen klaffen oft weit auseinander. Das zeigt ein neuer Vergleich der Stiftung Warentest. Das Stiftungsmagazin „Finanztest“ hat 159 Tarife von 72 Versicherern untersucht. Anhand von Modellkunden wurden die Angebote verglichen.

Ein 40-Jähriger in Düsseldorf zahlt demnach für seinen VW Passat (Vollkasko) im günstigsten Fall 463 Euro Prämie pro Jahr bei Direct Line im Tarif Premium. Beim teuersten Versicherer wären es 1141 Euro. Noch weit mehr kann eine 20-jährige Studentin in Heidelberg sparen, die einen Opel Astra in Teilkasko versichern will. Bei der Baden-Badener (Tarif Komfort) sowie der DA Deutsche Allgemeine (Komfort inklusive Zusatz) werden 701 Euro fällig. Beim teuersten Anbieter dagegen wäre es mit 1668 Euro ebenfalls mehr als das Doppelte.

Tierunfall ist nicht gleich Tierunfall

Als meist recht günstige Versicherer für Haftpflicht mit Teilkasko empfehlen die unabhängigen Experten folgende Unternehmen: Allsecur, Baden-Badener, DA Deutsche Allgemeine, Direct Line, Hannoversche, Huk24 sowie die Sparkassen Direktversicherung. Wer neue Fahrzeuge lieber mit Haftpflicht und Vollkasko versichert, findet demnach bei Direct Line, Huk24, Huk-Coburg Allgemeine sowie der Sparkassen-Direktversicherung günstige Angebote.

Die Verbraucherschützer warnen aber davor, nur auf den Preis zu schauen. Denn Billigangebote haben meist Lücken. So sind Schäden bei Tierunfällen manchmal nur bei Unfällen mit Haarwild abgedeckt, aber nicht bei anderen Wirbeltieren wie Fasanen, Hunden und Katzen. Oder es werden in den preisgünstigeren „Basistarifen“ teure Folgeschäden bei Marderbissen im Motorraum nicht erstattet.

Bei falschen Reifen droht Versicherungsärger

Der Reifenwechsel steht an, und wie immer herrscht Unsicherheit, welche Konsequenzen es eigentlich hat, im Winter auf Sommerreifen zu fahren. Die Straßenverkehrsordnung besagt nur, sie sind Pflicht, wenn sie gebraucht werden – bei schlechten Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis und Reifglätte.
Wer sich nicht daran hält, kann Ärger mit der Versicherung bekommen. Nach einem Unfall riskiert er den Vollkaskoschutz, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erklärt. Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt dagegen in jedem Fall für die Schäden anderer Unfallbeteiligter auf. Bei grober Fahrlässigkeit kann sie allerdings vom Unfallfahrer eine Selbstbeteiligung verlangen.     

Im Test werden deshalb nur noch Tarife verglichen, die von den Experten empfohlene Mindestleistungen bieten. Dazu zählt in der Haftpflicht eine Deckungssumme von mindestens 100 Millionen Euro und pro Geschädigtem von mindestens 12 Millionen Euro. Gesetzlich vorgeschrieben sind nur deutlich geringere Summen. In dem Extremfall eines besonders schlimmen Unfalls kann das den Ruin des Verantwortlichen bedeuten.

Der Tarifdschungel bei Autoversicherungen ist inzwischen schwer zu durchschauen. Zudem drehen die Anbieter seit einigen Jahren teils massiv an der Preisschraube. Daher ist es ratsam, die eigenen Verträge spätestens zu Herbstbeginn zu überprüfen und einige Vergleichsangebote einzuholen. Oft verstecken sich in alten Policen auch teure Extras, die nicht mehr gebraucht werden - ein mitversicherter Fahranfänger etwa, der den 21. Geburtstag längst hinter sich hat.

Bei den meisten Verträgen kann man zum Jahresende kündigen. Dafür muss der Versicherer aber spätestens bis zum 30. November das Kündigungsschreiben erhalten. Dann kann man mit Beginn des nächsten Jahres zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

Von Thomas Wüpper

Ein rezeptpflichtiges Arzneimittel kostet in Deutschland überall gleich viel. Grund ist die gesetzlich festgelegte Preisbindung. Diese Regelung hat der Europäische Gerichtshofs (EuGH) jetzt gekippt.

19.10.2016

Der Milliarden-Vergleich von VW im US-Rechtsstreit um manipulierte Abgastests scheint auf gutem Wege, doch der zuständige Richter hat sich noch etwas Bedenkzeit erbeten. Eine finale Entscheidung soll bis nächsten Dienstag fallen.

18.10.2016

Volkswagens im Abgas-Skandal mit US-Zivilklägern ausgehandelter Vergleich kommt bei den geschädigten Kunden gut an. Über 339.000 Dieselbesitzer in den USA hätten sich bereits registriert, um das Entschädigungsangebot des Konzerns anzunehmen, sagte VW-Anwalt Robert Giuffra am Dienstag bei einer Gerichtsanhörung in San Francisco.

Lars Ruzic 18.10.2016
Anzeige