Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Warum GM ein Problem mit Opel hat

Autokonzern Warum GM ein Problem mit Opel hat

GM-Chef Daniel Akerson ist ungeduldig mit Opel: Daheim hat der US-Autokonzern die Wende vom Pleitekandidaten zum florierenden Unternehmen geschafft. Nur die Tochter aus dem fernen Rüsselsheim lahmt weiter.

Voriger Artikel
Nun drei Kandidaten für IWF-Chefposten
Nächster Artikel
Kaufhof schließt vier Filialen
Quelle: dpa

Detroit/Rüsselsheim. Neue heile GM-Welt, alte Sorgen bei Opel. Zwei Jahre nach der Insolvenz erstrahlt der US-Autokonzern General Motors in neuem Glanz. Die Verkäufe boomen, die Gewinne sprudeln, es herrscht Aufbruchstimmung - wenn da nur die deutsche Tochter Opel mit ihren anhaltenden Verlusten nicht wäre. Seit langem ist GM unzufrieden mit der Entwicklung bei Opel, nun haben Verkaufsgerüchte die Opelaner aufgeschreckt.

Ein Dementi aus Detroit kam bislang nicht, GM lässt die Spekulationen laufen - weil bereits ein Angebot für Opel vorliegt? Nach einem „Welt“-Bericht hat der chinesische Autobauer BAIC seine Fühler ausgestreckt mit dem Ziel, Opel zu übernehmen. Hält sich GM diese Option also offen? Opel-Betriebsräte wettern, durch die Verkaufsgerüchte werde der Ruf des Autobauers beschädigt.

Die Manager in der gläsernen Konzernzentrale in Detroit reden öffentlich nur ungerne über Opel und deren britische Schwestermarke Vauxhall. Denn viel Positives gibt es aus geschäftlicher Sicht kaum zu sagen über den deutschen Autobauer. Zwar steigt der Absatz, im vergangenen Jahr aber stand ein Verlust von rund 1,8 Milliarden Dollar im Europageschäft. In der gleichen Zeit haben die GM-Werker im Rest der Welt satte 8,8 Milliarden Dollar verdient.

„Wir müssen gewinnen“, lautet die Parole von Konzernchef Daniel Akerson. Im Interview mit der Lokalzeitung „Detroit News“ zählte er vor einer Woche die Ziele auf, die er sich für seine Amtszeit gesetzt hat - darunter: „Ich will das Europageschäft nachhaltig profitabel machen.“

Der Absolvent der Navy-Akademie und langjährige Telekommunikations-Manager steht im Ruf, zuzupacken. Er schreckt dabei auch vor unbequemen Entscheidungen nicht zurück. Das hat schon so mancher altgediente Manager in der GM-Zentrale zu spüren bekommen. „Du kannst nicht um fünf ausstempeln und nach Hause gehen. Und das war die Kultur hier“, klagte Akerson.

In den USA haben er und sein Vorgänger Ed Whitacre nach der Insolvenz 2009 rigoros aufgeräumt. Nun scheint sich das Management verstärkt Europa zuzuwenden. An die Werke müsse man noch einmal ran, sagte Akerson der Lokalzeitung: „Wir werden sie nicht schließen, aber wir müssen sie verkleinern.“

Branchenkenner halten Verkauf für denkbar

Von Verkaufen war da keine Rede. Und doch halten Branchenkenner das Szenario für durchaus denkbar. Denn Akerson und Opel scheinen nicht zusammen zu passen. Der 62-jährige will schnell Resultate sehen. Opel aber wandelt sich aus GM-Sicht nur im Schneckentempo: Die Verhandlungen über einen Arbeitsplatzabbau zogen sich über Monate hin, immer wieder schießt der mächtige Betriebsrat quer, und mit Gewinnen ist erst im kommenden Jahr zu rechnen.

Bei GM in Detroit herrscht ein anderes Tempo: Am 1. Juni 2009 schlittert der Autokoloss in die Insolvenz. Die US-Regierung springt mit 50 Milliarden Dollar in die Bresche, und schon am 10. Juli gelingt GM der Neustart, befreit von alten Schulden und überzähligen Mitarbeitern. Nacheinander werden die unrentablen Marken Saturn, Pontiac, Hummer und Saab abgestoßen. Alles geht Schlag auf Schlag, Kritik kommt kaum auf, es geht schließlich ums nackte Überleben.

Das GM-Management geht eine Baustelle nach der anderen an - nur an Opel beißen sich die Konzernoberen die Zähne aus. 2009 will GM die Tochter schon einmal verkaufen und macht erst im letzten Moment einen Rückzieher - nicht weil die Manager plötzlich ihr Herz für Opel entdeckt haben, sondern weil sie auf das technologische Know-how nicht verzichten wollen. Später verlangt GM deutsche Staatshilfen für die Sanierung von Opel; nach massiven Widerständen in der Politik gibt Detroit aber entnervt auf und zahlt selbst.

Nun wächst der Druck auf Opel. Da spielt es auch keine Rolle, dass ein Teil der Probleme von GM selbst zu verantworten sind: Die Konzernmanager haben Opel über Jahrzehnte den Zugang zu Boom-Märkten wie China verwehrt, und dann haben sie mit Daewoo und später Chevrolet auch noch einen Billigrivalen direkt vor Opels Haustür aufgebaut.

Akerson gehört seit 2009 zu denen, die in Detroit mitentscheiden. Der 62-Jährige sitzt seit dem Neustart von GM im Verwaltungsrat, dem obersten Konzerngremium, seit September vergangenen Jahres ist er GM-Chef. Nach eigener Aussage will Akerson diesen Job drei bis vier Jahre machen - Opel hat nicht viel Zeit, sich zu beweisen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Autobauer
Sucht GM den Ausgang bei Opel? In Rüsselsheim fürchtet man wieder den Verkauf.

Die Opel-Führung hat keine Klarheit über die Zukunft des Unternehmens geschaffen: Auf einer ohnehin geplanten Betriebsversammlung wiederholte Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke vor rund 6000 Beschäftigten lediglich, dass die kursierenden Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf durch den Mutterkonzern General Motors reine Spekulation seien.

mehr
Mehr aus Deutschland / Welt

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

VOLKSWAGEN VZ 167,54 -1,03%
CONTINENTAL 221,67 -0,82%
TUI 16,36 +0,40%
SALZGITTER 44,53 -0,65%
HANNO. RÜCK 106,55 -1,23%
SYMRISE 70,44 -0,67%
TALANX AG NA... 34,19 -0,98%
SARTORIUS AG... 80,64 -1,27%
CEWE STIFT.KGAA... 88,02 -0,44%
DELTICOM 11,57 -0,43%
DAX
Chart
DAX 13.037,50 -0,23%
TecDAX 2.515,00 -0,82%
EUR/USD 1,1784 +0,16%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

RWE ST 17,57 +1,81%
E.ON 9,31 +1,23%
HEID. CEMENT 89,18 +0,23%
VOLKSWAGEN VZ 167,54 -1,03%
FMC 86,55 -0,86%
SAP 96,15 -0,82%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 283,34%
Commodity Capital AF 228,74%
FPM Funds Stockpic AF 101,17%
Apus Capital Reval AF 96,32%
SQUAD CAPITAL EURO AF 95,30%

mehr