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Ausgerechnet Schuhsohlen

Börsengang von Fenghua Soletech Ausgerechnet Schuhsohlen

Trotz der negativen Erfahrungen mit China-Aktien in Deutschland, will ein chinesisches Unternehmen in Frankfurt an die Börse. 14,4 Millionen Euro peilt das Unternehmen Fenghua Soletech mit dem Börsengang an. Ein Wunschkandidat ist das Unternehmen nicht.

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Die Frankfurter Börse.

Quelle: dpa

Hannover. Ist es Mut oder schon Realitätsblindheit? Chinesen lassen sich offenbar durch Hindernisse nicht so leicht abschrecken, wenn deutsches Geld lockt.  Am Mittwoch kündigte Fenghua Soletech den Gang an den Frankfurter Aktienmarkt an. Die Firma aus der Provinz Fujian will mit dem Börsengang bis zu 14,4 Millionen Euro einnehmen.

Ausgerechnet Schuhsohlen, werden jetzt manche Anleger denken. Schließlich hatte erst vor wenigen Wochen ein anderer Schuhsohlen- und Schuhhersteller aus dem Reich der Mitte mit Börsennotiz in Deutschland für Wirbel gesorgt. Der Chef der Firma Ultrasonic war mitsamt der Firmenkasse verschwunden. Der Aktienkurs fiel ins Bodenlose, es droht sogar die Pleite. 

Es ist hierzulande keinesfalls die erste üble Erfahrung mit China-Aktien. Vor einigen Monaten war bereits der Chef des Verpackungsherstellers Youbisheng Green Paper verschwunden. Das Unternehmen meldete wenig später Insolvenz an. Beim Modehersteller Kinghero setzte der Aufsichtsrat den Chef vor Tür, weil er Firmenvermögen für private Geschäfte missbraucht haben soll.

Bekannter ist ein anderes Unternehmen. Die Aktien des Bambuspflanzers Asian Bamboo verkauften sich dank China-Phantasie und Umwelteuphorie bestens, als er Ende 2007 an die Börse ging. Ausgegeben zu 17 Euro schoss die Aktie bis auf gut
40 Euro. Heute bekommt man an der Börse nur noch knapp 90 Cent dafür.

Die Frankfurter Börse hatte noch vor einigen Jahren mit großem Aufwand um chinesische Börsenkandidaten geworben. Insgesamt hat sie bislang 16 Unternehmen aus China für den Handel in Frankfurt gewonnen. Allerdings ist die Begeisterung angesichts etlicher Skandale inzwischen abgekühlt.

„Aus betriebswirtschaftlichen Gründen hat die Deutsche Börse entschieden, keine proaktive Werbung mehr in China für Listings in Frankfurt zu machen“, heißt es nun. Ohnehin spielt der deutsche Finanzmarkt für chinesische Aktiengesellschaften nur eine geringe Rolle, New York und London sind viel wichtiger.

Dass China-Aktien hierzulande mittlerweile nicht mehr so beliebt sind, musste kürzlich auch der Daunenverarbeiter Snowbird erfahren. Er wollte 11,5 Millionen Aktien verkaufen, wurde aber nur 1,6 Millionen los. Doch davon lässt sich Fenghua nicht schrecken. Die 1,2 Millionen Aktien werden von Freitag an bis zum 23. Oktober zu je 10 bis 12 Euro angeboten. Die Erstnotiz in Frankfurt und an der Warschauer Börse ist für den  6. November geplant.

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