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Was kostet der Online-Einkauf wirklich?

Vergleichszahlen Was kostet der Online-Einkauf wirklich?

Im Internet kann man günstiger einkaufen? Nicht unbedingt, hat die Verbraucherzentrale festgestellt. Denn die Preise vieler Internetshops täuschen: Mindestbestellwerte und Versandgebühren treiben oft die Kosten für die Kunden hoch.

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Die Logistik entscheidet über den Erfolg der Onlinehändler. Zalando gehört zu den wenigen, die ohne Portokosten und Mindestbestellwert liefern. Foto: dpa

Quelle: Martin Schutt

Hannover. Billig, billig, billig - so werben viele Verkäufer im Internet für ihre Angebote. Versand frei Haus und kostenlose Retouren scheinen Standard zu sein. Doch oft herrscht ein Wirrwarr bei den Versandbedingungen, die meist im Kleingedruckten geregelt sind. Die Verbraucherzentrale hat per Stichprobe 50 Onlineshops untersucht. Das Ergebnis: Nur vier Anbieter liefern die angebotenen Waren stets ohne Einschränkung ins Haus - und nehmen sie auch kostenfrei wieder zurück.

Weder Portokosten noch Mindestbestellwerte verlangen der Modeanbieter Zalando, das Schuhhaus Goertz, das Versandhaus Jago24 und buecher.de. Hier bekommt der Kunde auch kleine Einkäufe ohne zusätzliche Kosten und kann die Artikel portofrei zurückschicken, wenn sie nicht gefallen. Bei den meisten Konkurrenten dagegen ist die Sache nicht so einfach.

Jeder fünfte Shop, der untersucht wurde, verlange zum Beispiel Mindestbestellmengen, sagt Verbraucherschützer Georg Tryba von der Verbraucherzentrale. Für mindestens 40 Euro muss man bei den Versandhäusern Klingel und Bader einkaufen, um überhaupt Waren zu bekommen. Bei Klingel scheiterte deshalb selbst eine Bestellung über 39,90 Euro, bei Bader dagegen wurden zum Erstaunen der Tester auch Warenkörbe von nur 29,90 Euro akzeptiert.

„Solche Mindestbestellwerte sind natürlich nicht sehr kundenfreundlich, und die Hinweise darauf könnte man auf den Webseiten besser platzieren“, kritisiert Tryba. Klingel und Bader haben unter den getesteten Shops die höchsten Mindestbestellmengen.

Den kostenlosen Versand wiederum machen zwölf Händler von einer Mindestsumme abhängig. Marktführer Amazon schickt die Waren ab 29 Euro Einkaufswert versandkostenfrei, die Elektronikhändler Pearl und Völkner erst ab 150 Euro. Konkurrent Conrad schickt die Waren sogar erst ab 300 Euro ohne Zuschlag. Nur bei Sofortüberweisung ist die Zusendung wie bei Völkner schon ab 20 Euro gratis. Bei Mindfactory dagegen haben Nachteulen Vorteile. Wer zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh bestellt, spart bis zu knapp 11 Euro Versandkosten. Bei Amazon kann man die 3 Euro Versandkosten für Waren unter 29 Euro vermeiden, wenn ein (Hör-)Buch Teil der Bestellung ist.

„Es lohnt sich, die Shops zu vergleichen und vor der Bestellung genau auf die Bedingungen zu schauen“, sagt Tryba. Denn die Versand- und Rücksendekosten der Anbieter variieren stark und sind selten auf den ersten Blick zu erkennen. Die meisten Shops (37 von 50) verlangen Versandpauschalen, im Schnitt um die 5 Euro. Doch die Spanne reicht von 95 Cent bei Esprit bis zu 10,99 Euro bei Mindfactory.

Einige Shops staffeln die Versandkosten nach Gewicht oder Warenwert. „Jeder kocht aber sein eigenes Süppchen, das macht es für den Kunden nicht transparenter“, sagt der VZ-Experte. So fallen bei druckerzubehoer.de die Versandkosten, wenn der Bestellwert steigt. Umgekehrt ist es bei notebooksbilliger.de. Mindfactory koppelt die Versandpreise an den Paketdienst, Pearl an die Zahlungsart. Für Stammkunden können sich Pauschalen der Anbieter lohnen.

Bei der Rücksendung sind immerhin 41 von 50 Händlern kulant und übernehmen die Retoure-Kosten. Bei fünf Shops - darunter Amazon - ist die Rücksendung erst ab 40 Euro kostenlos, nur bei Kleidung, Schuhen und Handtaschen übernimmt der Marktriese die Kosten. Bei druckerzubehoer.de, Klingel, Mindfactory und Pearl muss dagegen stets der Kunde den Rückversand zahlen.

Von Thomas Wüpper

Jedes dritte Paar Schuhe wird zurückgeschickt

Knapp 50 Milliarden Euro dürfte der Onlinehandel nach Schätzung des Branchenverbands HDE in diesem Jahr in Deutschland umsetzen. Seit Jahren wächst die Branche konstant mit Raten von mehr als 10 Prozent. Nach wie vor erwarten nach einer HDE-Umfrage rund 70 Prozent der Händler weiteres Wachstum. Gleichzeitig berichten ebenfalls rund 70 Prozent von rückläufigem Besuch in den Läden.

Zurückgeben können Kunden online bestellte Ware innerhalb von 14 Tagen. Sie müssen dafür keine Gründe nennen. Das Widerrufsrecht ist für den Versandhandel gesetzlich festgeschrieben. Dabei beginnt die Frist nicht mit dem Kauf, sondern mit dem Erhalt der Ware. Zum Ende der Frist muss das Paket abgeschickt – nicht beim Händler angekommen – sein. Manche Händler gewähren aber auch mehr als zwei Wochen Bedenkzeit. So gilt die „freiwillige Rück­gabegarantie“ bei Amazon 30 Tage lang, genauso halten es die Modehändler Zara und Mango sowie der Versandhandel Otto. Zalando gewährt seinen Kunden sogar eine Frist von 100 Tagen.

Mehr als 250 Millionen Pakete werden bundesweit jedes Jahr von Kunden an die Versandhändler zurückgeschickt. Der Grund sind in der Regel nicht Mängel, sondern Fehlgriffe der Kunden: Gut jedes dritte online bestellte Paar Schuhe geht zurück an den Händler, nur wenig niedriger ist nach einer Studie der Universität Bamberg die Quote bei anderer online gekaufter Kleidung. In der Unterhaltungselektronik treten dagegen nur 5 Prozent der Waren den Rückweg an.

Pro zurückgesendetem Artikel rechnen die Uni-Experten mit einem finanziellen Aufwand für den Händler von rund 4,50  Euro – 2,47 Euro für den Transport und 1,99 Euro für die Bearbeitung im Lager.

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