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Deutschland / Welt Waschmaschine nur noch gegen Steuernummer?
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Waschmaschine nur noch gegen Steuernummer?
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00:15 24.04.2017
Von Albrecht Scheuermann
Wer ein neues Haushaltsgerät in Raten zahlen will, fällt künftig womöglich unter das neue Gesetz.  Quelle: Armin Weigel
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Hannover

Dies gilt jedenfalls, wenn ein neues Gesetz in Kraft tritt, mit dem die Bundesregierung die Steuerumgehung mithilfe von Briefkastenfirmen bekämpfen will. Schon Ende April soll der Bundestag darüber beschließen. Die Kreditwirtschaft hofft jedoch auf eine Änderung in letzter Minute. „Das im Ansatz sinnvolle Gesetz trifft die Falschen“, kritisierte gestern Jan W. Wagner, Vorstandsvorsitzender des Bankenfachverbandes. „Wer eine Waschmaschine finanziert, plant damit keine Steuerumgehung.“

Das sogenannte „Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz“ ist eine Reaktion auf die Veröffentlichung der sogenannten Panama Papers. Vor rund einem Jahr hatte eine internationale Journalisten-Gruppe aufgedeckt, dass weltweit viele Tausend Unternehmen und Privatpersonen mithilfe von eigens gegründeten Briefkastenfirmen in Panama ihr Geld vor dem heimischen Finanzamt versteckt haben.

Mit dem neuen Gesetz will die Bundesregierung den Finanzbehörden mehr Möglichkeiten geben, solche Vorgänge aufzudecken. Unter anderem wird vorgeschrieben, dass die Banken und Sparkassen künftig bei der Kontoeröffnung die Steuer-ID des Kunden erfragen und hinterlegen müssen.

Dies würde auch für einen kreditfinanzierten Einkauf gelten, da zu jedem Kredit ein neues Konto angelegt wird. Allerdings hofft das Kreditgewerbe, die Vorschrift noch in letzter Minute entschärfen zu können. Der Bankenfachverband fordert, Kreditkonten von der geplanten Neuregelung auszunehmen. Ein Sprecher des Verbandes sah gestern gute Chancen, dass es hier noch zu einer Änderung kommt.

Kredite für 141 Milliarden Euro

Der Verband sieht sich von dem Gesetz besonders betroffen, weil seine 56 Mitglieder auf Kredite an Verbraucher spezialisiert sind - wie zum Beispiel Credit-Plus Bank, Hanseatic Bank, Santander Consumer Bank oder Volkswagen Bank. Vergangenes Jahr haben sie nach Angaben ihres Verbandes 141 Milliarden Euro neue Kredite an Privatleute und Firmen vergeben, 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark wächst dabei das Kreditgeschäft über das Internet mit einem Plus von fast 23 Prozent.

Auch längerfristig schneidet sich diese Bankengruppe einen immer größeren Teil vom gesamten Kreditkuchen in Deutschland ab. Bei einer insgesamt kaum veränderten Privatverschuldung hat sie ihren Anteil in den vergangenen zehn Jahren von einem Viertel auf die Hälfte ausgebaut.

Allerdings liegt dies zum Teil daran, dass Geldhäuser ihr Geschäft mit Konsumkrediten ausgelagert haben. So arbeiten zum Beispiel viele Sparkassen in der Autofinanzierung mit der erst 2011 gegründeten S-Kreditpartner GmbH in Berlin zusammen, die zum Bankenfachverband gehört.

Wichtigstes Standbein der Bankengruppe ist nach wie vor die Finanzierung von Autos. Im vergangenen Jahr finanzierten die Institute der Gruppe 1,9 Millionen Kraftfahrzeuge vom Motorrad bis zum Lkw - davon waren 1,1 Millionen Gebrauchtfahrzeuge. Probleme mit zahlungsunfähigen Kunden haben die Konsumfinanzierer offenbar kaum. „Rund 98 Prozent aller Konsumkredite werden ordnungsgemäß zurückgezahlt“, erklärte der Verband.

Der Autobauer BMW hat Umsatz und Betriebsgewinn im ersten Quartal überraschend deutlich gesteigert. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 23,45 Milliarden Euro zu, das Konzernergebnis vor Steuern schoss sogar um 27 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro hoch.

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