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Brauchen viele Kleinbetriebe bald neue Kassen?

Neue Richtlinie tritt in Kraft Brauchen viele Kleinbetriebe bald neue Kassen?

Für Händler und Gastwirte läuft bald eine wichtige Frist ab: Spätestens Ende des Jahres müssen sie ihre elektronischen Kassen auf den neuesten Stand gebracht haben. Dann müssen alle Einzelumsätze aufgezeichnet und zehn Jahre gespeichert werden. Wer sich nicht daran hält, muss bei einer Betriebsprüfung mit teuren Konsequenzen rechnen.

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Quelle: dpa

Hannover. Bei Nichteinhaltung der neuen Vorschrift, kann das Finanzamt den Umsatz schätzen – und auch Geldbußen verhängen. Probleme könnte es in der Gastronomie geben, weil etliche Gastwirte davon noch nichts gehört haben. Wer aber seine Geschäfte nicht mit einer elektronischen Registrierkasse abwickelt, braucht sich vorerst keine Sorgen zu machen. Dies bleibt weiter zulässig.
Hintergrund der Änderung ist eine bereits seit November 2010 geltende Vorschrift. Die „Kassenrichtlinie“ verpflichtet jeden Geschäftsbetrieb, elektronisch verbuchte Bargeschäfte zu dokumentieren und für mindestens zehn Jahre zu speichern. Händler sind schon bisher verpflichtet, ihre Kasse entsprechend technisch aufzurüsten, so weit das möglich ist. Anderenfalls dürfen Altkassen jedoch noch bis Ende 2016 verwendet werden – dann aber muss jede elektronische Kasse die Anforderungen erfüllen.

Für die Betroffenen bedeutet das die Anschaffung einer neuen Kasse. Bei den Einzelhändlern dürfte das Thema nach Ansicht des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen (HNB) jedoch weitgehend erledigt sein. Große Ketten, Kaufhäuser und genossenschaftlich organisierte Händlerverbünde seien technisch auf dem neuesten Stand, sagt HNB-Hauptgeschäftsführer Ullrich Thiemann. „Probleme könnte es allenfalls für Kleinstbetriebe wie den Tante-Emma-Laden und die Boutique um die Ecke geben.“ Da diese aber oft keine elektronischen Kassen nutzten, seien sie auch aus dem Schneider. Offene Ladenkassen bleiben erlaubt. „Wer bisher seine Bareinnahmen in die Zigarrenkiste legt oder eine mechanische Kasse betreibt, kann dies weiterhin tun“, erklärte der Verbandschef. Allerdings gibt es unter den Landesregierungen starke Bestrebungen, diese altertümliche Art der Kassenführung zu unterbinden, weil sie häufig mit Steuerhinterziehung in Verbindung gebracht wird.

Im Gastgewerbe könnte es wegen der Anforderungen an elektronische Kassen mehr Probleme geben. „Wir werden seit mehreren Monaten nicht müde, das Thema unseren Mitgliedern nahezubringen“, sagt Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Niedersachsen. Er habe den Eindruck, „dass viele zu sorglos damit umgegangen sind“. Bisher hätten die Finanzämter wohl häufig ein Auge zugedrückt.

Balke sieht aber noch ein größeres Problem auf Gastwirte und Händler zukommen. Die nächste Verschärfung der Regeln ist nämlich schon in Sicht. Spätestens 2020 müssen Kassen manipulationssicher sein. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung vorschreiben. Dummerweise steht der technische Standard noch nicht fest. Wer jetzt also eine neue elektronische Kasse aufstellt, weiß nicht genau, ob sie für das künftige Sicherheitsverfahren geeignet ist.

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