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Weltweiter Kohleverbrauch steigt weiter an

Trend gegen Umwelt Weltweiter Kohleverbrauch steigt weiter an

Kohle hat ein schlechtes Image als Klimakiller - aber sie ist billig und reichlich vorhanden. Indien und China sorgen dafür, dass auf der Welt immer mehr Kohle verbrannt wird. Während in Deutschland um jedes Kohlekraftwerk gerungen wird, baut China Woche für Woche ein bis zwei dazu.

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Der Trend, Kohle als Energieträger zu nutzen, setzt sich nach den meisten Szenarien in den kommenden Jahren fort.

Quelle: dpa

Hamburg. Der weltgrößte Kohle-Produzent und -Verbraucher China hat seinen Energiehunger noch lange nicht gestillt; immer neue Stahlwerke und Fabriken wollen mit günstiger Energie versorgt sein. „Steinkohle ist die am schnellsten wachsende fossile Primärenergie der Welt", sagt Wolfgang Cieslik, Vorsitzender des Vereins der Kohlenimporteure (VDKi) in Hamburg. Förderung und Verbrauch erhöhten sich im vergangenen Jahr um 600 Millionen auf 6,7 Milliarden Tonnen.

Dieser Trend setzt sich nach den meisten Szenarien in den kommenden Jahren fort. Treiber ist vor allem die wachsende Weltbevölkerung. Jedes Jahr kommen 70 bis 80 Millionen Menschen hinzu, das sind fast so viele wie in ganz Deutschland. Ein immer größerer Anteil von ihnen wohnt in Städten, wo der Energieverbrauch pro Kopf höher ist. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) steigt die Weltbevölkerung in den nächsten 25 Jahren von heute 7 auf 8,5 Milliarden Menschen. Zwar leben die meisten von ihnen in Entwicklungsländern und mehr als 20 Prozent der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Strom. Aber sie streben danach. Die Schwellen- und Entwicklungsländer haben einen enormen Nachholbedarf beim Energieverbrauch, um sich den Industrieländern anzunähern.

Indien und China verantworten 90 Prozent des Verbrauchsanstiegs

In Indien, dem zweitgrößten Land der Erde, ist die Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um 16,2 Prozent auf 1,22 Milliarden Menschen gewachsen, und mit einer weiteren Zunahme ist zu rechnen. „Schon deshalb hat Indien eine zentrale Bedeutung für die weltweite Energienachfrage", sagt Prof. Michael Bräuninger vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut HWWI. Indien und China sind zusammen für 90 Prozent des Verbrauchsanstiegs bei der Kohle verantwortlich. Sie decken ihren Strombedarf heute und in Zukunft überwiegend mit Kohle. Erneuerbare Energien und Kernkraftwerke spielen eine geringere Rolle.

Nach dem Hauptszenario der IEA wird China bis 2035 Kohlekraftwerke mit einer Leistung von rund 600 Gigawatt hinzubauen; das entspricht der heutigen Kapazität der USA, der EU und Japans zusammengenommen. Vor diesem Hintergrund sind die Kohlenimporteure über die deutsche Politik ziemlich konsterniert. Das Ende der Kernenergie, der massive und teure Ausbau der erneuerbaren Energien, das hohe Tempo und die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung - all das scheint den Kohle-Lobbyisten überzogen. „Nichts gegen Utopien, aber von der schwarz-gelben Bundesregierung hätte man doch etwas mehr Realismus erwartet", sagt Cieslik. „Das Umsteuern in der Energieversorgung aus Gründen des Klimaschutzes stellen wir nicht infrage, aber es muss volkswirtschaftlich verkraftbar bleiben und darf die Versorgungssicherheit nicht beeinträchtigen."

Kohlelobby will CO2 Ausstoß in den Griff bekommen

Mit dem Verbrauch von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen steigt auch der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids, im vergangenen Jahr nach BP-Zahlen um 5,8 Prozent. „Wir sind nicht auf dem Weg, irgendwelche Reduktionsziele zu erreichen", sagt Christof Rühl, Chefvolkswirt bei BP. Da der Verbrauch nicht zurückgehen wird, setzt die Kohlelobby auf Technologie: Mit effizienterer Kraftwerkstechnik sei der CO2-Ausstoß in den Griff zu bekommen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die sogenannte CCS-Technik, mit der das CO2 bei der Kohleverbrennung zurückgewonnen wird. Sie steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

dpa

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Hannover grünt so grün: In der Landeshauptstadt gibt es pro Einwohner 56 Quadratmeter öffentlich zugängliche Grünflächen, wie eine Studie ermittelt hat. Damit liegt die Stadt vor München und Hamburg (32 und 34 Quadratmeter).

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