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Wie kommen die Sorgenkinder von gestern voran?

Opel, Fiat & Co Wie kommen die Sorgenkinder von gestern voran?

Ob Fiat, Ford, Opel oder Peugeot: Die Massenhersteller haben besonders schwer unter der tiefen Krise in Europa gelitten. Jetzt geht es zwar wieder zaghaft aufwärts. Aber die ehemaligen Sorgenkinder sind noch nicht über den Berg.

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Die Rüsselsheimer gewinnen wieder Marktanteile, verkaufen mehr Autos und steigern den Umsatz.

Quelle: dpa

Paris . Schlechte Laune mag Karl-Thomas Neumann nicht. Denn das ist schlecht fürs Image und damit fürs Geschäft. Deshalb gibt sich der Chef der Opel-Gruppe gerne zuversichtlich. „Wir spüren deutlich, dass die Marke Opel wieder Rückenwind hat“, sagt er am Donnerstag auf dem Pariser Autosalon.

Noch ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber immerhin: Seit der tiefen Krise, die Opel und Hersteller wie PSA Peugeot Citroën an den Rand des Abgrunds getrieben hat, ist einiges geschehen. Ford Europa schien sogar schon einen Schritt weiter, doch die Russlandkrise verschiebt die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Ein wirklich schlechtes Zeugnis stellen Experten allein der Anti-Krisenstrategie von Fiat aus.

FORD: Nach einer dreijährigen Durststrecke ist Ford in Europa in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt - vorrübergehend. Im zweiten Quartal verdiente der US-Autobauer operativ 14 Millionen Dollar (10 Mio Euro) auf seinem wichtigsten Auslandsmarkt. Ein Abbau Tausender Stellen samt Werksschließungen sowie neue Modelle schienen die Wende gebracht zu haben. Doch nun hat Ford-Chef Mark Fields die Märkte geschockt: Wegen der Krise um Russland und die Ukraine wird sein Unternehmen anders als bislang geplant auch 2015 in Europa Geld verlieren. Ob es 2016 besser wird, lässt Ford-Europachef Stephen Odell offen: „Wir geben noch keine Prognosen für die Jahre nach 2015.“

Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer bescheinigt den Verantwortlichen bei Ford dennoch, einen guten Job gemacht zu haben: „Die Marke hat Kapazitäten angepasst, sich aus dem Tageszulassungsgeschäft verabschiedet und die Gewinnschwelle erreicht: Man läuft in die richtige Richtung.“ Auch Stefan Bratzel vom Zentrum für Automotive Management sieht gute Perspektiven für die Kölner: „Ob Kosten, Produkte oder Innovation: Ford ist vorne mit dabei.“

OPEL: Die Rüsselsheimer gewinnen wieder Marktanteile, verkaufen mehr Autos und steigern den Umsatz. Trotzdem fahren sie weiter Verluste ein - auch wegen der teuren Schließung des Standorts Bochum. Zudem ist der Absatzeinbruch im Hoffnungsmarkt Russland nicht hilfreich bei dem Ziel, 2016 die Gewinnschwelle zu erreichen. „Bei Opel kommen neue Belastungen hinzu, da man ausschließlich in Europa ist und mit der Russland-Krise neue unerwartete Zusatzbelastungen hat“, sagt Dudenhöffer. Neumann glaubt trotzdem weiter fest daran, dass Opel 2016 wieder profitabel ist: Einbußen in Russland könne die Marke durch Gewinne im übrigen Europa kompensieren.

FIAT: Dudenhöffer geht mit Fiat Chrysler hart ins Gericht: „Überalterte Produktpalette bei Fiat, Alfa Romeo ist weiter im Sinkflug, und Lancia ist degeneriert zur Namenshülle mit US-Inhalt.“ Von den vier Sorgenkindern der Absatzkrise in Europa stehe Fiat am schwächsten da: „Die Fahrzeuge sind fast nur noch mit hohen Rabatten oder als Eigenzulassungen zu vermarkten.“

Bratzel wirft Fiat vor, das Europa- und das Asiengeschäft sträflich vernachlässigt zu haben: „Sie haben sich nur auf Chrysler konzentriert. Jetzt muss sich Fiat auf die Hinterbeine stellen, sonst fällt ihnen Europa auf die Füße.“ Zwar fuhr Fiat-Chrysler im zweiten Quartal einen kleinen Gewinn ein - allerdings nur dank Chrysler. Auch Konzernlenker Sergio Marchionne gibt in Paris zu: „Wir stehen stabil da, aber das liegt nicht an Europa, sondern an Nordamerika.“ Für große Sprünge wird das nicht reichen, meint Bratzel und rät der Gruppe, sich einen starken Partner in Asien zu suchen: „Sonst verkommen Fiat und Chrysler wieder zur Regionalmarke.“

PEUGEOT-CITROEN: PSA hat sich einen solchen Partner schon ins Haus geholt. Seit März ist der Einstieg des chinesischen Autokonzerns Dongfeng bei den Franzosen offiziell besiegelt. Das eröffnet neue Chancen in China und ganz Asien. Aber auch in der Heimat haben die Franzosen hart durchgegriffen. Denn in den vergangenen beiden Jahren hatte das Unternehmen mehr als sieben Milliarden Euro in den Sand gesetzt. Bis 2016 will PSA die Kosten auch dank schrumpfender Modellpalette und Einschnitten bei der Belegschaft im Griff haben. Einen ersten Erfolg hat PSA schon vorzuweisen: Im ersten Halbjahr 2014 machten die Franzosen vor Sonderposten 477 Millionen Euro Gewinn.

PSA-Chef Carlos Tavares sieht den französischen Autohersteller jedenfalls wieder auf der richtigen Spur. Auch für Experte Bratzel ist PSA zwar noch nicht „über den Berg“: „Aber es gibt Grund zur Hoffnung, dass es besser wird.“

dpa

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