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Deutschland / Welt Wie sicher sind Bankschließfächer?
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02:15 17.08.2017
„Am besten Fotos machen“: Kunden sollten den Inhalt ihrer Schließfächer möglichst genau dokumentieren.  Quelle: Daniel Reinhardt
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Berlin

Was tun, wenn der Keller der örtlichen Bank unter Wasser steht und die Schließfächer geflutet werden? Bislang dürften die meisten Kunden gedacht haben, dass sie über die Miete für das Fach automatisch abgesichert sind.

Doch seit bekannt geworden ist, dass die Kunden einer Sparkassenfiliale in Bad Salzdetfurth (Kreis Hildesheim) nach einem Hochwasserschaden selbst für ihre Verluste geradestehen müssen, kommen Fragen auf.

Das Hochwasser Ende Juli hatte in der Zweigstelle der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine den Raum mit 280 Schließfächern geflutet, das Institut hatte die Fächer aber nicht gegen Elementarschäden versichert. Erstatten will die Sparkasse ihren Kunden 50 Euro „für die entstandenen Unannehmlichkeiten“. Wolfgang Heidecke, der nach eigenen Angaben eine Briefmarkensammlung seines verstorbenen Vaters in seinem Schließfach untergebracht hatte, deren Wert er auf 20 000 Euro schätzt, sagt: „Man fühlt sich schlecht behandelt.“ Von der Sammlung sei nur noch ein Papierklumpen übrig.

Auf Kleingedrucktes achten

Schließfächer erleben eine Renaissance. Angesichts der Minizinsen legen immer mehr Menschen Ersparnisse in Gold oder Wertgegenständen an, die sicher untergebracht werden sollen. „Die Nachfrage nach Bankschließfächern ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen“, sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken.

Doch auch im Schließfach gibt es keine absolute Sicherheit, wie spätestens der Fall in Bad Salzdetfurth zeigt. Die Haftung ist von Bank zu Bank unterschiedlich geregelt und sollte unbedingt vorab geklärt werden. Nicht immer sind die Wertgegenstände automatisch über die Schließfachmiete versichert. „Es kommt auf den Vertrag an“, sagt Topar. Bei manchem Institut sei eine Versicherung im Mietpreis enthalten, bei anderen nicht. „Wichtig ist, das Kleingedruckte zu lesen“, rät Markus Feck von der Verbraucherzentrale. Dabei sei eine Versicherung für den Banksafe fast immer recht einfach direkt über die Bank zu bekommen, sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Viele Banken versichern allerdings kein Bargeld, weil der tatsächliche Schaden im Fall des Falles kaum nachzuweisen ist.

Die Versicherung hilft bei Schäden durch Raub, Feuer, Leitungswasser und Diebstahl. Teilweise erstreckt sich der Schutz auch auf Schäden durch Blitzschlag oder Rauch. Bevor Interessenten die Versicherung für ein Bankschließfach zusätzlich abschließen, sollten sie sich aber bei ihrer Hausratsversicherung melden. In vielen Fällen sei der Inhalt eines Bankfachs dort mit abgesichert, erklärt Topar.

Kunden sollten unbedingt eine Liste der deponierten Gegenstände machen, rät Feck, „am besten mit Fotos“. Julia Topar vom Bankenverband empfiehlt zusätzlich, die verwahrten Wertsachen auf einer Tageszeitung zu fotografieren - „dann ist das aktuelle Datum sichtbar, und man kann im Fall der Fälle belegen, was an einem bestimmten Tag im Schließfach war“.

Was kostet ein Schließfach?

Die Preise für Schließfächer sind weitgehend stabil geblieben, wie der Bankenverband BdB erklärt. Ein kleineres Schließfach kostet pro Jahr ab etwa 30 Euro, größere Tresore kommen auf bis zu 730 Euro pro Jahr. Eine zusätzliche Versicherung kostet nach Untersuchungen der Stiftung Warentest zwischen 20 und 30 Euro jährlich pro 1000 Euro Versicherungsschutz.

Was genau im Safe deponiert wird, bleibt dem Kunden überlassen. Allein illegale Dinge wie explosive Materialien sind verboten.

Für die Eröffnung eines Schließfachs setzen die meisten Kreditinstitute eine Kontoverbindung bei ihnen voraus. Vor der Vertragsunterschrift wollen sie den Personalausweis sehen und bei späteren Besuchen auch. In der Regel ist der Zugang zum Schließfach auf die Öffnungszeiten der jeweiligen Filiale beschränkt.

Eine vergleichsweise sichere Alternative ist ein Tresor zu Hause. Den gibt es zu unterschiedlichen Sicherheitsstufen, Preisen und in verschiedenen Größen sowie Ausführungen. Welcher geeignet ist, hängt von der Wohnsituation ab.     

von Sabine Meuter

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