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Glatteis rechtfertigt meist keine Verspätung

Pflichten von Arbeitnehmern Glatteis rechtfertigt meist keine Verspätung

Trotz Schnee und Eis auf den Straßen müssen Arbeitnehmer grundsätzlich auch bei einem Wintereinbruch pünktlich im Büro sein. Arbeitsrechtler erklären, warum sonst eine Abmahnung droht – und ob die verpasste Zeit nachgeholt werden muss.

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Warnung vor Schnee- und Eisglätte (Symbolbild): Arbeitsrechtler empfehlen, dass sich Arbeitnehmer rechtzeitig informieren, ob sie für einen Weg zur Arbeit länger brauchen.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

Berlin/Hannover. Grundsätzlich gilt: "Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er pünktlich zur Arbeit erscheint", erklärt Till Bender von der DGB-Rechtsschutz GmbH. Trotzdem müsse kein Arbeitnehmer Konsequenzen fürchten, wenn es am Morgen Blitzeis gebe, und er deshalb zu spät zur Arbeit komme, erklärt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin. "Eine Abmahnung bei einem kurzfristigen Wintereinbruch oder wenn es wegen eines Unfalls zu Verkehrschaos kommt, wäre sicher nicht zu rechtfertigen", meint auch Bender. Denn eine Abmahnung dürfe nur für ein vorwerfbares Verhalten ausgesprochen werden.

Arbeitnehmer muss sich informieren

Anders ist die Situation, wenn Schneefall und Eisglätte bereits am Vorabend angekündigt wurden und am Morgen mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist. Dann müsse der Arbeitnehmer alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um trotz der Witterungsbedingungen pünktlich bei der Arbeit zu sein, sonst liege eine Vertragsverletzung vor, erläutert Meier. "Dann wäre eine Abmahnung gerechtfertigt, insbesondere, wenn alle anderen Mitarbeiter pünktlich sind", ergänzt Bender. Die Fachleute empfehlen deshalb: Arbeitnehmer sollten sich am Vorabend informieren, wie lange sie am nächsten Tag für die Anfahrt bräuchten. Sage der Wetterbericht Schnee und Eis voraus, müssten sie sich auf einen längeren Anfahrtsweg einstellen.

"Ohne Arbeit kein Lohn"

Für die Zeit, die ein Mitarbeiter zu spät ist, kann der Arbeitgeber anteilig den Lohn kürzen, sagt Meier. "Es gilt das allgemeine Prinzip: Ohne Arbeit kein Lohn", so Bender. Der Arbeitnehmer müsse die ausgefallenen Stunden grundsätzlich aber auch nicht nachholen – es sei denn, beim Arbeitgeber werde ein Überstundenkonto geführt. Dann würden die ausgefallenen Stunden als Minusstunden verbucht und könnten zu einer späteren Zeit nachgeholt werden. "Der Arbeitgeber kann aber niemanden zwingen, die morgens ausgefallenen Stunden abends dranzuhängen", erklärt Bender. "Insbesondere dann nicht, wenn etwa eine Teilzeitkraft mittags gehen muss, weil ein Kind von der Schule abzuholen ist."

dpa/wer

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