Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Winterkorn soll Manipulationen gedeckt haben
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Winterkorn soll Manipulationen gedeckt haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:33 25.09.2016
Der frühere Konzernchef Winterkorn soll von den Manipulationen gewusst haben. Quelle: dpa
Anzeige
Wolfsburg/Berlin

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" wurde der damalige Vorstandsvorsitzende Ende Juli 2015 von Entwicklern über illegale Software in der Abgastechnik unterrichtet - knapp zwei Monate, bevor VW die Nutzung eines solchen Programms am 20. September auf Druck von US-Behörden hin einräumte. Aus dem Konzern hieß es auf Anfrage, man nehme zu Spekulationen um die juristische Aufarbeitung des Themas keine Stellung.

"Das ist ein laufender Prozess", sagte ein Sprecher in Wolfsburg der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können uns dazu nicht äußern." Die "Bild am Sonntag" beruft sich bei ihrer Darstellung auf ein ihr vorliegendes Papier mit dem Titel "Zulassung Diesel USA". Winterkorn soll demnach die "Vorgehensweise" bestätigt haben, zwei VW-Mitarbeiter das brisante Thema bei einem Gespräch in den USA lediglich "teilweise" offenbaren zu lassen.

Belege für eine direkte Anweisung des Managers nennt die Zeitung nicht. Dass Winterkorn von Manipulationen gewusst habe, ergebe sich aus Zeugenaussagen. Er selbst habe sich dem Blatt gegenüber nicht dazu geäußert. Die US-Großkanzlei Jones Day durchleuchtet derzeit das Unternehmen und befragt zahlreiche Mitarbeiter. Ihr gegenüber sagte Winterkorn laut der "Bild am Sonntag" aus, ihm sei zum Zeitpunkt der internen Information nicht bewusst gewesen, dass es sich um Betrug handelte - sonst hätte er eingegriffen.

Erste Ergebnisse von Jones Day hätten ursprünglich im Frühjahr vorliegen sollen. VW hatte bereits mehrfach betont, den Ausgang der Prüfungen zunächst abwarten zu müssen. Bei dem Treffen in den Vereinigten Staaten im August vorigen Jahres sei den Behörden dann nur berichtet worden, dass betroffene Autos "nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen", schreibt die "Bild am Sonntag" unter Verweis auf einen VW-Vermerk. Dagegen sei von betrügerischen Absichten keine Rede gewesen.

Der Ende September 2015 bekanntgewordene Diesel-Skandal mit Millionen manipulierten Wagen stürzte VW in eine tiefe Krise. In den USA, Deutschland und weiteren Ländern gibt es Zivilklagen und auch strafrechtliche Ermittlungen.

Bei der Runde der Aufseher am Freitag hatte Jones Day über den aktuellen Stand berichtet. Auch fast ein Jahr nach dem Beginn der Ermittlungen sei etwa keine E-Mail, Protokollnotiz oder sonstige Handhabe aufgetaucht, die die Firmenspitze handfest belasten würde, hieß es am Sonntag aus dem Umfeld des Kontrollgremiums.

Das befriedige bei der Suche nach Verantwortung natürlich nicht, hieß es - aber es sei nun einmal der Stand der Dinge. Immer mehr dränge sich damit die Frage auf, warum das interne Kontrollsystem bei VW derart versagte und sich der Abgasbetrug jahrelang fortsetzen konnte.

dpa

In den USA liegt mittlerweile ein gigantischer Datensatz rund um die Abgas-Affäre von Volkswagen vor. Der Konzern und auch sein Zulieferer Bosch versuchen, die Auswertung des Materials in Europa zu stoppen. Können die vorgebrachten Formfehler das rechtfertigen?

24.09.2016

Der Berliner Flughafen Tegel soll nach Informationen des "Tagesspiegels" zeitgleich mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens (BER) in Schönefeld schließen. Dies sähen die aktuellen Planungen von Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld vor, berichtete die Zeitung am Sonnabend. 

24.09.2016

Die Hochwald-Nahrungsmittelgruppe  ruft einige Chargen seiner H-Milch zurück. Diese seien nicht zum Verzehr geeignet und könnten gefährliche Keime enthalten. Fast alle großen Supermarktketten werden von dem Hersteller beliefert. 

24.09.2016
Anzeige