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Wo trinken Europäer am billigsten?

Bierpreise im Vergleich Wo trinken Europäer am billigsten?

Wer gern Bier trinkt, für den liegt in Osteuropa das Paradies. Nirgendwo sonst bekommt man die Halbe in der Kneipe so billig wie in den Ländern des einstigen Ostblocks, hat jedenfalls das Statistische Bundesamt ermittelt. Und wo liegt Deutschland im Bierpreis-Vergleich?

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Große Preisunterschiede in der Kneipe: Im Osten ist Bier sehr billig, im Norden dagegen sehr teuer.

Quelle: Sven Hoppe/dpa

Wiesbaden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) wird der halbe Liter in Gaststätten des ehemaligen Ostblocks schon für rund einen Euro ausgeschenkt, während hoch im Norden Europas mehr als 8 Euro auf der Rechnung stehen. Deutschland ist weder besonders teuer noch besonders billig für Liebhaber des Gerstensuds.

Land Preis
Bulgarien 0,99 Euro
Slowakei 1,02 Euro
Tschechische Republik 1,13 Euro
Rumänien 1,18 Euro
Polen 1,29 Euro
Vereinigtes Königreich 2,11 Euro
Deutschland 3,76 Euro
Belgien 3,95 Euro
Luxemburg 4,24 Euro
Niederlande 5,05 Euro
Schweiz 6,64 Euro
Norwegen 8,65 Euro

Laut Destatis bekommt der Kneipenbesucher in Bulgarien den halben Liter für 99 Cent. Nur wenig teurer ist das Gehopfte in der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Polen. Doch auch die Briten können ihren Brexit-Ärger recht günstig herunterspülen – dort kostet das Bier im Gasthaus 2,11 Euro und ist damit deutlich billiger zu haben als hierzulande. 3,76 Euro haben die Statistiker als Durchschnittspreis für das Schaumgekrönte hierzulande ausgerechnet.

Inzwischen dürfte sich der Preisvorteil des Vereinigten Königreichs sogar noch vergrößert haben, da sich das britische Pfund seit dem Brexit-Referendum deutlich abgeschwächt hat.

Ziemlich teuer ist der Kneipenbummel für Biertrinker dagegen in den Holland, dort werden laut Destatis gut 5 Euro fällig. In der Schweiz sind es stattliche 6,64 Euro, in Norwegen horrende 8,65 Euro. Da ist es kein Wunder, dass dort wesentlich weniger Bier durch die Kehlen läuft als in Deutschland.

Wer trinkt am meisten?

Der Durchschnittsdeutsche hat seinen Durst zwar auch spürbar gezügelt, kommt aber immer noch auf mehr als hundert Liter jährlich – und damit mehr als das Doppelte des norwegischen Quantums.

Rekordhalter ist das Land, wo Pilsener Urquell und Budweiser fließen: Die Tschechen schlucken 144 Liter pro Jahr, was bei 1,13 Euro für das große Glas finanziell aber auch ganz gut machbar scheint.

Die Bulgaren trinken übrigens trotz des günstigen Nachschubs nur etwas die Hälfte dieser Menge, was wiederum angesichts einer anderen Zahl kein Wunder ist: In dem Land am Schwarzen Meer liegt der durchschnittliche Monatslohn unter 500 Euro, was den Vorteil der günstigen Preise für Bier und sonstige Lebensmittel stark relativiert.

Von Albrecht Scheuermann

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