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Wohnen als Armutsrisiko – Bezahlbarer Wohnraum in der Krise

Geldanlage Wohnen als Armutsrisiko – Bezahlbarer Wohnraum in der Krise

In deutschen Großstädten zahlen ca. 40 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete. So wird die Suche nach passendem Wohnraum selbst für Menschen mit einem durchschnittlichen Einkommen zum nahezu unlösbaren Problem.

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Quelle: @ scanrail - depositphotos.com

Hohe Mietpreise in der Großstadt

Im Rahmen einer Studie der Humboldt-Universität Berlin wurden 77 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. Die Autoren stellten dabei fest, dass für rund 1,3 Millionen Haushalte in den Großstädten das verbleibende Einkommen nach Abzug der Miete sogar noch unterhalb des Hartz-IV-Regelsatzes liegt. Für Geringverdiener wird eine normale Lebensführung bei diesen Wohnungspreisen zum großen Problem. Ein Abendessen im Restaurant, eine Urlaubsreise oder andere Extras rücken in weite Ferne.

"Reichen-Ghettos" - Innenstädte werden immer teurer

Vor allem in den Großstädten gibt es viel zu wenig Wohnraum, der zu absolut überhöhten Preisen auf den Markt gebracht wird. In Städten wie München, Berlin und Hamburg ist es für Familien mit Durchschnittseinkommen nahezu unmöglich geworden, eine passende Wohnung in der Innenstadt zu finden. Auf ein Wohnungsangebot kommen unzählige Bewerber, selbst wenn der Quadratmeterpreis deutlich über dem Mietspiegel liegt. Es findet sich fast immer jemand, der auch die völlig überhöhten Preise sowie die teilweise horrenden Summen für Abschlagszahlungen akzeptiert. Langfristig wird sich das Bild der Großstädte so möglicherweise verändern und die Innenstädte mutieren zu sogenannten „Reichen-Ghettos“.

 Für viele Menschen gehört das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz daher mittlerweile zum Arbeitsalltag. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil der Arbeitnehmer, die Tag für Tag längere Wege in Kauf nehmen auf den neuen Rekordwert von 59,4%. Das sind laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung 18,4 Millionen Menschen. Doch das tägliche Pendeln belastet nicht nur die Nerven, sondern auch den Geldbeutel.

Mietpreisbremse verspricht keine Besserung

Aber auch der Wohnraum auf dem Land außerhalb der Ballungsräume wird teilweise immer knapper und damit teurer. So ermittelte das Gutachterinstitut Prognos, dass auch in einem Drittel der regionalen Wohnungsmärkte Wohnraum fehlt. Auch im Wahlkampf 2017 wurde diese Misere daher immer wieder thematisiert. Die 2015 beschlossene Mietpreisbremse hat nicht so funktioniert wie geplant. Zahlreiche Ausnahmeregelungen haben hier für Schlupflöcher gesorgt, so dass die Mieten munter weiter ansteigen konnten.

Mittlerweile steht die Schaffung von neuem Wohnraum im Fokus. Von Verbesserungen der Baubedingungen, Sonderabschreibungen, Baukindergeld und zusätzlichem Bauland ist hier die Rede. Wichtig ist dabei wohl, dass auch bezahlbare Wohnräume für Gering- und Normalverdiener geschaffen werden und auch Familien in den Ballungszentren adäquaten Wohnraum finden können. 

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