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Deutschland / Welt Wolters profitiert von Vorliebe für Bier
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Wolters profitiert von Vorliebe für Bier
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22:29 31.10.2014
Von Carola Böse-Fischer
Peter Lehna ist Geschäftsführer und einer der vier Gesellschafter bei Wolters. Quelle: Flentje
Braunschweig

„Der Export brummt“, berichtet Peter Lehna, einer der vier Geschäftsführer der Braunschweiger Regionalbrauerei. Im Jahr 2013 sei die Ausfuhr von Wolters-Bieren um 25 Prozent gewachsen; den größten Teil habe die Firma nach China exportiert. 2014 habe sich das Wachstum zwar abgeschwächt – es sei aber mit 15 bis 20 Prozent immer noch stark.

Dank des Auslandsgeschäfts konnte Wolters den Verlust von Feldschlösschen verschmerzen. Seit 2010 hatte die Brauerei die lokale Konkurrenzmarke für deren Eigentümer Frankfurter Brauhaus in Frankfurt (Oder) gebraut. Das Einbecker Brauhaus machte ein günstigeres Angebot – und schnappte Wolters den Auftrag Anfang des Jahres weg. „Das haben wir durch das Exportwachstum mehr als kompensiert“, sagt Lehna.

Nicht nur deshalb ist er zufrieden. Auch hierzulande lege die Marke Wolters zu, die in der Region längst wieder Marktführer ist. Für 2014 erwartet Lehna in einem weiter schrumpfenden Biermarkt ein Absatzplus von 2 bis 3 Prozent. Doch mit der Marke Wolters allein könnte die Privatbrauerei wohl nicht überleben. 2013 verkaufte Wolters insgesamt 925 000 Hektoliter Bier – rund 5 Prozent mehr als 2012 – und steigerte den Umsatz von 30,4 auf etwa 37 Millionen Euro. Die Braukapazitäten sind bis an die Grenze ausgelastet, wie Lehna sagt, aber nur ein Drittel des Absatzes entfällt auf die Markenbiere wie Wolters Pilsener, Schwarzer Herzog oder Märzen. Den großen Rest bringen Lohnbrauaufträge – aber nicht von Discountern, betont Lehna.

Das Risiko eines Totalausfalls sei für eine kleine Brauerei zu hoch. Deshalb braut Wolters lieber für die Achimer Firma Ahlers, den größten niedersächsischen Getränkefachgroßhändler, die „alte Bremer Marke“ Hemelinger. Und das niederländische Vertriebsunternehmen United Dutch Breweries, das früher auch zum InBev-Reich gehörte, lässt in Braunschweig zahlreiche Marken und Sorten herstellen, die es in Asien und Afrika vermarktet.

Unter dem Strich bleibt dabei offensichtlich so viel übrig, dass die Modernisierung der Brauerei mit einer neuen Abfülltechnik für 12 Millionen Euro kein Problem ist. Denn die Gewinne, deren Höhe Lehna für sich behält, werden nicht an die vier Gesellschafter ausgeschüttet, sondern ins Unternehmen gesteckt. Zurzeit arbeiten die Chefs an einem Plan, um die Kapazität in den nächsten zehn Jahren schrittweise auf 2 Millionen Hektoliter zu verdoppeln.

Dann ist da noch die Tochter in Sachsen-Anhalt: die Colbitzer Heidebrauerei, die Wolters vor einem Jahr aus der Insolvenz gekauft hat. Lehna möchte sie zur neuen Heimatmarke in dem Land machen, denn die InBev-Marke Hasseröder habe ihre „regionale Identität“ aufgegeben. 3 Millionen Euro wurden unter anderem in ein neues Sudhaus investiert, um die Brauerei wieder flottzumachen.

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