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Zahlen Privatkunden bald Negativzinsen?

Girokonten bei Banken Zahlen Privatkunden bald Negativzinsen?

Privatkunden von Banken müssen damit rechnen, künftig für ihre Einlagen bezahlen zu müssen. Dieser Meinung ist Nord/LB-Vorstandsmitglied Hinrich Holm. Er geht davon aus, dass Banken Negativzinsen für das Girokonto einführen werden. 

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Quelle: dpa, Symbolbild

Hannover/Frankfurt. Großanleger müssen bereits bei vielen Banken und Sparkassen schon Zinsen für ihre Einlagen bezahlen. Für Privatkunden sind diese sogenannten Negativzinsen bei den meisten Geldhäusern noch tabu. Nach Ansicht von Nord/LB-Vorstandsmitglied Hinrich Holm dürfte sich das aber ändern. „Die Banken werden irgendwann Negativzinsen auf Girokonten einführen“, sagte er am Montag auf dem achten Hannover Finance Symposium.

Er begründete dies mit dem zunehmenden Ertragsdruck auf die Branche – vor allem durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Banken müssten dies irgendwie verarbeiten und auch auf der Kostenseite reagieren. Die EZB kassiert von Banken derzeit 0,4  Prozent Strafzinsen, wenn sie Geld über Nacht bei der Notenbank parken.
Allerdings gehen die Meinungen in Sachen Negativzins in der Branche auseinander. „Wir erwarten es nicht, auch aufgrund des harten Wettbewerbs“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Michael Kemmer, in Frankfurt. Er erwartet aber Gebührenerhöhungen auf breiter Front, die jedoch im Rahmen bleiben dürften. Auch dafür sorge der „extrem harte Wettbewerb“ in Deutschland.

Einig sind sich die beiden Banker über die negativen Folgen der verschärften Regulierung, insbesondere durch erhöhte Kapitalanforderungen und neue Haftungsregeln. Holm verwies darauf, dass die Banken neuerdings den Investoren deutlich höhere Zinsen für ihre Anleihen bezahlen müssen. Dies sei eine Folge des neuen Bankenabwicklungs-Systems in Europa.
Wenn eine Bank in Schieflage kommt, werden jetzt zuerst Eigentümer und Gläubiger der Bank herangezogen, Geld vom Staat soll nicht mehr fließen. Dieses erhöhte Risiko führe dazu, dass die Investoren auch einen höheren Zins von den Banken fordern. Zudem hätten die Vorgänge um die Deutsche Bank Anleger verschreckt und damit die Zinsen von Bankanleihen „massiv“ in die Höhe getrieben. Dies treffe nicht nur die Eigentümer. „Es ist völlig klar, dass wir einen Teil der Kosten an die Kunden weitergeben“, sagte Holm.

Gefährdet sei auch der langfristige Kredit in Deutschland. „Wenn ein Bauer einen neuen Stall auf 20 Jahre finanzieren will, bietet ihm die Bank nur noch einen Kredit für fünf Jahre.“ Dies liege daran, dass es für die Banken selbst wegen des Eigenkapitalbedarfs zu teuer werde, sich Geld für eine längere Zeit als fünf bis sieben Jahre zu beschaffen. „Das können wir uns nicht mehr leisten.“

Geldhäuser in anderen Regionen profitierten davon, dass hierzulande das Bankgeschäft immer stärker reguliert werde. „Wir überlassen das Feld den Amerikanern.“ Allerdings finde die Branche bei den Politikern mit ihren Warnungen kein Gehör, weil niemand sich öffentlich für Bankenbelange einsetzen wolle. „Wir sind komplett abgemeldet, was die Lobbyarbeit angeht.“     

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