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Deutschland / Welt Zehntausende demonstrieren gegen Freihandelsabkommen
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20:44 17.09.2016
Gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta haben am Samstag in Frankfurt mehrere Zehntausend Menschen demonstriert. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta haben am Samstag in Frankfurt mehrere Zehntausend Menschen demonstriert. Die Polizei zählte rund 25 000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von etwa 50 000. Unter dem Motto "Für einen gerechten Welthandel" waren Bauern mit ihren Treckern ebenso gekommen wie Vertreter von Gewerkschaften, Umweltschutzverbänden und Parteien. Auch Flughafengegner sowie Familien mit Kindern waren unter den Demonstranten, die friedlich, bunt und laut durch die Innenstadt zogen.

Am Rande der Demonstration wurden 19 Menschen mit rechtsextremen Hintergrund vorübergehend festgenommen. Die Teilnehmer des großen Demonstrationszuges forderten auf Plakaten und Transparenten "Keine wirtschaftskonforme Demokratie", "Brecht die Macht der Konzerne" oder einfach "TTIP stoppen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wurden auf manchem Plakat direkt angesprochen: "Merkel & Gabriel: Still und heimlich wollt Ihr die Demokratie verkaufen". Ein als Huhn verkleideter Demonstrant verkündete: "Chlorhühnchen, nein Danke!" "TTIP bedeutet einen direkten Angriff auf die bäuerliche Landwirtschaft", sagte Milchbauer Moritz Schäfer während der Auftaktkundgebung am Opernplatz. Alexis Passadakis vom Antiglobalisierungsbündnis Attac Frankfurt rief den Teilnehmern zu: "TTIP und Ceta sind unsozial und unökonomisch. Sie wackeln, das ist unser Verdienst."

Zu den Demonstranten mit rechtsextremen Hintergrund sagte ein Polizeisprecher, es habe sich um zwei Gruppen von acht beziehungsweise elf Personen gehandelt, die in einem Fall eine Reichkriegsflagge und Pfefferspray, im anderen Fall Schlagstöcke bei sich gehabt hätten. Um die Sicherheit der Demonstration zu garantieren, seien sie nach Feststellung ihrer Personalien in Gewahrsam genommen worden.

Auf dem Main waren Demonstranten in einem Boot unterwegs. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass es sich dabei um Demonstranten mit rechtsextremen Hintergrund handelte. Aufgerufen zu den Anti-TTIP- und Anti-Ceta-Kundgebungen in insgesamt sieben deutschen Städten hatte ein Bündnis aus Gewerkschaften, Umweltverbänden und kirchlichen Gruppen. Sie befürchten, dass durch die Abkommen, die zwischen der EU und den USA (TTIP) sowie Kanada (Ceta) geschlossen werden sollen, Umwelt- und Sozialstandards ausgehöhlt werden. Befürworter versprechen sich von den Freihandelsabkommen eine Ankurbelung des Wirtschaftswachstums.

dpa

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