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Was soll das Verbot bringen?

Zigarettenwerbung vor dem Aus Was soll das Verbot bringen?

In den Sonnenuntergang reitende Cowboys, coole junge Leute mit Zigarette im Mundwinkel, eng umschlungene Paare - mit solchen und anderen Motiven will die Industrie dem Rauchen ein gutes Image geben. Damit ist künftig Schluss.

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Das Rauchen soll durch das Werbeverbot weiter eingedämmt werden.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Berlin . Die Werbe- und die Lebensmittelwirtschaft laufen Sturm gegen das geplante Verbot von Zigarettenwerbung ab 2020. Doch die Bundesregierung zeigt sich unbeirrt. Schon vom 20. Mai an müssen sich Raucher Gruselfotos auf Zigarettenschachteln gefallen lassen - faulende Raucherbeine, geschwärzte Zahnstümpfe oder krebsbefallene Lungen. Auch das soll die Lust am Rauchen mindern.

Was steckt hinter all den Plänen?

Zunächst einmal die EU-Tabakrichtlinie aus dem Jahr 2014, die, mühsam ausgehandelt, nun auch in Deutschland umgesetzt werden muss. Grundsätzlich sollen der Gesundheitsschutz erhöht und der Tabakkonsum weiter eingedämmt werden - vor allem bei Jugendlichen. Mit dem Regelungsvorhaben wird angestrebt, die Raucherquote um zwei Prozentpunkte zu senken.

Welche Folgen hat das Rauchen?

Etwa 110 000 Tote im Jahr gehen darauf zurück. Rauchen wird nicht nur für Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Auch tödliche Fälle von Leber- und Darmkrebs, Tuberkulose und Typ-2-Diabetes werden auf den Tabakkonsum zurückgeführt.

Wie hoch sind die Kosten durch Gesundheitsschäden?

Die jährlichen Kosten, die durch Tabakkonsum bedingte Gesundheitsschäden den Sozialkassen verursachen, betragen nach früheren Angaben des Ernährungsministeriums rund 25 Milliarden Euro. Die gesamten indirekten Kosten des Rauchens werden mit rund 54 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Von der angestrebten Senkung der Raucherquote wird ein Rückgang der indirekten Kosten um etwa 215 Millionen Euro erhofft. Andererseits werden weniger Einnahmen aus der Tabaksteuer erwartet - derzeit rund 15 Milliarden Euro im Jahr.

Wie weit ist Rauchen überhaupt noch in Deutschland verbreitet?

Knapp jeder Vierte raucht. Vor allem bei jungen Leuten ist das Rauchen allerdings immer weniger verbreitet. Nur noch 7,8 Prozent der Jugendlichen greifen zur Zigarette. Um die Jahrtausendwende waren es noch rund 28 Prozent der Jugendlichen. Gymnasiasten und Studierende rauchen seltener als Berufsschüler und Auszubildende. In keinem anderen EU-Land sei der Anteil der Raucher unter den 12- bis 17-Jährigen derart gesunken wie in Deutschland, sagt auch der Hersteller Reemtsma. Er liege in Ländern mit Totalwerbeverboten und Schockbildern sogar deutlich höher, argumentiert die Industrie.

Warum geht das Rauchen zurück?

In den vergangenen Jahren wurde Rauchen immer teurer. Steuern wurden erhöht, die Zahl der Zigaretten pro Schachtel wurden reduziert. Offizielle Stellen klären permanent über die Gefahren des Rauchens auf - vor allem auf Zigarettenschachteln wird gewarnt. Hinzu kommen Jugendschutzvorgaben - und ab Ende Mai Schockbilder. Allerdings: Niemand glaubt, dass sich Raucher wirklich von Schockbildern abhalten lassen werden. Sie dürften die Zigaretten einfach umpacken in ansehnlichere Schachteln. Auch gibt es schon jetzt Hüllen für die künftigen Gruselbilder-Verpackungen.

Sind nicht Preis- und Steuererhöhungen wirksamer?

Eigentlich schon. Der Tabakmarkt ist rückläufig - die Hersteller kämpfen um die verbliebenen Marktanteile. Gut möglich, dass jetzt im Zuge der Schockbilder-Auflage eine neuer Preiskampf ausgelöst wird und so manches Tabakprodukt ganz verschwindet.

Wie ist die Lage bei der Tabakwerbung?

1975 verbot das Lebensmittelgesetz die Reklame für krebserzeugende Produkte in Fernsehen und Hörfunk - und Werbung, die das Rauchen als unschädlich oder gesund verharmlost. 2007 folgte auch das Verbot, für Zigaretten in Zeitungen und Zeitschriften zu werben. Im Kino ist Zigarettenwerbung derzeit bis 18 Uhr verboten.

Kommen jetzt schärfere Werbeauflagen für die Tabakindustrie?

Das Tabakwerbeverbot wird ausgeweitet - etwa mit einem Verbot der Plakatwerbung ab Juli 2020. Kinowerbung bleibt dann bei Filmen mit einer Altersbeschränkung von 18 Jahren erlaubt. Weiter zulässig sein soll auch Werbung an Außenflächen von Geschäftsräumen also an Kiosken oder Fachgeschäften. Vorgesehen ist zudem ein Verbot der kostenlosen Abgabe von Tabakprodukten. Auch für nikotinhaltige und sogar -freie E-Zigaretten sind Werbeverbote vorgesehen.

Was sollen die Werbeverbote bringen?

Das Deutsche Krebsforschungszentrum stellt bereits seit längerem unter Berufung auf Studien fest: «Je besser den Jugendlichen die Zigarettenwerbung bekannt ist, umso größer ist auch tatsächlich die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Laufe der Zeit mit dem Rauchen beginnen.» Nach der Einführung von Werbeverboten in Norwegen, Finnland, Neuseeland und Frankreich ist der Tabakgebrauch dort laut Experten stärker zurückgegangen als in Deutschland.

dpa

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