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Keine Gehaltserhöhung

Zwei Jahre Nullrunde bei Lufthansa


Rund 50.000 Lufthansa-Mitarbeiter bekommen bis Ende nächsten Jahres keine Gehaltserhöhung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigten sich nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon auf eine 22 Monate lange Nullrunde.
Durchbruch im Tarifstreit bei Lufthansa

Durchbruch im Tarifstreit bei Lufthansa.

© dpa

Das teilte die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband Luftverkehr in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt mit.

Im Gegenzug für diesen Verzicht erhalten die Lufthanseaten eine Option auf Bonuszahlungen, eine Neuregelung der Altersteilzeit und die Aussicht auf weniger Leiharbeiterkonkurrenz.Die Lufthansa-Aktie reagierte am Mittwoch mit einem Kursanstieg von knapp einem Prozent auf 11,66 Euro. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer werteten die Einigung als Erfolg.

Der Durchbruch war erst in der fünften Verhandlungsrunde geglückt. „Es ist uns gelungen, angekündigte Eingriffe in bestehende Tarifverträge abzuwehren“, sagte ver.di-Verhandlungschef Erhard Ott. Nach Angaben von Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer, der auch Präsident des Arbeitgeberverbands Luftverkehr ist, hilft die Nullrunde dabei, die Position der Lufthansa im hart umkämpften Markt zu stärken. Im Detail regelt die Einigung Folgendes: Die bisherige Vergütung verlängert sich bis Ende 2011, was einer Nullrunde von 22 Monaten entspricht.

Für das Jahr 2011 erhalten die Mitarbeiter jedoch eine Einmalzahlung von bis zu 2 Prozent ihrer Jahresgrundvergütung. Wie hoch dieser Bonus ausfällt, hängt vom Erfolg des Konzernergebnisses ab. Bei 40?000 Euro Jahresgrundvergütung wären 2 Prozent 800 Euro. Auch künftig sollen die Beschäftigten stärker am Ergebnis beteiligt werden als bisher. Details hierzu nannten beide Seiten noch nicht. Auch die Altersteilzeit wird neu geregelt. Einen Anspruch sollen stärker belastete Mitarbeiter im Schichtdienst erhalten – Details müssen bis September festgelegt werden. Außerdem sollen mit einer Vereinbarung zur Leiharbeit der Einsatz, der Umfang und die Dauer von konzernfremder Beschäftigung geregelt werden.

An diesem Punkt spricht die Arbeitgeberseite von „Planungssicherheit und Flexibilität“, ver.di hingegen von einer „Begrenzung der Leiharbeit“. Der Konzern boxte eine Krisenklausel durch. Damit will die Fluggesellschaft unvorhersehbare Risiken begrenzen, die etwa entstehen können, wenn Terroranschläge oder Vulkanausbrüche den Flugverkehr lähmen. Für alle Eckpunkte haben sich beide Seiten eine Einspruchsfrist bis 28. Juli vorbehalten. „Angesichts der komplexen Details gibt es noch Beratungs- und Abstimmungsbedarf“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Ott.

Die Gewerkschaft ver.di vertritt vor allem die Beschäftigten der Bodendienste. Die parallel laufenden Verhandlungen für das Kabinenpersonal mit der Spezialgewerkschaft UFO waren Ende vergangener Woche ohne Ergebnis unterbrochen worden. Zuletzt hatte sich die Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Cockpit unter anderem auf eine Nullrunde für zwei Jahre geeinigt.

dpa

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