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Deutschland / Welt Warum die Angst im Westen vor Huawei so groß ist
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12:15 07.12.2018
An den Börsen wächst die Angst vor einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Quelle: Ng Han Guan/AP/dpa
Frankfurt

Die Festnahme einer Managerin des chinesischen Mobilfunk-Konzerns Huawei hat massive Verwerfungen nach sich gezogen. An den Börsen wächst die Angst vor einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Wir erläutern, warum im Westen die Angst vor Huawei so groß ist.


Womit verdient Huawei sein Geld?

Das Unternehmen mittlerweile der weltweit wichtigste Hersteller von Hardware für den Mobilfunk. Der Konzern stellt nicht nur Smartphones und Tablets her. Er baut vor allem seine Position bei Komponenten für Sende- und Empfangsanlagen aus. Zudem ist Huawei führend beim neuen Mobilfunktechnik 5G, die die digitale Kommunikation weltweit in den nächsten Jahren beherrschen wird.


Warum ist das Unternehmen gefährlich?

Unbestritten ist, dass Huawei von der chinesischen Regierung massiv unterstützt wird. Der Konzern gehört zu der handverlesenen Gruppe von Firmen, die für die Staatsführung von strategischer Bedeutung sind. Marktdominanz beim Mobilfunk ist das erklärte Ziel. Darüber hinaus gibt es den Verdacht, dass die Technik von Huawei für Spionage eingesetzt wird. Beweise existieren nicht. Unbestritten ist aber, dass es möglich ist, Daten, die mittels Huawei-Technik transportiert werden, abzusaugen. Seit geraumer Zeit warnen deshalb vor allem die US-Sicherheitsbehörden vor dem Unternehmen.


Warum ist gerade die US-Regierung so nervös?

Sie war auch schon vor der Wahl von Donald Trump nervös. Weil die Chinesen in vielerlei Hinsicht im Hightech-Sektor die Industriepolitik der USA imitieren. Giganten wie Google, Amazon oder Microsoft sind auch durch die indirekte Unterstützung des Staates so groß geworden. Und unter anderem die Snowden-Affäre hat zu Tage gefördert, wie die US-Sicherheitsbehörden diese Firmen nutzen, um sich weltweit riesige Datenmengen zu beschaffen: Wenn amerikanische Geheimdienste vor Huawei warnen, dann wissen sie sehr genau, worum es geht.


Welche Rolle spielt die Festnahme der Huawei-Managerin Meng Wanzhou im Handelsstreit mit den USA?

Sie ist als Signal gemeint. Meng, ist die Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei. Sie wurde in Kanada auf ein Ersuchen der USA inhaftiert – offenbar wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Das hat die US-Regierung Huawei schon mehrfach vorgeworfen. Doch es geht um mehr: Die Verhaftung geschah just am 1. Dezember, als Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping eine Art Waffenstillstand im Handelsstreit vereinbarten. Hier wiederholt sich ein Verhaltensmuster des US-Präsidenten: Er zeigt sich verhandlungsbereit, baut aber gleichzeitig eine Drohkulisse auf. Dazu passt, dass Trumps Sicherheitsberater John Bolton nun in einem Interview betont hat, dass Huawei nur eine von mehreren chinesischen Firmen sei, die man mit Besorgnis beobachte. Vieles spricht dafür, dass die USA von der chinesischen Regierung fordern, dass sie strategisch wichtige Firmen in jeder Hinsicht an die kurze Leine nimmt und deren Expansionsstreben bremst.


Wie geht es nun weiter?

Am Freitag steht zunächst einmal eine Anhörung vor einem Gericht in Vancouver an. Dabei geht es darum, ob Meng gegen eine Kaution auf freien Fuß kann.

Von Frank-Thomas Wenzel/RND

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