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Nachrichten Wirtschaft Die ersten Tests für Lkw-Verkehr ohne Fahrer laufen an
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18:53 07.10.2018
Auf dem hochmodernen Gelände des Hamburger Hafenbetreibers läuft schon jetzt vieles automatisch – nun will das Unternehmen auch autonome Lastwagen testen. Quelle: Thies Raetzke/HHLA
Hannover/Hamburg

Auf dem Gelände des Hamburger Hafenbetreibers HHLA soll der Lastwagenfahrer abschalten können und Pause machen. Wenn er das Container Terminal Altenwerder erreicht hat, kann er aus seinem Truck aussteigen – Be- und Entladung werden danach automatisch abgewickelt. So stellen sich die Hamburger Hafen und Logistik AG und die VW-Tochter MAN künftige Lieferungen und Abtransporte auf dem hochmodernen Areal in Altenwerder vor, auf dem der Güterumschlag schon jetzt weitgehend maschinell abläuft.

Wie gut eine solche Automatisierung des Lkw-Verkehrs im Arbeitsalltag funktionieren könnte, wollen die Unternehmen in den kommenden Jahren in dem Projekt „Hamburg Truck-Pilot“ ausprobieren. Doch auch während dieses Tests im Hafen soll in dem autonomen Lastwagen stets ein Mensch sitzen: Der Fahrer bleibt aus Sicherheitsgründen an Bord, um jederzeit eingreifen zu können. Dies gilt auch für die Fahrt auf der Autobahn 7 zwischen Soltau-Ost und Hamburg. Das Forschungsprojekt von HHLA und MAN sieht ebenfalls vor, dass auf dieser Strecke automatisierte, aber nicht völlig autonom fahrende Lastwagen unterwegs sein sollen – sofern das Vorhaben von den Behörden genehmigt wird. Beim niedersächsischen Verkehrsministerium liegt nach Angaben einer Sprecherin bisher kein Antrag auf eine solche Genehmigung vor.

„Wir wollen die Voraussetzungen eruieren, unter denen autonome Lkw auf dem Terminal eingesetzt werden können“, sagte ein HHLA-Sprecherin. Dazu haben die Firmen einen Kooperationsvertrag für das Forschungsvorhaben unterzeichnet. Dabei sollen zunächst zwei mit entsprechender Technik ausgestattete Prototypen-Lkw von MAN Truck & Bus erprobt werden. Bis die Fahrzeuge wirklich im Realeinsatz auf das Hafenareal und den rund 70 Kilometer langen Autobahnabschnitt geschickt werden könnten, dauert es aber noch einige Zeit. Zunächst soll die Technik auf einem MAN-Prüfgelände in München entwickelt und getestet werden. Mitte 2020 wollten die Firmen mit dem Versuchsbetrieb beginnen, erklärte MAN-Projektleiter Daniel Heyes. Dafür ist der Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2020 vorgesehen.

In dieser Zeit könne es dann vorkommen, dass Autofahrer auf der A7 automatisierten Lastwagen begegneten. In den Trucks sei jedoch immer ein geschulter „Sicherheitsfahrer“, betonte Heyes. Er soll zum Beispiel dann eingreifen und das Steuer übernehmen, wenn es auf der Autobahn eine Baustelle gibt, ein anderes Fahrzeug überholt werden soll oder sonst eine brenzlige Situation entstanden ist. Doch noch ist unklar, ob es zu solchen Testfahrten von Lastwagen kommen wird. Zuerst müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden – und dann die Sondergenehmigung von Behörden in den betroffenen Bundesländern eingeholt werden.

Nach Auskunft des Verkehrsministeriums in Hannover ist derzeit eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Ländern und der TÜVs damit befasst, einen Leitfaden für Genehmigungen von Test- und Pilotverfahren zum automatisierten Fahren zu erstellen. Man werde rechtzeitig auf die Behörden wegen der Genehmigung zugehen, hieß es bei MAN. Mit dem Testfeld Niedersachsen für automatisiertes und vernetztes Fahren zwischen Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter, das derzeit aufgebaut wird, hat das Projekt von HHLA und MAN nichts zu tun.

„Hamburg Truck-Pilot“ ist Teil einer vor zwei Jahren vereinbarten „Mobilitätspartnerschaft“ zwischen dem Volkswagen-Konzern und der Stadt Hamburg. Beide wollen gemeinsam neue Konzepte für „urbane Mobilität“ erarbeiten. Das Projekt von HHLA und MAN soll beim Weltkongress für Intelligente Verkehrs- und Transportsysteme (ITS) im Oktober 2021 in der Hansestadt präsentiert werden.

Von Dirk Stelzl

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