Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft „Teilzeitgesetz wird schwer umzusetzen für Firmen in Hannover“
Nachrichten Wirtschaft „Teilzeitgesetz wird schwer umzusetzen für Firmen in Hannover“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:46 16.06.2018
Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover. Quelle: IHK Hannover
Anzeige
Hannover

Was bedeutet das neue Gesetz zum Rückkehrrecht aus Freizeit für die Unternehmen in der Region Hannover? Im Interview äußert sich Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer.

Herr Dr. Schrage, was bedeutet das neue Gesetz zur Rückkehr aus Teilzeit für Ihre Mitgliedsbetriebe im Raum Hannover?

Grundsätzlich ist es ja bekannt, dass eigentlich fast alle Betriebe händeringend Fachkräfte suchen und, wenn sie welche haben, halten wollen. Auch deshalb sind sie bemüht, möglichst viel zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beizutragen. Andererseits ist die notwendige Flexibilität, die der Gesetzgeber jetzt einfordert, nur sehr schwer im betrieblichen Alltag umzusetzen.

Was heißt das konkret?

Wenn eine Mitarbeiterin – in den meisten Fällen handelt es sich ja derzeit bei diesen Beispielen derzeit um Frauen – zum Beispiel aus Familiengründen in Teilzeit wechselt, dann wird das Unternehmen eine zweite Person suchen, die ebenfalls als Teilzeitkraft die Aufgaben übernimmt – soweit am Arbeitsmarkt überhaupt jemand mit genau dieser Qualifikation verfügbar ist. Vor allem Unternehmen mit Beschäftigtenzahlen zwischen 45 und 200 Mitarbeitern aber bekommen ein Problem, wenn plötzlich eine von den beiden Teilzeitkräften oder sogar beide auf Vollzeit aufstocken wollen. Sie müssen sie sinnvoll beschäftigen und natürlich auch bezahlen, haben aber möglicherweise gar nicht den Bedarf dafür.

Und wie werden die Unternehmen das lösen?

Das kann ich noch nicht sagen – wir haben bisher keinerlei Erfahrungswerte mit dem Thema. Klar ist, dass das alles eine zusätzliche Bürokratie bedeutet und eine Flexibilität verlangt, die von Unternehmen bestimmter Größen eigentlich nicht geleistet werden kann. Deshalb ist die Verärgerung auf Unternehmensseite über dieses Gesetz relativ groß. Es wird ein Spagat, einerseits stabile Personalpolitik zu betreiben, andererseits die Vorgaben dieses geplanten Gesetzes umzusetzen.

Von Conrad von Meding

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Wirtschaft Programmierer-Festival  - Hackathon bei Talanx

Am Wochenende war im Atrium des Talanx-Glaspalastes in Hannover mehr Trubel als sonst wochentags, und auch die Atmosphäre war ungewöhnlicher als üblich. 120 vorwiegend junge Leute haben sich zum „Hackathon“ getroffen, einem Marathon für Hacker.

02.05.2018

Schon Ende 2018 soll die Salzförderung im Bergwerk Sigmundshall in Wunstorf enden. Die 730 Mitarbeiter sollen größtenteils Jobs an anderen Standorten bekommen. 

29.11.2017

Im Zuge der Audi-Razzia haben Ermittler in dieser Woche offenbar auch das Büro von VW-Chef Matthias Müller in Wolfsburg durchsucht. Dabei sollen Dokumente beschlagnahmt worden sein, berichtet die "Bild am Sonntag".

19.03.2017
Anzeige