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Niedersachsen Erfolgsgeschichte mit heftigen Rückschlägen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Erfolgsgeschichte mit heftigen Rückschlägen
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15:52 29.06.2018
Die Dax-Kurve ging schon mehrmals kräftig anch unten, aber gleichwohl hat sich der Index seit 1988 mehr als verzehnfacht. Quelle: dpa
Frankfurt

Handelskrieg, deutscher Koalitionsstreit, Europa-Sorgen – diese Mischung setzt auch dem deutschen Aktienmarkt zu. Die Kursschwankungen am Aktienmarkt haben sich in jüngster Zeit wieder merklich erhöht. Gerade an den vergangenen Tagen war dies am wichtigsten deutschen Aktienbarometer, dem Dax, gut ablesbar. Zum Wochenschluss konnte er sich immerhin wieder etwas von seinen Verlusten erholen.

Das Auf und Ab interessiert nicht nur deutsche Investoren. 30 Jahre nach seiner Einführung ist der Deutsche Aktienindex eines der wichtigsten Börsenbarometer der Welt – und auch gemessen an seiner Entwicklung eine Erfolgstory. Schließlich hat der Index seit dem ersten Handelstag am 1. Juli 1988 mit 1163 Punkten kräftig zugelegt: Zeitweise stand er deutlich höher als 13 000 Punkte. Am Freitag notierte er immerhin noch über 12 300 Punkten. Anleger mit langem Atem konnten also gut an dieser Entwicklung verdienen.

Bis zur Einführung des deutschen Leitindex, der die Kurs- und Dividendenentwicklung der 30 wichtigsten börsennotierten deutschen Unternehmen widerspiegelt, herrschte ein ziemliches Durcheinander: Es gab einen Index der „Börsen-Zeitung“, einen der Commerzbank, einen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

In den ersten Tagen firmierte der neue Index als „DAI“. „Dieser etwas hölzernen Bezeichnung fehlte allerdings in dem sich abzeichnenden digitalen Zeitalter Charme und Symbolkraft“, erläutert der ehemalige Dekabank-Chef Manfred Zaß, einer der Gründerväter des Dax in Frankfurt.. „Bulle, Bär und Ibis existierten bereits, da habe ich von Index nicht den ersten, sondern den letzten Buchstaben übernommen.“ Die Bezeichnung „Dax“ war geboren.

Für Konzerne ist der Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga oft ein Grund zur Freude. Ihre Attraktivität bei internationalen Investoren wie Versicherungen, Pensions- oder Investmentfonds steigt dadurch. Viele Profianleger orientieren sich bei ihren Entscheidungen am Dax. Über Auf- oder Abstieg entscheidet ein Arbeitskreis der Deutschen Börse regulär alle drei Monate. Kriterien sind Börsenumsatz und Börsenwert eines Unternehmens.

Immerhin 15 Konzerne sind nach Angaben der Deutschen Börse seit Juli 1988 ununterbrochen im Dax gelistet, darunter der Versicherer Allianz, BASF, Bayer, Deutsche Bank und Commerzbank sowie die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen. Dagegen verschwanden Namen wie Nixdorf, Deutsche Babcock, Kaufhof, Karstadt, Mannesmann oder Degussa zum Teil ganz von den Kurszetteln.

Im Dax selbst zeigten sich die teils extremen Marktschwankungen der vergangenen Jahrzehnte. Die New-Economy-Euphorie katapultierte den Index bis zum Jahr 2000 auf über 8000 Punkte. Als die Blase dann platzte, rutschte er bis auf 2202 Zähler am 12. März 2003. Rund 11 000 Punkte machte der Dax trotz teils heftiger Rückschläge seitdem gut. Die Marke von 13 000 Punkten knackte er erstmals am 12. Oktober 2017.

Vor allem bei Investoren aus dem Ausland stehen Dax-Unternehmen hoch im Kurs. Ende vergangenen Jahres hielten sie nach Berechnungen des Beratungsunternehmens EY durchschnittlich 53,7 Prozent der Anteilsscheine der 30 Konzerne. Der Großteil der Dax-Aktien ist im Besitz von Profi-Anlegern wie Fonds oder Versicherungen. Privatleute halten EY zufolge durchschnittlich lediglich 11 Prozent der Papiere. Der Absturz der als „Volksaktie“ angepriesenen Papiere der Deutschen Telekom und das Platzen der New-Economy-Blase haben viele Anleger in Deutschland nachhaltig verschreckt.

Von Friederike Marx und Jörn Bender

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