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3200 Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Niedersachsen 3200 Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Die niedersächsische Wirtschaft bietet mehr Ausbildungsplätze an – und hat oftmals Mühe, ausreichend Nachwuchskräfte zu finden. Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen ist gegenüber dem Vorjahr zwar um 8 Prozent zurückgegangen, dennoch haben viele Betriebe nicht genügend Auszubildende einstellen können. 

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"Auszubildende - nicht Ausbildungsplätze sind Mangelware": Viele Firmen haben Mühe, geeignete Nachwuchskräfte zu finden.

Quelle: dpa

Hannover. Bis Ende September haben die Unternehmen des Landes den Arbeitsagenturen rund 57 500 Ausbildungsplätze gemeldet. Dies sind 2100 Lehrstellen oder 4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte.

Dass davon rund 3200 Lehrstellen nicht vergeben werden konnten, sei „alarmierend“, betonten die Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN). „Die Zahl der unbesetzten Stellen ist weiterhin viel zu hoch und hat sich im Vergleich zu 2009 verdoppelt“, sagte UVN-Hauptgeschäftsführer Volker Müller. Zudem sei die Bewerberzahl im vorigen Jahr leicht zurückgegangen. Mangelware seien nicht Ausbildungsplätze, sondern Auszubildende.

Arbeitslosigkeit auf 25-Jahres-Tief

Der Herbstaufschwung und die stabile Konjunktur haben dem deutschen Arbeitsmarkt einen goldenen Oktober beschert. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit auf 2,54 Millionen – weniger Menschen ohne Job hatte es zuletzt vor 25 Jahren kurz nach der Wiedervereinigung gegeben. Damit waren zuletzt 68 000 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im September und 109 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent zurück.

Auch in Niedersachsen ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Im Oktober waren 243 183 Männer und Frauen ohne Job – 1,7 Prozent weniger als im September. Die Arbeitslosenquote betrug 5,8 Prozent und blieb damit auf Vorjahresniveau. Am höchsten war die Quote mit 7,2 Prozent in der Region Hannover – gefolgt etwa von Braunschweig-Goslar (6,8 Prozent) und Oldenburg-Wilhelmshaven (6,5 Prozent). Am niedrigsten war die Arbeitslosigkeit im Bezirk Nordhorn mit der Grafschaft Bentheim und dem Landkreis Emsland mit jeweils 3,5 Prozent.

Gleichwohl gebe es auch „viele Bewerber, die nicht zum Zug kommen“, sagte Klaus Stietenroth, Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen und Bremen. Zwar ging die Zahl der unversorgten Jugendlichen um 21 Prozent zurück – trotzdem haben 1900 junge Frauen und Männer in Niedersachsen in diesem Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen. Dass nach wie vor viele Jugendliche leer ausgingen, hänge auch mit regionalen Unterschieden bei der Wirtschaftsstruktur und dem Stellenangebot zusammen.

Die Arbeitsagentur will ihre Beratungsangebote für Jugendliche ausbauen – etwa durch Jugendberufsagenturen, die junge Menschen beim Einstieg in die Ausbildung unterstützen. In 32 Landkreisen und kreisfreien Städten, darunter Garbsen und Salzgitter, seien solche Einrichtungen bereits etabliert, 13 weitere sind in Planung.

Die Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft sei hoch, betonten die Unternehmerverbände. Notwendig seien Maßnahmen, um unbesetzte Ausbildungsplätze und unversorgte Bewerber besser zusammenzubringen. UVN-Hauptgeschäftsführer Müller forderte – neben einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft – mehr Unterstützung von Firmen, die sich auch schwächeren Bewerbern öffneten. Wer die nötige Ausbildungsreife mitbringe, örtlich und bei der Berufswahl flexibel sei, habe gute Chancen, eine Ausbildung zu finden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hingegen beklagt, dass es weiterhin zu wenige betriebliche Ausbildungsplätze gebe. Vor allem für Hauptschüler und Menschen mit Migrationshintergrund sei es schwerer, eine Lehrstelle zu ergattern. Rund 40 000 Jugendliche im Land steckten in „zahllosen Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung“ fest. „Die Betriebe müssen stärker in die Ausbildung von Fachkräften investieren und sollten auch denjenigen eine Chance geben, die schlechtere Ausgangsbedingungen haben“, sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Lars Niggemeyer – und ergänzte: „Der letzte Woche im Landtag beschlossene Einstieg in eine Ausbildungsgarantie ist der richtige Schritt.“

Von Isabell Rollenhagen

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