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Abgas-Skandal: VW-Bulli noch Monate nicht lieferbar

T6 von Volkswagen Abgas-Skandal: VW-Bulli noch Monate nicht lieferbar

Kunden und Händler tappen weiter im Dunkeln. Noch immer ist unklar, warum die T6-Modelle mit Dieselmotoren und Pkw-Zulassung mehr Abgase ausstoßen als zulässig.

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 Der T6 von Volkswagen ist eines der erfolgreichsten Modelle.
 

Quelle: picture alliance / dpa-tmn

Hannover.  Die Auslieferung von Modellen des Multivans T6 mit Dieselmotoren und Pkw-Zulassung verzögert sich mindestens bis Mitte Februar. Nach Angaben von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) soll in den nächsten sechs bis acht Wochen ein Software-Update für die Motorsteuerung entwickelt werden, um die Abgas-Grenzwerte einzuhalten. „Die jetzt noch notwendigen Test-, Bestätigungs- und Behördenverfahren erfordern einen Zeitraum von rund sechs bis acht Wochen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag in Hannover.

Ende November hatte man bei Nachprüfungen in der Produktion festgestellt, „bestimmte technische Werte“ bestimmter Bulli-Modelle nicht mit den Vorgaben der Behörden übereinstimmten. Für den T6 gibt zwei Zulassungen: Für die Transporter-Variante gilt die sogenannte N1-Zulassung für Nutzfahrzeuge mit höheren Stickoxid-Grenzwerten. Diese Modelle dürfen 125 Milligramm Stickoxid pro Kilometer ausstoßen und sind von dem Lieferstopp nicht betroffen. Die Bulli-Pkw-Modelle müssten bei der Pkw- (M1)-Zulassung niedrigere Grenzwerte von 80 Milligramm je Kilometer einhalten. Diese Marke wurde bei dem internen Test offenbar überschritten. 

VW stellt die sechste Generation des Transporters vor: Das ist der T6.

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Das Kraftfahrt-Bundesamt hat daraufhin weitere Untersuchungen gefordert und VWN mitgeteilt, „dass eventuelle Grenzwertüberschreitungen einen sofortigen Auslieferungsstopp, beziehungsweise für bereits ausgelieferte Fahrzeuge eine verpflichtende Rückrufaktion zur Folge hätten“, wie die Behörde auf Anfrage erklärte. Volkswagen hat daraufhin die Auslieferung gestoppt und angeboten, das Problem so schnell wie möglich per Software-Update zu lösen.

Seither warten Händler und Kunden auf nähere Informationen – diese seien immer noch spärlich, hieß es in einem hannoverschen Autohaus. In einem Schreiben habe VWN lediglich mitgeteilt, dass beim T6 keine „Schummel-Software“ zur Manipulation der Abgassteuerung installiert worden sei. Stattdessen sei es zu „Abweichungen im Produktionsprozess“ gekommen. Was das konkret bedeutet, wollte der VWN-Sprecher nicht sagen.

Offen ist, wie Volkswagen mit bereits ausgelieferten Modellen der aktuellen Bulli-Serie umgehen will. In der Zentrale in Stöcken hofft man darauf, dass das  Kraftfahrt-Bundesamt keinen Rückruf anordnet.  Ab Anfang Januar werde untersucht, „inwieweit  auch Feldfahrzeuge im Rahmen einer Service-Aktion mit der neuen Software versehen werden sollen“, hieß es am Montag.

Der Bulli ist das erfolgreichste Modell  von VWN. Seit Einführung der TDI-Motoren wird der T6 überwiegend als Selbstzünder ausgeliefert. Es gibt ihn als geschlossenen Transporter, mit Pritsche, als Personenwagen und als Wohnmobil. Im vergangenen Jahr hatte VWN die Produktion aufgestockt, um der hohen Nachfrage nachzukommen. 2016 wurden 170.000 Modelle des T6 in Hannover produziert. Vom Diesel-Bulli mit Pkw-Zulassung hat VWN knapp 70 000 Fahrzeuge hergestellt. 

 

Von Jens Heitmann

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