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Agrarbranche ist so stabil wie lange nicht

Starke Industrie Agrarbranche ist so stabil wie lange nicht

Die Agrarbranche ist im Aufschwung: Die Fabriken sind ausgelastet und der Export brummt. Die Landwirtschaft sieht sich als Treiber der Digitalisierung und Acker-Apps gewinnen immer mehr an Bedeutung. Entsprechend zuversichtlich sind die Unternehmen.

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Bei der Agritechnica in Hannover trifft sich in dieser Woche die Landwirtschaftsbranche – die Laune ist gut.

Quelle: Hauke-Christian Dittrich

Hannover. Der Agrarbranche geht es so gut wie lange nicht mehr. Mit Ausnahme der Entwicklungsländer hat sich die Landwirtschaft in allen großen Märkten von der Rezession der vergangenen drei Jahre erholt. „Unsere Industrie kommt mit ordentlichem Rückenwind nach Hannover“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Landtechnik, Bernd Scherer, am Montag beim Auftakt der Agritechnica. Zur weltgrößten Branchenmesse erwarten die Veranstalter bis Sonnabend mehr als 400 000 Besucher und rund 2800 Aussteller.

Für den wiedergewonnenen Optimismus macht der VDMA vor allem die Erholung der Milchpreise veranwortlich. In der Folge hätten sich auch die Futtermittel verteuert - beides fördere die Investitionsbereitschaft bei den Bauern, sagte Scherer. Die deutschen Landmaschinen- und Traktorenbauer rechnen für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus von 6 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro, für 2018 sollen noch einmal 4 Prozent hinzukommen. „Wir erleben kein kurzfristiges Hoch“, sagte Scherer.

Zufrieden zeigt sich die Branche auch mit der Schweinehaltung. Angebot und Nachfrage hätten sich auf einem stabilen Niveau eingependelt, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Reinhard Grandke. Das sorge aktuell für „feste Preise“. Allerdings könnte eine steigende Erzeugung in China und in den USA die hiesigen Schweinehalter unter Druck setzen, hieß es.

Die Agritechnica, die große Leitmesse rund um technische Innovationen in der Landwirtschaft, hat begonnen.

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Mit Blick auf die Entwicklung beim Getreide sind die Beobachter zwiegespalten. Auch aufgrund einer Rekordernte in der Schwarzmeer-Region werde die Produktion in diesem Jahr den weltweiten Bedarf übertreffen, sagte Grandke. Zudem seien die Lager noch gut gefüllt: „Große Preisanstiege sind deshalb unwahrscheinlich.“

Gleichzeitig versetzt die gute Ernte in Russland und der Ukraine die Landwirte dort jedoch in die Lage, ihren Maschinenpark auf den neuesten Stand zu bringen - und davon profitieren in erster Linie die Hersteller in Westeuropa. Mit einem Weltmarktanteil von 27 Prozent liegen sie vor der Konkurrenz aus China und Nordamerika. Für das laufende Jahr erwartet die Branche weltweit einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro - und damit wieder auf einem Niveau wie vor der Krise.

Vorreiter bei Digitalisierung

Entsprechend zuversichtlich sind die Unternehmen. „Die Industrie bewertet ihre aktuelle Situation mit Bestnoten“, sagte VDMA-Sprecher Scherer. Auftragseingänge und auch die Bestände hätten Höchststände erreicht. Die Auslastung der europäischen Fabriken liege auf dem Niveau des „Ausnahmejahres 2013“. Die Konkurrenten in Nordamerika hingegen warten noch auf eine Trendwende - „deren Durststrecke ist noch nicht zu Ende“, sagte Scherer.

Die Agrarbranche sieht sich inzwischen als Vorreiter bei der Digitalisierung. „Wir sind Innovationsführer in den Bereichen Steuertechnik, Analyse von Daten und deren Verknüpfung“, sagte DLG-Hauptgeschäftsführer Grandke. „Landwirtschaft 4.0 ist damit auch ein Treiber für Industrie 4.0.“ Mehr als 80 Prozent der Neuheiten bei der Agritechnica beruhten auf digitalen Vernetzungsideen.

Laut einer Befragung nutzen Bauern zunehmend Apps zur Betriebsführung und in der Produktion. Vorherrschend sei aber immer noch die auf dem Betriebsrechner installierte Software, hieß es. Zugriffe über das Internet auf Angebote auf anderen Servern seien noch weniger verbreitet. Die DLG erwartet jedoch, dass auch Landwirte solche sogenannten Cloud-Lösungen für sich entdecken - sofern die Netze das zulassen.

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