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Almex will wieder ein Start-up sein

Nachfolger von Höft & Wessel Almex will wieder ein Start-up sein

Die Krawatten hängen wieder im Schrank, die Mitarbeiter bekommen frisches Obst und kostenlose Getränke: Unter dem Namen Almex tüftelt die verbliebene Belegschaft von Höft & Wessel in der neuen Heimat am Rande des Messegeländes an Ticketautomaten und mobilen Datenerfassungsgeräten wie ehedem – nur unter anderen Voraussetzungen.

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Setzt auf digitale Beratung der Zukunft: Almex-Chef Thomas Dibbern.

Quelle: von Ditfurth

Hannover. Die Konferenzräume stehen leer, der Empfang ist verwaist, in der Kantine immerhin ist wieder Betrieb – zumindest hinter der Theke: Die Hannoverschen Werkstätten wollen das Betriebsrestaurant in der früheren Zentrale von Höft & Wessel neu beleben. Draußen wirbt ein Makler mit einem Großplakat um neue Mieter, erst wenige Klingelschilder sind vergeben: Nach der Insolvenz der früheren Hausherren stehen die Interessenten für die Immobilie im Laher Gewerbegebiet offenbar nicht gerade Schlange.

Die ehemaligen Bewohner sind weitergezogen – mehr oder weniger ans andere Ende der Stadt, so als wollten sie möglichst viel Abstand gewinnen: Unter dem Namen Almex tüftelt die verbliebene Belegschaft von Höft & Wessel in der neuen Heimat am Rande des Messegeländes an Ticketautomaten und mobilen Datenerfassungsgeräten wie ehedem – nur unter anderen Voraussetzungen.

„Wir versuchen jetzt wieder, ein Start-up zu sein“, sagt Geschäftsführer Thomas Dibbern. Äußerlich ist das schon sichtbar: Die Duz-Kultur ist zurück, die Krawatten hängen wieder im Schrank, kostenlose Getränke für die Mitarbeiter sind ebenso vorhanden wie frisches Obst.

Mutterkonzern sitzt in Singapur

So ähnlich hatten auch die Unternehmensgründer Michael Höft und Rolf Wessel einmal angefangen, nur dass es für diese Art von Unternehmen vor 40 Jahren noch kein eigenes Genre gab. Ihren Durchbruch schafften die beiden Gründer mit einem Großauftrag der Deutschen Bahn: 1998 ging die Firma an den Neuen Markt, kaufte mit dem Geld aus dem Börsengang einen Automatenhersteller in England – und schlitterte schon bald darauf von einer Krise in die nächste.

Zwischen 2007 und 2014 sank der Umsatz um fast die Hälfte auf 57 Millionen Euro. Am Ende häuften sich die Verluste – der Einstieg des als Sanierers bekannten Düsseldorfer Investors Droege sorgte bei den verbliebenen Aktionären kurzzeitig für Hoffnung. Sogar von einem Durchmarsch in den M-Dax war anfangs die Rede. Doch der Neustart unter dem Namen Metric Mobility Solutions brachte nicht die erhoffte Wende zum Besseren – Ende Juni 2016 folgte die Pleite.

Von ursprünglich 400 Mitarbeitern sind bei Almex noch 120 dabei – weitere 170 Stellen sind bei der britischen Schwesterfirma erhalten geblieben. Beide Unternehmen gehören seit Oktober vergangenen Jahres zum Automatenspezialisten Dutech Holdings aus Singapur, der damals dafür einen einstelligen Millionenbetrag zahlte. „Das war aber nur der Anfang“, sagt Geschäftsführer Dibbern: „Unser Mutterkonzern investiert massiv in den neuen Standort.“

Während seinerzeit Höft & Wessel als kleiner Konzern agierte und sich immer selbst helfen musste, kann Almex heute auf Unterstützung aus Fernost bauen: „Wir sind jetzt Teil einer Tech-Gruppe“, erklärt Dibbern. Anders als früher verfüge man heute über eine eigene Fertigung in Deutschland und China – das reduziere die Lieferfristen und erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit. Zudem helfe Dutech bei der Vorfinanzierung wichtiger Projekte.

Die ersten Neuentwicklungen kann Almex bereits vorzeigen – Ticketautomaten mit verbesserter Münzverarbeitung, einen Fahrkarten-Entwerter, der auch mit einer Kreditkarte funktioniert, oder ein schlankeres Datenerfassungsgerät für den Handel, das ohne die übliche Ausbuchtung für den Scanner auskommt. „Das hätten wir in der kurzen Zeit allein nie geschafft“, sagt Dibbern.

Bei Almex ist man sich aber bewusst, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis das Geschäft wieder die Größenordnung von Höft & Wessel erreichen kann.

„Wir wollen wachsen, aber nicht gleich wieder nach den Sternen greifen“, sagt Geschäftsführer Dibbern. Zum Glück habe ein Großteil der alten Kunden dem Nachfolge-Unternehmen die Treue gehalten. Für das laufende Jahr peilt die Firma einen Umsatz von knapp 20 Millionen Euro an – von einem Gewinn ist noch nicht die Rede.

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