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Althusmann fordert Klarheit von Faurecia

Autozulieferer Althusmann fordert Klarheit von Faurecia

Der französische Autozulieferer denkt darüber nach, seine Entwicklung von Stadthagen und Peine nach Hannover zu verlagern. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann fordert nun endlich klare Aussagen – es geht auch um Fördermittel.

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Hannover.  Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) drängt den Autozulieferer Faurecia zu klaren Aussagen über die Zukunft seiner niedersächsischen Standorte. „Wir erwarten bis spätestens März kommenden Jahres eine tragfähige Entscheidung von Seiten des Konzerns“, sagte er am Mittwoch. „Die bisherige Hängepartie muss beendet werden, die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit, ob der Standort Stadthagen dauerhaft gestärkt wird.“

Auch der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger erhöhte den Druck auf das Unternehmen. „Ich erwarte von der Konzernleitung, dieses zynische Spiel mit den Existenzen vieler Beschäftigter und ihrer Familien zu unterlassen und sich stattdessen klar zum Standort Stadthagen zu bekennen“, sagte er.

Hintergrund der Forderung ist eine seit Jahren dauernde Hängepartie: Zuerst wollte Faurecia seinen bestehenden Standort in Stadthagen für rund 35 Millionen Euro ausbauen. Ende 2016 legte der Konzern diese Pläne aber auf Eis. Vor einer Woche teilte er dann überraschend ganz neue Überlegungen mit. Die Autositz-Entwickler aus Stadthagen und die Interieur-Entwickler des Standorts Peine könnten an einen – noch zu findenden – neuen Standort in der Region Hannover versetzt werden, hieß es. „Wir rechnen derzeit damit, dass die Entscheidung im Laufe des Jahres 2018 fallen wird“, erklärte Faurecia am Mittwoch.

Fördermittel könnten verfallen

Das Hin und Her von Faurecia ärgert das Wirtschaftsministerium auch deshalb, weil es seit 2015 Fördermittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro für das damals angekündigte neue Forschungs- und Entwicklungszentrum in Stadthagen bereit. Wenn Faurecia diese Mittel nicht abruft, könnten sie theoretisch verfallen und auch nicht mehr anderen niedersächsischen Firmen zur Verfügung gestellt werden.

Althusmann stellt nun Faurecia in Aussicht, den Bewilligungszeitraum letztmalig bis Ende 2020 zu verlängern – falls das Unternehmen sich für Stadthagen entscheidet. Im Landkreis Schaumburg kann die Förderung relativ hoch ausfallen. In anderen niedersächsischen Regionen gäbe es gar keine oder geringere Fördermittel für das Vorhaben.

Der Betriebsratsvorsitzende von Faurecia in Stadthagen, Ali Umutlu, lobte das Wirtschaftsministerium dafür, den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen. „Die Geschäftsleitung hat es innerhalb von drei Jahren nicht geschafft, eine Entscheidung zu fällen“, sagte er. 

Eine Wegzug der Forschung und Entwicklung aus Stadthagen wäre eine Katastrophe für die Stadt, sagte Umutlu. „Ansonsten gibt es hier kaum noch große Arbeitgeber.“ Seinem Eindruck nach wäre außerdem nur die Hälfte der Mitarbeiter dazu bereit, nach Hannover zu pendeln. Das Unternehmen riskiere, durch den Umzug wichtige Spezialisten zu verlieren. 

Über 1000 Mitarbeiter in Stadthagen, über 500 in Peine

Faurecia beschäftigt in Stadthagen circa 1000 Menschen, davon arbeiten nur rund 100 in der Produktion, rund 600 in der Forschung und Entwicklung, der Rest in Bereichen wie Einkauf, IT und Vertrieb. In Peine hat Faurecia rund 370 Angestellte in der Produktion und rund 120 Entwickler. Bis Ende 2018 will Faurecia in Stadthagen 34 und in Peine 27 Stellen streichen, weil das externe Rechnungswesen nach Portugal verlagert wird.

Faurecia ist laut einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Berylls der zehntgrößte Autozulieferer der Welt. Er hat weltweit rund 100.000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es rund 7000. Das Geschäft gliedert sich in die drei Bereiche Autositze, Interieurs und Abgasreinigung. Einer der wichtigsten Kunden ist VW. Im Geschäftsjahr 2016 stagnierte der Umsatz bei knapp 19 Milliarden Euro, aber Faurecia konnte seinen Gewinn um 70 Prozent auf knapp 640 Millionen Euro steigern.

Von Christian Wölbert

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