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Niedersachsen Was ist los bei Sennheiser?
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06:27 23.11.2017
Werden bei vielen Konferenzen genutzt: Mikrofone von Sennheiser. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Ausgerechnet am vergangenen Freitag gab die Unternehmensberatung Ernst & Young bekannt, wer in diesem Jahr den von ihr vergebenen „Ehrenpreis für die vorbildliche und erfolgreiche Führung eines Familienunternehmens“ erhält: Andreas und Daniel Sennheiser. Ihr Unternehmen stehe nicht nur für wegweisende Technik, sondern auch für faire Arbeitsbedingungen und ein breites soziales Engagement, hieß es in der Laudatio.

Es war derselbe Freitag, an dem der Audio-Konzern aus der Wedemark überraschend einen Stellenabbau ankündigte. „Die Einführung der neuen Struktur hat auch zur Folge, dass Positionen entfallen“, teilte eine Firmensprecherin mit. Außerdem wurde bekannt, dass Sennheiser schon einige Mitarbeiter freigestellt hatte.

Fotostrecke Wedemark: Sennheiser: Suche nach dem perfekten Sound

Zwei Nachrichten, die nicht zueinander passen: einerseits Vorzeigefirma, andererseits Stellenstreichungen. Was ist los bei dem 1945 gegründeten Familienunternehmen, das in den vergangenen Jahren so kräftig gewachsen war und viele neue Mitarbeiter eingestellt hatte?

Sennheiser verrät weiterhin nicht, wie viele Arbeitsplätze nun wegfallen sollen. Bekannt ist nur ein „Einsparziel“ in Höhe von 25 Millionen Euro, das durch Stellenstreichungen, Überstundenabbau sowie eine Verringerung anderer Kosten erreicht werden soll. Die vagen Aussagen verunsichern die Mitarbeiter: Vielleicht geht es um eine zweistellige Zahl von Stellen - vielleicht aber auch um mehr.

Auch die Gewerkschaft IG Metall tappt im Dunkeln: „Wir wissen selber noch nichts“, sagte eine Sprecherin. Sie rechne damit, dass die Geschäftsleitung nächste Woche mehr Informationen preisgeben werde. Der Betriebsrat war für Fragen nicht erreichbar.

Sennheiser bekräftigte am Mittwoch lediglich, dass Trennungen einvernehmlich erfolgen sollten, zum Beispiel durch Aufhebungsverträge oder Vorruhestand. Im nächsten Satz heißt es allerdings: „Sollten entsprechende Einigungen nicht möglich sein, ist leider eine betriebsbedingte Kündigung unumgänglich.“

Diejenigen, denen man bereits gesagt hat, dass sie nicht mehr benötigt würden, fühlen sich überrumpelt und verletzt. Es habe vor allem langjährige Mitarbeiter getroffen, berichten sie. Manche seien mehr als 15 Jahre lang dabei gewesen. Sie hätten sich stets als „Teil einer großen Familie gefühlt“. Dann habe man sie plötzlich zu einem Personalgespräch zitiert - und umgehend heimgeschickt.

Sennheiser erklärte dazu: „Da der Aufgabenbereich der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entfällt beziehungsweise umfangreich reduziert wird und uns bewusst ist, dass die Situation für die Betroffenen sehr belastend ist, werden sie noch am selben Tag freigestellt.“ Jedes Gespräch werde vom Betriebsrat begleitet.

Sennheiser begründet den Abbau mit einer Neuorganisation des Unternehmens, durch die man „schneller und effizienter“ werden will. Es gehe auch darum, „Arbeitsplätze für den Großteil der Belegschaft langfristig zu sichern“.

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