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Wirtschaft: Die Digitalisierung geschieht zu langsam

Apell zum Cebit-Start Wirtschaft: Die Digitalisierung geschieht zu langsam

Zum Start der Cebit appellieren die Unternehmen an die deutsche Politik und Gesellschaft: "Deutschland muss lernen, die digitale Welt zu verstehen". Angela Merkel und Japans Premierminister Shinzo Abe eröffneten die Cebit am Sonntag in Hannover. 

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Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Der deutschen Wirtschaft geht die Digitalisierung nicht schnell genug. Vor allem von der Bundesregierung verlangt sie mehr Tempo. In den Unternehmen gehe der rasante Wandel in der Informations- und Telekommunikationstechnik zwar spürbar voran, sagte der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Thorsten Dirks, am Sonntag zur Eröffnung der Fachmesse Cebit in Hannover. Mit neuen Technologien allein aber sei es nicht getan: „Es geht um ein besseres Verständnis davon, wie das Digitale die Welt verändert – und wie wir diese Veränderung gestalten können.“Auf der Cebit, die am Abend von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem japanischen Premierminister Shinzo Abe eröffnet wurde, präsentieren sich rund 3000 Aussteller aus 70 Ländern, die Veranstalter erwarten rund 200 000 Besucher.Nach Einschätzung der Branche steht Deutschland der digitalen Herausforderung in vielen Bereichen noch eher hilflos gegenüber – besonders in der Bildung. Dass Computer und Tablets zur Grundausstattung von Schulen gehören, habe sich inzwischen als Erkenntnis etabliert, sagte Dirks. „Aber der größte Hemmschuh der digitalen Bildung in der Schule ist der Lehrer.“An Geschwindigkeit fehlt es der Wirtschaft auch beim Ausbau der Leitungsnetze. Trotz der Bemühungen um den Ausbau der digitalen Infrastruktur hinke Deutschland in Europa bei der Internetgeschwindigkeit mit durchschnittlich 14 Megabit pro Sekunde hinterher, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf.Das von der Bundesregierung verfolgte Ziel, vom nächsten Jahr deutschlandweit ein Übertragungstempo von 50 Megabit pro Sekunde zu erreichen, kann nach Einschätzung des BDI nur ein Etappenziel sein. „Politik und Wirtschaft müssen die Investitionen deutlich erhöhen, um bis 2025 flächendeckend Gigabit-Infrastrukturen im Fest- und Mobilnetz verfügbar zu machen“, forderte Kempf. Allein eine um ein Prozent schnellere durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit in Deutschland würde das Bruttoinlandsprodukt um knapp 2 Milliarden Euro pro Jahr erhöhen.Auf der Cebit wollen die Aussteller zeigen, wie die Digitalisierung den Alltag verändert. „Es ist, als würden Feuer und Rad, Buchdruck und Webstuhl, Dampfmaschine und Ottomotor gleichzeitig erfunden“, sagte Bitkom-Chef Dirks. Die Begeisterung dafür müssten die Unternehmen noch stärker in die Gesellschaft tragen.Hilfe erhofft man sich dabei in diesem Jahr auch vom Partnerland Japan. Weil der demografische Wandel in Fernost schon weiter fortgeschritten ist als hierzulande, sind dort bereits Roboter im Einsatz, die Älteren und Pflegebedürftigen bei der Verrichtung alltäglicher Aufgaben helfen.

Der Leitartikel zum Cebit-Start

 

Die Cebit erfindet sich neu – wieder einmal, schreibt HAZ-Redakteur Jens Heitmann.

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Bundeskanzlerin bei Messestart
von links: Japans Premier Shinzo Abe, Kanzlerin Angela Merkel und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Technologiemesse CeBIT mit dem eindringlichen Appell eröffnet, vom digitalen Wandel verunsicherte Menschen nicht zu missachten. Vom Partnerland Japan kommt eine Einladung zum digitalen Schulterschluss. 

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