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Niedersachsen Annika Falkengren wird erste Frau im Aufsichtsrat
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Annika Falkengren wird erste Frau im Aufsichtsrat
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14:47 26.02.2011
Von Stefan Winter
Quelle: dpa

Damit bekommt der Großaktionär Katar einen zweiten Sitz, nachdem Al-Kuwari bisher schon als Gast an den Sitzungen teilgenommen hat. Da sich Porsche, Niedersachsen und Katar einig sind, ist die Wahl der neuen Aufseher sicher.

Die beiden Plätze auf der zehnköpfigen Kapitalseite werden frei, weil RWE-Chef Jürgen Großmann und der frühere e.on-Vorstand Michael Gaul nicht wieder zur Wahl antreten. „Das ist hart für die beiden“, hieß es am Freitag in Aufsichtsratskreisen, aber beide hätten sich „sehr kooperativ“ verhalten. Seit Monaten war vor allem über Großmann spekuliert worden. Sein Verhältnis zum Vorsitzenden Ferdinand Piëch soll strapaziert sein, seit er sich 2009 gegen die Verschmelzung von VW und Porsche wandte. So dürfte es Piëch als eine glückliche Fügung empfinden, dass gerade diese beiden Mandate auslaufen, während Platz für zwei Neue gebraucht wird.

Es sei Zeit für die erste Frau auf der zehnköpfigen Kapitalseite, hatte der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) erst vor einigen Wochen erklärt. Am Tag vor der Sitzung präsentierte Piëch den anderen Aufsehern seine Kandidaten: Annika Falkengren, 47 Jahre alt, Mutter einer Tochter und bei der Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) zwischen 1987 und 2005 vom Trainee zur Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen.

Als „offen, direkt und überhaupt nicht konfliktscheu“ beschrieb sie das „Manager Magazin“, schlicht „sensationell“ findet sie einer ihrer künftigen Mit-Aufseher. Falkengren hat als Chefin von rund 20 000 SEB-Mitarbeitern Führungsstärke bewiesen, ist im Gegensatz zu den meisten anderen VW-Aufsehern ausgewiesene Finanzexpertin und spricht deutsch. Der deutsche Markt gehört allerdings nicht zu ihren Erfolgsgeschichten: Das hiesige Privatkundengeschäft der SEB kam nie recht in Fahrt und wurde gerade an die spanische Santander verkauft.

„Schwedische Expertise ist jetzt ja nicht schlecht“, hieß es am Freitag in Konzernkreisen mit Blick auf die schwedische Tochter Scania und die geplante Fusion des Lkw-Herstellers mit MAN. Dabei dürfte es um mehr als nur schwedische Sprachkenntnisse gehen. Die SEB ist nämlich Dreh- und Angelpunkt im Industrieimperium der Wallenberg-Familie – zu dem nach wie vor auch eine maßgebliche Beteiligung an Scania gehört.

Piëch hat seit Jahrzehnten enge Kontakte zu den Wallenbergs, die auch weiterhin ein gewichtiges Wort bei allen Scania-Plänen mitsprechen. Dass der Lkw-Bauer seit dem VW-Einstieg vor zehn Jahren stets ein ausgeprägtes Eigenleben führte und daran auch nach der Mehrheitsübernahme durch VW nichts geändert hat, wird in der Branche vor allem mit Zusagen Piëchs an die Wallenbergs erklärt. Offenbar verzichte VW bewusst auf Dominanz. Was auch immer der Volkswagen-Patriarch nun also mit Scania vor hat – die wichtigste Managerin der Wallenbergs ist dabei.

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