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Arbeitgeber: Metaller-Streiks kosten Firmen Millionen

Tarifkonflikt Arbeitgeber: Metaller-Streiks kosten Firmen Millionen

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie wird der Tonfall schärfer. Die Arbeitgeber kritisieren, dass die 24-Stunden-Streik die betroffenen Unternehmen Millionen kosteten.  Am Montag wollen IG Metall und Arbeitgeber weiter verhandeln.

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Quelle: dpa

Hannover. Die 24-Stunden-Streiks der vergangenen Woche haben erster Schätzungen zufolge bei den betroffenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie zu Umsatzeinbußen in Millionenhöhe geführt. Die Arbeitgeber hoffen deshalb auf einen Durchbruch bei den Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall, die voraussichtlich am Montag in Stuttgart fortgeführt werden. 

„Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch. Wir haben der IG Metall Brücken gebaut“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Niedersachsenmetall. Je nach Ausgang der Gespräche in Stuttgart könnten sich die Tarifparteien bald auch in Hannover wieder treffen. „Die IG Metall muss sich endlich bewegen, vor allem bei dem kritischen Punkt Teillohnausgleich“, forderte Schmidt.

„24-Stunden-Streiks sind sehr, sehr teuer“

Nach Angeben des Verbands haben die bestreikten niedersächsischen Mittelständler jeweils mehrere hunderttausend bis knapp eine Million Euro Umsatz verloren, je nach Unternehmensgröße. „Die 24-Stunden-Streiks sind für unsere Unternehmen sehr, sehr teuer“, hieß es. 

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt die Umsatzeinbußen pro Unternehmen auf 1,8 Millionen Euro, wenn 1000 Mitarbeiter die Arbeit niederlegen. „Die Streikkosten sind enorm“, sagte IW-Forscher Hagen Lesch. Bei Autoherstellern seien die Ausfälle höher als im Durchschnitt, bei Zulieferern und Maschinenbauern geringer. 

Die Schätzungen beruhen auf Daten des Statistischen Bundesamtes zum Umsatz pro Mitarbeiter in Westdeutschland. Dieser hängt von der Unternehmensgröße ab. Nicht eingerechnet sind die Auswirkungen der Streiks auf andere Firmen in der Lieferkette. Viele Betriebe würden zwar versuchen, die Produktion wieder aufzuholen, erklärte Lesch. Dafür müssten sie aber Überstundenzuschläge zahlen. „Außerdem arbeiten viele Betriebe und Beschäftigte schon jetzt an ihren Belastungsgrenzen.“

IG Metall: „Ein Angriff auf die Grundrechte“

Aus Sicht von Niedersachsenmetall sind die Ganztagesstreiks unverhältnismäßig. Der Verband hatte in der vergangenen Woche Klage gegen die IG Metall eingereicht, da er einen Teil der Tarifforderungen für rechtswidrig hält. Falls er sich mit dieser Meinung vor Gericht durchsetzt, könnten auch die Streiks nachträglich als illegal eingestuft werden. Theoretisch könnte die IG Metall dann sogar verpflichtet sein, bestreikten Unternehmen ihren Schaden zu erstatten. 

Aus Sicht der IG Metall ist die Klage „ein Angriff auf die Grundrechte“. Die Tarifforderungen seien rechtmäßig. „Die Beschäftigten erwarten nun, dass die Arbeitgeber nachlegen, bevor es wieder an den Verhandlungstisch geht“, ergänzte Niedersachsens Bezirksleiter Thorsten Gröger.

Sollten die beiden Parteien sich nicht einigen, dürfte der Arbeitskampf für die Unternehmen noch deutlich teurer werden. Im Jahr 2002 streikten nach einer Urabstimmung rund 200 000 Metaller für zehn Tage. „Sollte es im Lauf der aktuellen Tarifverhandlungen zu solch einem Extrem-Szenario kommen, lägen die Umsatzausfälle – ohne Berücksichtigung möglicher Fernwirkungen – bei insgesamt 2,5 Milliarden Euro“, rechnet IW-Forscher Lesch vor.

Von Christian Wölbert

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