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Wenig Chancen auf schnelle Integration von Flüchtlingen

Arbeitsmarkt in Niedersachsen Wenig Chancen auf schnelle Integration von Flüchtlingen

Die niedersächsische Fachkräfteinitiative sieht kaum Chancen auf eine schnelle Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. „Das wird länger dauern, als so mancher glaubt“, sagte der Chef der Landesarbeitsagentur, Klaus Stietenroth, am Dienstag nach einem Treffen der Initiative unter Leitung von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). 

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Quelle: dpa

Hannover. Noch wisse man gar nicht, was die Flüchtlinge überhaupt könnten und was sie wollten, meinte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller. Erst 300 Asylbewerber konnten bislang überhaupt auf ihre Arbeitsmarktfähigkeit abgeklopft werden – ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts von in diesem Jahr bis zu 100.000 erwarteten Flüchtlingen in Niedersachsen. „Wir sind der Situation zurzeit nicht gewachsen“, räumte DGB-Chef Hartmut Tölle offen ein.

Die Fachkräfteinitiative von Land, Verbänden, Kammern und Gewerkschaften war vor einem Jahr gegründet worden, um Wege zu finden, den sich abzeichnenden Mangel an Beschäftigten zu bekämpfen. Selbst wenn jedes Jahr 100.000 Menschen ins Land kämen, wäre die Beschäftigtenzahl in 25 Jahren um 20 Prozent niedriger als heute, haben Studien errechnet. Die Initiative soll deshalb neben der Zuwanderung von außen auch zusätzliche Potenziale bei Frauen, Älteren und schwer Vermittelbaren heben.

Damals hätten andere Voraussetzungen gegolten, sagte Lies. Jetzt habe man sich darauf verständigt, im kommenden Jahr „den absoluten Schwerpunkt“ bei der Integration der Asylsuchenden in den Arbeitsmarkt zu setzen. Die anderen Gruppen wolle man gleichwohl im Blick behalten. Vor einem Jahr habe sich die Initiative nach Zuwanderung gesehnt, sagte der Hauptgeschäftsführer der Niedersächsischen Handwerkskammern, Michael Koch. „Jetzt sind sie endlich da.“ Deshalb müssten nun alle Kräfte in eine schnelle Integration fließen.

Gemeinsam mit dem Land planen die Handwerkskammern derzeit eine Initiative, um junge Asylbewerber fit für eine Lehre im Ausbildungsjahr 2016/2017 zu machen. Geplant ist zudem eine zentrale Anlaufstelle für Arbeitgeber, um sich über rechtliche und praktische Fragen zur Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen und Geduldeten informieren zu können. Das größte Hindernis – die sprachliche Hürde – soll im Zweifel auch über Online-Kurse abgebaut werden, wenn nicht genug Lehrpersonal zur Verfügung steht.

Noch sei der Fachkräftebedarf der Wirtschaft im Land „überwiegend gesichert“, meinte Lies. Im ersten Jahr habe man mehr Frauen, Ältere und Migranten einbeziehen können. Allerdings gebe es hier noch viel Potenzial. Nahezu unverrückbar erscheint indes der Block von rund 100.000 Langzeitarbeitslosen im Land. Hier hat auch die Initiative nicht viel bewegen können. Die Partner müssten „höllisch aufpassen“, bei allem Engagement im Flüchtlingsbereich diese Gruppe nicht aus den Augen zu verlieren, warnte Stietenroth.     

Regeln für Beschäftigung von Flüchtlingen

Flüchtlinge dürfen frühestens drei Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland arbeiten – und auch nur, wenn die Arbeitgeber nachweisen können, für die betreffende Stelle keine einheimischen Arbeitslosen, EU-Bürger oder bereits anerkannten Asylberechtigten gefunden zu haben. Erst nach 15 Monaten sind Asylbewerber uneingeschränkt arbeitsberechtigt. Das Asylverfahren muss dafür nicht abgeschlossen sein. Die Bundesagentur für Arbeit hatte jüngst vorgeschlagen, diese sogenannte Vorrangprüfung abzuschaffen für Bereiche, in denen Unternehmen nur schwer Arbeitskräfte finden. Landeswirtschaftsminister Olaf Lies stellte sich gestern hinter dieses Modell. Zudem forderte er, das Leiharbeitsverbot zu lockern. Nach derzeitiger Rechtslage dürfen Asylbewerber vier Jahre lang nicht bei Zeitarbeitsfirmen anheuern.

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