Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Arbeitsplätze bei Windanlagen-Unternehmen bedroht

Senvion und Nordex Arbeitsplätze bei Windanlagen-Unternehmen bedroht

Die Hamburger Windkraft-Pioniere Senvion und Nordex müssen ihre Kosten senken, das der Gewinn in der Branche immer geringer und der Verlust höher wird. Das liegt unter anderem an den größeren Unternehmen, die sich nach und nach in die Branche einkaufen.

Voriger Artikel
Mittelstand sucht nach Azubis
Nächster Artikel
Rossmann stoppt veganen Brotaufstrich

Quartalsverlust von fast 50 Millionen Euro: Beim Hamburger Windkraft-Unternehmen Senvion ist jeder achte Arbeitsplatz bedroht.

Quelle: Carsten Rehder

Hamburg. Für die Pioniere der Windenergie wird die Luft dünner. Die beiden Hamburger Anlagenbauer Senvion und Nordex sind mit schwachen Erträgen in das Jahr gestartet und müssen nun ihre Kosten senken. Bei Senvion fiel im ersten Quartal ein Verlust von fast 50 Millionen Euro an. Nordex hielt sich zwar in der Gewinnzone, doch schrumpfte der Gewinn um mehr als 70 Prozent auf 7,1 Millionen Euro. Das geht aus den Zwischenbilanzen hervor, die beide Unternehmen am Donnerstag vorgelegt haben.

Die beiden Mittelständler haben zwar auch mit hausgemachten Problemen zu kämpfen - stärker aber treffen sie die strukturellen Veränderungen in der Branche. Weltweit sind mittlerweile mehr 340 000 Windkraftanlagen mit einer Leistung von fast 500 Gigawatt installiert, jährlich kommen rund 70 Gigawatt dazu. Mit dem Markt wächst aber auch die Konkurrenz: Mit hohen Investitionen und Zukäufen haben Konzerne wie Siemens oder General Electric ihre Kapazitäten massiv erhöht - mit größeren Stückzahlen können sie heute häufig günstiger anbieten als kleine und mittlere Anlagenbauer.

Chinesen gelten als interessiert

Gleichzeitig drängen große Wettbewerber aus China auf den Markt. Die Firma Goldwind gehört inzwischen zu den größten Windkraftfirmen weltweit. Noch konzentrieren sich die Chinesen auf ihren Heimatmarkt, doch ihnen wird auch Interesse an europäischen Konkurrenten nachgesagt - in diesem Zusammenhang fallen unter anderen die Namen von Senvion und Nordex. Beide Firmen sind an der Börse notiert und gelten als potenzielle Übernahmekandidaten.

Die beiden Hamburger Pioniere versuchen, durch Kostensenkungen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Senvion hat im März ein Kostensenkungsprogramm angekündigt, das jeden achten der aktuell 4800 Arbeitsplätze kosten soll - das Unternehmen will Standorte schließen und Teile der Produktion verlagern. „Die Ergebnisse für das erste Quartal entsprechen unseren Erwartungen“, sagte Vorstandschef Jürgen Geißinger gestern. Immerhin stieg der Auftragseingang um fast ein Drittel auf 353 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der Umsatz erhöhte sich um knapp 8 Prozent auf 392 Millionen Euro.

Bei Nordex stiegen die Erlöse nur um knapp 2 Prozent auf 648 Millionen Euro. „Wir müssen unsere Kosten an das Geschäftsvolumen anpassen“, sagte Vorstandschef José Luis Blanco. Der Kurs der Aktie rutschte zeitweise um knapp 6 Prozent auf 13,72 Euro.

Solarworld-Insolvenz betrifft 3300 Mitarbeiter

Der Preiskampf mit Konkurrenten aus Asien hat Deutschlands letzten großen Solarhersteller Solarworld in die Pleite getrieben. Ein entsprechender Insolvenzantrag für die Konzernmutter Solarworld AG sei beim Amtsgericht Bonn eingereicht worden, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag.
Solarworld beschäftigt insgesamt knapp 3300 Menschen – davon rund 2600 in Deutschland in der Bonner Zentrale, in Arnstadt (Thüringen) und in Freiberg (Sachsen). Betriebsratschefin Anke Martin-Heede am größten Standort Freiberg sagte, sie habe von der Entscheidung am Mittwochabend im Auto erfahren. Allein in Freiberg sind nach ihren Angaben etwa 1200 Menschen betroffen.
Solarworld macht für das Scheitern Dumping-Angebote aus China verantwortlich, die den Marktpreis weltweit in den Keller gedrückt hätten. Hinzu kommt ein Schadensersatz-Prozess in den USA über mehr als 700 Millionen Euro, den der Konzern in erster Instanz verloren hatte. Das Berufungsverfahren läuft noch.
In den vergangenen fünf Jahren habe es wegen des „massiven Dumpings chinesischer Solarhersteller“ europaweit mehr als 100 Insolvenzen und Werksschließungen gegeben, teilte der Herstellerverband EU Prosun mit, in dem Solarworld Mitglied ist. Die 2013 eingeführten Anti-Dumping-Maßnahmen der EU seien lange Zeit nur halbherzig kontrolliert worden.

Von Eckart Glenke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Niedersachsen

Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern. Lesen Sie hier alle Berichte und Hintergründe zur Diesel-Affäre. mehr

Aktienkurse regionaler Unternehmen

VOLKSWAGEN VZ 144,66 +1,22%
CONTINENTAL 215,98 +0,32%
TUI 15,08 +1,90%
SALZGITTER 41,21 +1,81%
HANNO. RÜCK 105,62 -0,28%
SYMRISE 65,19 +0,22%
TALANX AG NA... 34,07 +0,10%
SARTORIUS AG... 78,41 +2,56%
CEWE STIFT.KGAA... 81,25 +1,74%
DELTICOM 12,96 +0,12%
DAX
Chart
DAX 13.059,00 +0,49%
TecDAX 2.522,25 +0,33%
EUR/USD 1,1802 +0,08%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

VOLKSWAGEN VZ 144,66 +1,22%
DT. BANK 14,35 +1,06%
MÜNCH. RÜCK 185,93 +0,92%
DT. BÖRSE 92,99 -1,58%
LINDE 174,17 -0,59%
INFINEON 22,38 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 214,23%
AXA World Funds Gl RF 161,87%
Commodity Capital AF 148,44%
Apus Capital Reval AF 120,91%
FPM Funds Stockpic AF 118,86%

mehr