Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Eine Eisheizung spart Geld
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Eine Eisheizung spart Geld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 30.04.2016
Von Jens Heitmann
Für seine wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet: Klimaforscher Schellnhuber (l.) mit Stadtwerke-Chefin Zapreva.
Anzeige
Hannover

Für die Entwicklung von „Europas größtem kommerziell betriebenen Eisspeicher für Wärme- und Kälte-Nutzung“ in einem Laborneubau in Hamburg sind beide Unternehmen am Mittwoch mit dem mit 10.000 Euro dotierten „Enercity-Effizienzpreis“ der Stadtwerke Hannover ausgezeichnet worden. Den Gewinnern sei es gelungen, den Wärme- und Kältebedarf des Gebäudes um 59 Prozent zu senken“, sagte TÜV-Nord-Chef Guido Rettig als Laudator.

Die Analysemaschinen von Galab erzeugen viel Abwärme - zugleich muss die Laborluft kontinuierlich ausgetauscht und klimatisiert werden. Herkömmliche Klima­konzepte mit Wärmerückgewinnung nutzten die Energie teilweise zum Heizen im Winter - aber im Sommer müsse mit elektrischer Energie gekühlt werden, erklärt das Unternehmen. So kam man auf die Idee mit dem Eisspeicher: Im Winter wird die Energie dem Wasser über eine Wärmepumpe zum Heizen der Laborluft entzogen, sodass der Eisspeicher langsam zufriert. Im Sommer hingegen wird die Laborluft im Gebäude über ein Rohrsystem im Fußboden mit der gespeicherten Kälte gekühlt - der Eisspeicher taut dann langsam wieder auf.

Der zweite Effizienz-Preis ging an die Stadtwerke Georgsmarienhütte: Der lokale Versorger hat ein Konzept zur Behandlung von Klärschlamm entwickelt. Damit wird in einem mehrstufigen Prozess mehr Energie erzeugt, als zum Betrieb der Anlage nötig ist.

Dass die Stadtwerke Hannover mit ihrer Preisverleihung Ambitionen auf eine größere Aufmerksamkeit haben, zeigt die Wahl des dritten Preisträgers: Den Klimaforscher Prof. Hans-Joachim Schellnhuber zeichnete die Jury für sein Lebenswerk aus. Der 65 Jahre alte Wissenschaftler ist Präsident des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und hat als einer der ersten vor den Folgen der Erderwärmung gewarnt. Dass sich die Weltklimakonferenz in Paris im vergangenen Jahr darauf geeinigt habe, die globale Erwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen, sei auch seinem Einfluss zuzuschreiben, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Der Geehrte mochte den optimistischen Unterton seines Laudators jedoch nicht teilen. Paris habe zwar die richtigen Signale ausgesendet, sagte Schellnhuber. „Selbst wenn die Beschlüsse so umgesetzt werden, spielen wir mit dem Klima aber immer noch russisches Roulette.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zu diplomatischen Verwerfungen wird der Vorgang wohl nicht führen - aber etwas delikat ist er dann doch. Der niederländischen Premier Mark Rutte musste am Montag auf seinen Besuch der Hannover Messe warten. Schuld waren die Absperrungen im Zusammenhang mit dem Obama-Rundgang.

Lars Ruzic 29.04.2016

Der weltgrößte Kautschukspezialist Conti-Tech setzt sich nach der Übernahme des US-Konkurrenten Veyance ehrgeizige Ziele. „Bis zum Jahr 2022 wollen wir für 10 Milliarden Euro Umsatz stehen“, sagte Conti-Tech-Chef Hans-Jürgen Duensing auf der Hannover Messe.

Lars Ruzic 29.04.2016

Angesichts vieler Krisenherde und der stockenden Konjunktur auf wichtigen Märkten schwindet in der Wirtschaft der Optimismus. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) korrigiert seine Wachstumserwartungen nach unten. 

28.04.2016
Anzeige