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Niedersachsen Kommt bald die 40-Stunden-Woche bei VW?
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Kommt bald die 40-Stunden-Woche bei VW?
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00:16 23.10.2016
Von Lars Ruzic
VW-Markenchef Herbert Diess  Quelle: dpa/M
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Hannover

Bei den Verhandlungen über Einsparungen und die Neuausrichtung der heimischen VW-Standorte rücken offenbar auch die Zeitarbeiter wieder stärker ins Visier. Es werde „in der aktuellen Phase“ immer schwieriger werden, alle Verträge fortzuschreiben, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsratsmitglied Olaf Lies am Donnerstag. „Darauf müssen wir uns leider einstellen.“ VW hatte bereits Verträge mit causlaufen lassen, gleichzeitig sind aber immer noch Tausende an den Standorten in Niedersachsen und dem Rest der Republik beschäftigt – allein 800 davon in Hannover.

"Handfeste, realistische Perspektive für jeden Standort"

Am Donnerstag haben Betriebsrat und Management im Anschluss an eine außerordentliche Betriebsversammlung in Wolfsburg die Verhandlungen über den Zukunftspakt wieder aufgenommen, mit dem die Marke VW fit für den Wandel zu Elektromobilität und vernetzten Fahrzeugen gemacht werden soll. „Wir bremsen den Ausbau konventioneller Technologien, investieren dafür aber in Zukunftstechnik“, sagte Markenchef Herbert Diess vor 20 000 Beschäftigten in Wolfsburg. Jedem Standort werde man eine Zukunftsperspektive bieten – „und zwar eine handfeste, realistische Perspektive, die sich im harten Wettbewerb unserer Branche auch durchsetzen lässt“.

"Es wird keine Entlassungen geben“

Diess machte allerdings auch deutlich, dass Stellen gestrichen werden: „Wir müssen die Mannschaft verkleinern, aber es wird keine Entlassungen geben.“ Konzern und Betriebsrat setzen hier auf den Altersteilzeit-Tarifvertrag, den sie erst im Frühjahr verlängert haben. Er böte das Potenzial, eine fünfstellige Zahl von Jobs abzubauen, ohne Kündigungen auszusprechen – da vor allem die geburtenstarken „Baby-Boomer“-Jahrgänge gehen könnten.

Diese „Transformation entlang der demografischen Kurve“ hat der Betriebsrat zur Bedingung für das Zustandekommen des Paktes gemacht. Gleichzeitig fordert er, in der Vereinbarung müssten konkrete Standortgrößen mit genauen Beschäftigtenzahlen „festgelegt und garantiert werden“, wie es am Donnerstag in einem Brief an die Belegschaft hieß. Derzeit sei man „noch ein gutes Stück“ von einer Einigung entfernt, schreiben die Arbeitnehmervertreter um Betriebsratschef Bernd Osterloh. Der Markenvorstand „kommt immer wieder mit Anträgen um die Ecke, die wir nicht mittragen werden“.

Das Leiden durch den Mega-Rückruf geht weiter

Diess brachte am Donnerstag auf der nicht-öffentlichen Betriebsversammlung unter anderem Mehrarbeit für die fast 10 000 Beschäftigten in der Technischen Entwicklung ins Gespräch. Die Mitarbeiter leiden seit Monaten unter der Zusatzbelastung des Mega-Rückrufs nach dem Diesel-Skandal. Dort müssen Lösungen für Hunderte Updates ausgetüftelt und ausgetestet werden, um die Betrugssoftware von Millionen Fahrzeugen zu löschen, ohne dass sich die anderen Leistungsdaten der Autos verschlechtern. Der Markenchef schlug eine unbürokratische Erhöhung der Arbeitszeit von jetzt 35 auf 40 Stunden bei entsprechendem Lohnausgleich vor. Andernfalls laufen die Überstunden-Konten der Entwickler über. Osterloh entgegnete jedoch, dass man schon heute flexibel mit solchen Problemen umgehen könne.

Der Umbau der Marke wird auch langfristig mehr Arbeitsplätze in Entwicklung, IT und Software bringen, klassische Produktionsjobs werden dagegen zurückgedrängt. Deshalb werde man viele Beschäftigte für die neuen Aufgaben weiterqualifizieren müssen, sagte Arbeitsdirektor Karlheinz Blessing.

In einer Betriebsversammlung in Wolfsburg geht es bei VW um den Zukunftspakt. Dabei hat die Mitarbeitervertretung "rote Linien" für die Verhandlungen mit der Geschäftsführung gezogen. Beim Jobabbau und den Sparzielen soll der Haustarif nicht angerührt werden, betriebsbedingte Kündigungen sollen tabu sein.

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