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Niedersachsen BHW-Mitarbeitern in Hameln drohen Abstriche
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen BHW-Mitarbeitern in Hameln drohen Abstriche
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07:45 07.07.2011
Von Albrecht Scheuermann
Nach der Übernahme durch Deutsche-Bank-Tochter Postbank drohen BHW-Mitarbeitern in Hameln Abstriche. Quelle: Archivbild
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Hannover/Hameln

Die gute Nachricht für Hameln: Der Standort ist durch den Eigentümerwechsel nicht gefährdet. Die schlechte: Die Belegschaft, die in den vergangenen Jahren bereits um rund 1000 Mitarbeiter schrumpfte, muss sich auf Abstriche bei den tariflichen Leistungen gefasst machen.

Über mehrere Wochen verhandelten Arbeitnehmervertreter mit dem Management der Deutschen Bank auf Konzernebene über einen sogenannten Rahmen-Interessenausgleich für die Eingliederung der Postbank. Nach Angaben der Arbeitnehmerseite hat man sich in einem entscheidenden Punkt bereits geeinigt: Bis Ende 2014 werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, nachdem zum Beispiel die bisherige Garantie bei BHW gerade ausgelaufen ist. Außerdem sollen bei Ausgliederungen die Besitzstände gewahrt bleiben. Ein „sozialverträglicher“ Stellenabbau ist aber nicht ausgeschlossen.

Nach der Einigung auf Konzernebene beginnen nun die Verhandlungen bei den einzelnen von der Integration betroffenen Unternehmen. Die Deutsche Bank hat schon klargestellt, dass das Bausparen weiter zum Kerngeschäft gehört. Beim BHW sind daher die Existenzängste verflogen, zumal dieses zeitweise schon totgesagte Geschäft derzeit wieder floriert. Daneben hat der Standort in Hameln jedoch innerhalb des Postbank-Konzerns die Rolle eines Kreditabwicklers übernommen. Mehr als 1200 von insgesamt rund 2000 BHW/Postbank-Beschäftigten in Hameln sind mit der Bearbeitung von Krediten befasst – und zwar der BHW-eigenen ebenso wie der ebenfalls zur Postbank gehörenden DSL Bank, der Aareal Bank und einiger kleinerer Versicherer.

Die Frage, ob auch die Deutsche Bank diese sogenannte „Kreditfabrik“ in Hameln benötigt, scheint beantwortet zu sein, der Standort gilt nicht als gefährdet. Insgesamt werden für die Deutsche Bank einschließlich der Postbank derzeit an 16 Standorten in Deutschland solche Abwicklungsaufgaben erledigt. Wie aus Konzernkreisen zu hören ist, soll die Verarbeitung von Baudarlehen künftig in Essen, Hameln und Berlin stattfinden. Die eigene „Kreditfabrik“ der Bank in Essen wurde auf eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, in der deutlich schlechtere Tarifbedingungen gelten als im Bankgewerbe üblich. So wurde die Wochenarbeitszeit nach Gewerkschaftsangaben auf 42 Stunden festgesetzt, der Urlaubsanspruch auf 27 Tage jährlich. Auch die Vergütung ist niedriger.

Anders sieht es beim BHW in Hameln aus. In dem früheren Gewerkschaftsunternehmen gilt für das Personal ein einheitlicher Haustarifvertrag, der in etwa den Konditionen des Bankentarifvertrages entspricht. Arbeitnehmervertreter rechnen damit, dass der neue Eigentümer dies ändern möchte. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Bank auch in Hameln das Niveau durchsetzen will, das bereits in ihren ausgegliederten Abwicklungsbereichen gilt“, sagt Christoph Meister, bei der Gewerkschaft ver.di für das Finanzgewerbe in Niedersachsen zuständig. Die Ausgliederung von reinen Abwicklungsfunktionen – und damit auch die tarifliche Verschlechterung – sei ein genereller Trend in der Branche. Der Gewerkschafter sieht keine Chance, diesen zu stoppen. Allenfalls könne es darum gehen, die Bedingungen erträglich zu gestalten.

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