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Bahlsen will den "Pickup" schrumpfen

Angriff auf Mars und Ferrero Bahlsen will den "Pickup" schrumpfen

Mit neuen Ideen will der hannoversche Bahlsen-Konzern den Verkauf seiner Bestseller Pickup und Leibniz ankurbeln. Der Keksriegel Pickup soll im Frühjahr als „Minis“ in Tütenverpackung auf den Markt kommen und dem in diesem Segment dominierenden Konkurrenten Mars Marktanteile abjagen.

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Pickup ist 17 Jahre nach seiner Einführung das umsatzstärkste Bahlsen-Produkt.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. „Wir werden das mit Vollkaracho weltweit einführen“, sagte Bahlsen-Vertriebschef Sönke Renk am Montag bei der Bilanzvorlage in Hannover. Die bisher nur als klassische Riegel produzierten Pickups in eine deutlich kleinere Form zu bringen sei technisch eine gewaltige Herausforderung gewesen, berichtete Renk. „Es ist die größte Innovation in der Gruppe seit Jahren.“ Im Pickup-Stammwerk in Berlin hat Bahlsen dafür eigens eine neue Fertigungslinie eingerichtet. Ausreichend Kapazitäten für eine internationale Einführung seien vorhanden. Pickup ist 17 Jahre nach seiner Einführung das umsatzstärkste Bahlsen-Produkt. Mit dem Keksriegel erzielt das Unternehmen allein in Deutschland Erlöse von gut 60 Millionen Euro. Er steht in einem hart umkämpften Markt derzeit auf Platz sechs.

Dass der neben Ferrero (Kinder Riegel, Duplo) wichtigste Konkurrent Mars derzeit mit dem größten Rückruf seiner Geschichte konfrontiert ist, hat sich auf den Pickup-Absatz bislang nicht ausgewirkt. Mars hat unlängst Hunderte Millionen Riegel weltweit zurückgerufen, weil in einem Produkt ein Plastikteil gefunden worden war. „Ich beneide die Kollegen nicht um ihre Situation“, sagte Renk, der bis 2004 selbst zwölf Jahre lang bei Mars tätig war.

Der hannoversche Kekskonzern Bahlsen will seine Bestseller Leibniz und Pickup nun auch als "Minis" auf den Markt bringen - und damit dem Konkurrenten Mars in dem Segment Marktanteile abjagen.

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Die Leibniz-Produktfamilie mit dem Butterkeks an der Spitze soll aufgefrischt werden. „Die Marke braucht ein bisschen mehr Pep“, meinte der Vertriebschef. Obwohl es dabei im Kern im Änderungen beim Design und bei der Verpackung geht, verspricht sich Renk „sehr viel davon“. Seit 15 Jahren habe sich hier nichts getan. So lange wie bei der Kernmarke Bahlsen wolle man bei Leibniz mit der Reform nicht warten. Bahlsen war in die Jahre gekommen und ohne Wachstumsperspektive - bis die Manager das Steuer radikal herumrissen: mit neuen Produkten wie Cookies oder Mini-Kuchen und einem frischeren Design.

Bei den neuen Produkten habe Bahlsen eine deutlich jüngere Kundschaft, berichtete Deutschland-Chef Michael Hähnel. „Das hat auch den Keks-Klassikern geholfen.“ Sie hätten wieder zulegen können, weshalb die Hannoveraner am Ende weniger Produkte aus dem Markt genommen hätten als ursprünglich geplant.

Im vergangenen Jahr sei Bahlsen auf dem Heimatmarkt auch deshalb stärker gewachsen als alle Wettbewerber, erklärte Renk. Als Einziger konnte der Marktführer bei Süßgebäck seinen Anteil leicht ausbauen - um 0,4 auf 11,7 Prozent. Die Konkurrenz rund um Griesson - de Beukelaer oder Milka stagnierte. Auf dem Heimatmarkt steigerte Bahlsen die Erlöse um 4,2 Prozent auf 274 Millionen Euro. Weltweit erreichte der Umsatz ein Plus von 3,9 Prozent auf 535 Millionen Euro. Zum Ergebnis wollte Renk wie üblich nichts sagen - es sei aber „ein sehr erfolgreiches Jahr“ gewesen. In der Regel erwirtschaftet der Konzern laut Bundesanzeiger unterm Strich Gewinne von rund 10 Millionen Euro, also weniger als 2 Prozent des Umsatzes. Bahlsen hat 2600 Beschäftigte - etwa jeder dritte arbeitet in der Region Hannover.

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