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Bahlsen will keine Maschinen mehr bauen

Kekskonzern Bahlsen will keine Maschinen mehr bauen

Der Kekskonzern Bahlsen zerschlägt seine Haustechnik: Künftig will das Unternehmen keine Maschinen mehr bauen. Der Zentralbereich in Barsinghausen wird aufgelöst.

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„Wie den Keks müssen wir auch die Maschinen nicht immer neu erfinden“: Ein Fließband mit Leibniz Butterkeksen im Bahlsen-Werk in Barsinghausen.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Der hannoversche Kekskonzern Bahlsen verabschiedet sich vom Maschinenbau und will Technik sowie Prozessmanagement dezentralisieren. Der Zentralbereich in Barsinghausen werde aufgelöst, sagte Deutschland-Chef Michael Hähnel der HAZ. Künftig sollen die drei deutschen Standorte Barsinghausen, Varel und Berlin eigenverantwortlich über Anschaffung und Wartung der Maschinen entscheiden. Für Hähnel ist dieser Schritt „der letzte Meilenstein in der Neuausrichtung unseres Produktionsnetzwerks“.

Von dem Umbau sind 25 Mitarbeiter in Barsinghausen betroffen - in der Regel Ingenieure oder Facharbeiter mit langer Betriebszugehörigkeit. Nur ein Bruchteil von ihnen soll am Deister verbleiben, um Kernkompetenzen etwa im Bereich der Walzen- oder Ofentechnik vorzuhalten. Dem Rest will Hähnel Jobs an den anderen Standorten anbieten. Zudem hoffe man, über natürliche Fluktuation oder freiwillige Abfindungen Kündigungen zu vermeiden. „Wir gehen da mit ruhiger Hand vor“, umschrieb es der Deutschlandchef.

Ein eigener Maschinenbau hat bei Bahlsen Tradition. In der Zeit, als der Konzern noch weit größer war und das Snack-Geschäft umfasste, war in Barsinghausen eine zentrale Einheit gegründet worden, die für alle Werke Produktionsanlagen entwickelte, aufbaute und wartete. Das sei heute nicht mehr notwendig, so Hähnel. „Wie den Keks müssen wir auch die Maschinen nicht immer wieder neu erfinden.“

Ohnehin liege der Fokus der Investitionen längst nicht mehr auf den Produktions-, sondern den Verpackungsanlagen. Die gleichen Bahlsen-Kekse und Kuchen müssten heute unterschiedlichste Verpackungsgrößen und -varianten entwickelt werden - sei es, um Sonderwünsche des Handels zu erfüllen oder den Trend zu Kleinstverpackungen zu bedienen. Längst liege hier der Investitionsschwerpunkt der Standorte.

Für Deutschland-Chef Hähnel ist die Auflösung dieses letzten großen Zentralbereichs bei Bahlsen „ein konsequenter Schritt“ bei der Neuaufstellung des Konzerns. Das Familienunternehmen hat sich im vergangenen Jahr eine Holdingstruktur gegeben und das operative Geschäft in die Hände der Landesgesellschaften gelegt, um näher am Kunden agieren und neuen Trends schneller folgen zu können. Dabei wollen die Hannoveraner lieber die eine oder andere Variante mehr von Bewährtem auf den Markt bringen als komplette Neuentwicklungen - an denen Keks- und Maschinenentwickler mitunter Jahre bastelten.

Auch die Werke müssten sich dem unterordnen und schneller werden, forderte Hähnel. Zudem sollten die Standorte künftig auch stärker im Wettbewerb zueinander stehen. Barsinghausen als Stammwerk schultert derzeit die größte Produktvielfalt im Verbund. Berlin ist auf den Keksriegel Pickup und den Schoko-Butterkeks spezialisiert. In Varel sitzen die Kuchenspezialisten des Konzerns. Bahlsen beschäftigt weltweit 2640 Mitarbeiter, gut jeder dritte davon arbeitet in der Region Hannover.

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