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Bargeld bleibt trotz Rückgangs in Deutschland die Nummer eins

Zahlverfahren Bargeld bleibt trotz Rückgangs in Deutschland die Nummer eins

Es ist sicher, anonym, schnell verfügbar - Deutschlands Verbraucher zahlen deshalb weiterhin am liebsten mit Schein und Münze. Bargeldlose Verfahren gewinnen nur langsam an Boden. Große Umbrüche erwarten Währungshüter auch in den nächsten Jahren nicht.

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Bargeld bleibt trotz des Vorrückens moderner Zahlungsformen das wichtigste  Zahlungsmittel.

Quelle: dpa

Frankfurt. Bargeld bleibt trotz aller technischen Neuerungen das beliebteste Zahlungsmittel der Bundesbürger.  Zwar nimmt vor allem der Anteil der Zahlungen per Girocard (EC-Karte) weiter zu, wie eine Umfrage der Bundesbank ergab. Doch drei von vier Einkäufen an der Ladenkasse (74 Prozent) tätigen die Menschen hierzulande nach wie vor mit Schein und Münze. Vor allem kleine Beträge unter fünf Euro werden bar beglichen. „Die Liebe der Deutschen zum Bargeld“ sei ungebrochen, kommentierte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Mittwoch die Ergebnisse. 

 Gemessen am Umsatz sank der Anteil der Barzahlungen im deutschen Handel allerdings mit 48 Prozent erstmals unter die Marke von 50 Prozent. Damit setzte sich der seit Jahren zu beobachtende Trend fort. Künftig könne auch die Nutzung beispielsweise kontaktloser Kartenzahlungen steigen, prognostizierte Thiele – wenn die Kreditinstitute mehr kontaktlos funktionierende Girocards ausgeben und die Akzeptanz im Handel zunimmt. Dennoch werde  Bargeld noch einige Zeit das meistgenutzte Zahlungsmittel bleiben.

  „Alternative Zahlungsmethoden können Euro-Bargeld nicht ersetzen, sondern nur ergänzen“, betonteauch  EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch. Die Europäische Zentralbank werde aufmerksam darüber wachen, dass die Einsatzmöglichkeiten von Bargeld nicht eingeschränkt werden - etwa durch die Erhebung einer Zahlungsgebühr. 

Laut Bundesbank gab die große Mehrheit der Befragten (88 Prozent) an, auch in Zukunft unverändert mit Bargeld bezahlen zu wollen. Eine Einschränkung oder gar Abschaffung werde klar abgelehnt. 96 Prozent der Befragten befürchten ohne Bargeld Schwierigkeiten beim Bezahlen für einige Bevölkerungsgruppen, beispielsweise ältere Menschen. Auch bessere Ausgabenkontrolle und Anonymität sprechen nach Ansicht der meisten Befragten für das Bargeld. Für vier von fünf Befragten würde eine Abschaffung eine große persönliche Einschränkung bedeuten.

 Beim Plastikgeld gewinnt seit Jahren vor allem die Girocard an Boden. 35 Prozent der erfassten Umsätze werden der Studie zufolge inzwischen auf diesem Weg bezahlt. Bei der vorigen Bundesbank-Erhebung mit Daten für 2014 lag der Wert bei rund 30 Prozent.  Das mobile Bezahlen per Smartphone spielt dagegen in Deutschland bislang kaum eine Rolle. Vor allem Sicherheitsbedenken hielten viele Verbraucher von solchen Bezahlverfahren ab. Insbesondere jüngere Verbraucher sind jedoch aufgeschlossener. So möchte unter den 18- bis 24-Jährigen rund jeder vierte Befragte mit dem Mobiltelefon unkompliziert Geld an Freunde und Bekannte senden können.

 Die Bundesbank untersucht seit 2008 alle drei Jahre das Zahlungsverhalten in Deutschland. Die Studie 2017 ergab, dass die Menschen hierzulande im Schnitt 107 Euro Bargeld im Portemonnaie haben, davon etwas mehr als 6 Euro in Münzen. 

Von Jörn Bender

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