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Bei e.on droht der Abbau von 11.000 Stellen

Energieversorger Bei e.on droht der Abbau von 11.000 Stellen

Der Ausstieg aus der Atomenergie hinterlässt beim Energieversorger e.on tiefe Spuren. Nach dem ersten Quartalsverlust in der Geschichte des Konzerns stellt Vorstandschef Johannes Teyssen bis zu 11.000 Stellen zur Disposition, die Masse davon in der Verwaltung.

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Beim Energieversorger e.on droht der Abbau von 11.000 Stellen.

Quelle: dpa

Hannover. Nach Auskunft von Arbeitnehmervertretern droht ganzen Standorten die Schließung – neben Hannover seien auch München und Essen gefährdet. „Unsere Geschäfte sind wichtiger als unsere Verwaltung“, sagte Teyssen am Mittwoch.
Im Zeitraum von April bis Juni ist e.on unter dem Strich mit 382 Millionen Euro ins Minus gerutscht. Im ersten Halbjahr hätten die vorzeitige Stilllegung von Atomkraftwerken und die neue Brennelementesteuer zu Belastungen von 1,9 Milliarden Euro geführt, rechnete Teyssen vor. Parallel dazu seien auch die Profite im Gasgeschäft massiv eingebrochen.

Durch das Wegbrechen dieser beiden Ertragssäulen fehlt dem e.on-Chef das Geld für Investitionen in erneuerbare Energien und die Expansion ins Ausland. Um die Konzernkasse zu füllen, will Teyssen Unternehmensteile im Wert von 15 Milliarden Euro abstoßen. Doch das allein reiche nicht, erklärte der Manager am Mittwoch. Auch die Kosten müssten runter – und zwar um 1,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015. Dafür seien auch Einschnitte bei den Personalausgaben nötig. Zurzeit beschäftigt e.on weltweit 79.000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon in Deutschland.

Bei den Arbeitnehmervertretern stießen die Pläne der Konzernführung auf harsche Kritik: „Außer Sparprogrammen und Personalabbau hat dieser Vorstand nichts mehr zu bieten“, sagte Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer dieser Zeitung. Es sei zu befürchten, dass mehr als die Hälfte der Stellen in Deutschland wegfallen. Prüfer kündigte Widerstand gegen betriebsbedingte Kündigungen und einen „Kahlschlag an den Standorten“ an. Sozialverträglichkeit sei ein „unabdingbares Muss bei allen anstehenden Maßnahmen“, erklärte die Gewerkschaft IG BCE.

Die Arbeitnehmervertreter befürchten eine Schließung von Zentralen der Töchter e.on Energie in München, e.on Ruhrgas in Essen und e.on Kraftwerke in Hannover. In der niedersächsischen Landeshauptstadt beschäftigt der Konzern knapp 2000 Mitarbeiter, die Hälfte davon „in gefährdeten Bereichen“, wie es am Mittwoch ein Betriebsrat ausdrückte. Trotz der schrumpfenden Ertragskraft wird e.on in Hannover dem Vernehmen nach in diesem Jahr noch zwischen fünf und sieben Millionen Euro Gewerbesteuer zahlen.

Entsprechend besorgt zeigen sich die Kommunalpolitiker. „Das sind höchst alarmierende Nachrichten“, erklärte Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD). „Dass plötzlich jeder achte Arbeitsplatz verzichtbar sein soll, kann ich mir bei einem gut geführten Unternehmen eigentlich nicht vorstellen.“ Nach Einschätzung der CDU macht es sich e.on mit dem Verweis auf die Atomwende der Bundesregierung zu einfach. Der Konzern müsse alles daran setzen, neue Beschäftigungsfelder im Bereich erneuerbarer Energien zu erschließen, forderte Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer.

Auch an der Börse konnte e.on-Chef-Teyssen mit seinen Plänen nicht punkten: Der Kurs der Aktie rauschte nochmals um 11 Prozent nach unten.

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