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Berentzen schrumpft immer weiter

Schnapsbrenner Berentzen schrumpft immer weiter

Beim Schnapsbrenner Berentzen schrumpft der Umsatz unvermindert weiter. Im ersten Halbjahr erreichten die Erlöse noch gut 73 Millionen Euro, das waren 6,5 Prozent weniger als zur Vorjahreszeit, wie das Unternehmen im emsländischen Haselünne mitteilte. Auch der Betriebsgewinn sank von 5,1 auf 4,3 Millionen Euro.

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Qualitätskontrolle bei Berentzen: Demnächst will der Spirituosenhersteller auch Whisky und Rum ins Sortiment nehmen.

Quelle: dpa

Hannover. „Das erste Halbjahr war nicht zufriedenstellend, dennoch sind wir profitabel und haben unsere Kosten im Griff“, kommentierte Vorstandschef Stefan Blaschak die Bilanz.

Eine Prognose für das Gesamtjahr verkniff sich der Firmenchef. Offenbar hat Blaschak keine Hoffnung mehr, in der zweiten Jahreshälfte noch die Wende beim Umsatz zu schaffen. Eine Aussage machte er lediglich zum Ertrag. „Trotz fehlender Impulse aus dem nationalen Spirituosenmarkt“ und höherer Rohstoffpreise erwartet Berentzen für 2011 „wieder ein deutlich positives Betriebsergebnis“. Zudem habe man die Finanzkraft weiter gestärkt und verfüge nun über eine Eigenkapitalquote von 45,8 Prozent. Nach der ersten Jahreshälfte 2010 lag sie bei 41,3 Prozent.

Mit der Schließung der „technisch veralteten“ Schnapsfabrik am Stammsitz Haselünne und der Konzentration der Produktion im Werk Minden sowie einem rigiden Sparprogramm und Personalabbau hatte Blaschak vor zwei Jahren die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. 2010 erwirtschaftete der börsennotierte Spirituosenhersteller, der mehrheitlich dem Münchener Finanzinvestor Aurelius gehört, einen Betriebsgewinn von 10,2 Millionen Euro, verglichen mit 7,3 Millionen Euro im Jahr zuvor. Nach Steuern wuchs der Gewinn von 3,8 auf 8,6 Millionen Euro.

Allerdings schrumpfte der Umsatz stark von 174 auf 159 Millionen Euro – und dürfte 2011 noch darunter fallen. Zum Verdruss von Aurelius. Dem Finanzinvestor werden Verkaufsabsichten nachgesagt. Doch die lassen sich wohl nur realisieren, wenn Blaschak das Umsatzproblem gelöst hat.

Zu schaffen machen Berentzen zurzeit der Absatzrückgang der Wodkamarke Puschkin auf dem heimischen Markt und maue Geschäfte in osteuropäischen Ländern, die sich immer noch nicht von der weltweiten Wirtschaftskrise vor zwei Jahren erholt haben, wie es hieß. Und die neuen Produkte, mit denen Berentzen auch im Ausland antreten will, wie die Apfelweinmischung BCidr müssen sich erst am Markt durchsetzen und kosten zunächst Geld. Rund 0,7 Millionen Euro gibt Blaschak für eine Marketingkampagne mit TV-Spots und Onlinewerbung aus, um BCidr den Weg in die Regale des Handels zu ebnen. Das sei zulasten des Betriebsgewinns gegangen, hieß es.

Für September plant Berentzen den Einstieg in das „wachstumsträchtige“ Whisky- und Rumgeschäft. Diese Produkte lägen vor allem in den USA, Indien und China voll im Trend. Auf diesen Märkten sei man dabei, sich mit dem Aufbau von Vertriebsstrukturen zu positionieren. 2012 sollen dann nach Blaschaks Kalkül Absatz und Umsatz endlich wieder wachsen.

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