Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Bode: Energiewende nicht zulasten der Industrie
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bode: Energiewende nicht zulasten der Industrie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:26 04.06.2011
Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode hat davor gewarnt, die Energiewende auf Kosten von Firmen mit hohem Strombedarf durchzuboxen. Quelle: dpa
Anzeige

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode warnt davor, die Energiewende auf Kosten von Firmen mit hohem Strombedarf durchzuboxen. „Wir wollen und werden erneuerbare Energien ausbauen. Aber wenn sich dadurch der Strom verteuert, müssen wir für energieintensive Unternehmen eine besondere Lösung finden“, sagte der FDP-Politiker in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Beim Treffen mit seinen Ressortkollegen aus den Bundesländern wolle er sich Anfang der Woche in Plön (Schleswig-Holstein) für Sonderregeln in der Chemie- und Schwerindustrie sowie im Mittelstand stark machen.

Ein gutes Zeichen sei, dass der Bund den für Ausnahmen nötigen Energie-Grundverbrauch von zehn auf fünf Gigawattstunden pro Jahr senken wolle. „Bisher waren es nur die ganz Großen, die eine Chance auf Ausnahmen hatten“, erklärte Bode. Eine gemeinsame Initiative mit Bayern und Sachsen habe das Ziel, mögliche Gefahren für industrielle Arbeitsplätze durch den Ausstieg aus der Atomenergie und steigende Strompreise abzufedern. „Hinzu kommt, dass ab 2013 der Handel mit CO2-Zertifikaten in der zweiten Stufe europaweit einsetzt. Auch das bedeutet weitere Belastungen für die Industrie“, sagte der Minister.

Energie müsse sowohl für große als auch für kleinere Betriebe bezahlbar bleiben. Das Werk des US-Chemiegiganten Dow Chemical in Stade sei etwa der zweitgrößte Stromverbraucher in Deutschland. „Wenn Strom so teuer wird, dass er nicht mehr bezahlt werden kann, wird das auch eine Standortfrage für einen solchen Konzern sein“, sagte Bode. „Wir dürfen der Industrie nicht die Luft zum Atmen nehmen.“

Mit Blick auf kleine und mittelgroße Unternehmen sei es außerdem wichtig, die für Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz erforderliche Energiemenge weiter abzusenken. „Nach den jetzigen Ausgleichsfaktoren haben wir in Niedersachsen etwas über 300 Firmen, die theoretisch in diesen Genuss kommen könnten. Tatsächlich bekommen das aber nur 54 hin“, sagte Bode.

Der Grund hierfür sei, dass zu viele Faktoren in die Entscheidung einflössen, ob ein Unternehmen Erleichterungen in Anspruch nehmen kann. So sei es unpassend, dies nur Betrieben mit einem einzigen Hauptstandort einzuräumen. „Jeder, der dezentral aufgestellt ist oder seine Energieeffizienz schon erhöht hat, fällt durchs Raster.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der niedersächsische Tourismus ist im vergangenen Jahr erneut gewachsen und wird das nach Einschätzung des Marktforschers Manfred Zeiner auch in diesem Jahr tun. Allerdings sei durch engere Zusammenarbeit erheblich mehr zu erreichen.

Stefan Winter 03.06.2011

Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann hat beim Besuch auf der Holzmesse Ligna in Hannover für eine multifunktionale Forstwirtschaft geworben. Entgegen der Forderung von Umweltschützern hält Lindemann nichts von „Totalschutz“ der Wälder.

Carola Böse-Fischer 03.06.2011

Leichtbau mit Holz liegt im Trend: Zum ersten Mal stellt die junge Firma Dascanova auf der Holzfachmesse Ligna in Hannover aus. Mithilfe einer neuen Methode wollen die Slowaken Span- oder Faserplatten leichter und gleichzeitig stabiler machen.

Carola Böse-Fischer 31.05.2011
Anzeige