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Bode: Energiewende nicht zulasten der Industrie

Kosten bei Strombedarf Bode: Energiewende nicht zulasten der Industrie

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode warnt davor, die Energiewende auf Kosten von Firmen mit hohem Strombedarf durchzuboxen. Wenn sich der Strom verteuert, muss es eine Lösung für energieintensive Unternehmen geben.

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode hat davor gewarnt, die Energiewende auf Kosten von Firmen mit hohem Strombedarf durchzuboxen.

Quelle: dpa

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode warnt davor, die Energiewende auf Kosten von Firmen mit hohem Strombedarf durchzuboxen. „Wir wollen und werden erneuerbare Energien ausbauen. Aber wenn sich dadurch der Strom verteuert, müssen wir für energieintensive Unternehmen eine besondere Lösung finden“, sagte der FDP-Politiker in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Beim Treffen mit seinen Ressortkollegen aus den Bundesländern wolle er sich Anfang der Woche in Plön (Schleswig-Holstein) für Sonderregeln in der Chemie- und Schwerindustrie sowie im Mittelstand stark machen.

Ein gutes Zeichen sei, dass der Bund den für Ausnahmen nötigen Energie-Grundverbrauch von zehn auf fünf Gigawattstunden pro Jahr senken wolle. „Bisher waren es nur die ganz Großen, die eine Chance auf Ausnahmen hatten“, erklärte Bode. Eine gemeinsame Initiative mit Bayern und Sachsen habe das Ziel, mögliche Gefahren für industrielle Arbeitsplätze durch den Ausstieg aus der Atomenergie und steigende Strompreise abzufedern. „Hinzu kommt, dass ab 2013 der Handel mit CO2-Zertifikaten in der zweiten Stufe europaweit einsetzt. Auch das bedeutet weitere Belastungen für die Industrie“, sagte der Minister.

Energie müsse sowohl für große als auch für kleinere Betriebe bezahlbar bleiben. Das Werk des US-Chemiegiganten Dow Chemical in Stade sei etwa der zweitgrößte Stromverbraucher in Deutschland. „Wenn Strom so teuer wird, dass er nicht mehr bezahlt werden kann, wird das auch eine Standortfrage für einen solchen Konzern sein“, sagte Bode. „Wir dürfen der Industrie nicht die Luft zum Atmen nehmen.“

Mit Blick auf kleine und mittelgroße Unternehmen sei es außerdem wichtig, die für Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz erforderliche Energiemenge weiter abzusenken. „Nach den jetzigen Ausgleichsfaktoren haben wir in Niedersachsen etwas über 300 Firmen, die theoretisch in diesen Genuss kommen könnten. Tatsächlich bekommen das aber nur 54 hin“, sagte Bode.

Der Grund hierfür sei, dass zu viele Faktoren in die Entscheidung einflössen, ob ein Unternehmen Erleichterungen in Anspruch nehmen kann. So sei es unpassend, dies nur Betrieben mit einem einzigen Hauptstandort einzuräumen. „Jeder, der dezentral aufgestellt ist oder seine Energieeffizienz schon erhöht hat, fällt durchs Raster.“

dpa

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