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Niedersachsen Brexit macht Niedersachsens Wirtschaft nervös
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Brexit macht Niedersachsens Wirtschaft nervös
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00:16 18.07.2016
Von Jens Heitmann
Britische Fahnen in London. Das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Handelspartner für Niedersachsen. Quelle: Michael Kappeler
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Hannover

Die Aussicht auf den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beunruhigt Niedersachsens Unternehmen. Laut einer Umfrage der hiesigen Industrie- und Handelskammern rechnen nur noch 21 Prozent der Firmen mit einem besseren Geschäftsverlauf als im Vorjahr - im ersten Quartal lag die Quote noch bei 29 Prozent. „Der Brexit hat die Betriebe verunsichert“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Horst Schrage. Das sei ein weiterer Grund dafür, warum Unternehmen nur zurückhaltend investieren wollten.

Nach Angaben der IHK unterhalten etwa 1500 Unternehmen aus Niedersachsen geschäftliche Beziehungen zum Vereinigten Königreich, rund 200 Firmen sind auf der Insel mit Niederlassungen vertreten. Im vergangenen Jahr war Großbritannien mit einem Anteil von 8,5 Prozent das zweitwichtigste Exportland für die niedersächsische Wirtschaft - knapp hinter den Niederlanden und vor Frankreich und den USA. Aufgrund der guten britischen Konjunktur erhöhten sich die Ausfuhren 2015 um 15 Prozent auf rund 7 Milliarden Euro. Für die Hälfte des Exports stehen Autos und Kfz-Teile - mit großem Abstand folgen Nahrungs- und Futtermittel sowie Maschinen und chemische Erzeugnisse auf den weiteren Plätzen.

Ohne Brexit-Votum wäre Stimmung deutlich besser

Nach einem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU befürchten Unternehmen neben höheren Wechselkursrisiken vor allem eine Zunahme von Handelshemmnissen. Dazu zählten mögliche Zölle und mehr Bürokratie durch die Bearbeitung von Außenhandelsdokumenten und unterschiedliche Normen und Standards, sagte Schrage. Zudem könne es für Dienstleister und Anbieter von Montage- und Wartungsarbeiten schwieriger werden, falls die bisher im EU-Binnenmarkt geltenden gewerblichen und arbeitsrechtlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben seien.

Gäbe es das Brexit-Votum nicht, wäre Niedersachsens Wirtschaft mit dem Lauf der Dinge recht zufrieden: 90 Prozent der Unternehmen sähen derzeit wenig Anlass, über ihre aktuelle Geschäftslage zu klagen, hieß es. Besonders gut ist die Stimmung im Baugewerbe, in der Industrie, der Chemie und neuerdings auch im Maschinenbau - weniger rund läuft es bei den Autozulieferern wegen der VW-Krise. Die Bereitschaft zur Einstellung von neuen Mitarbeitern liege weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt. Trotz des niedrigen Zinsniveaus zögerten die Betriebe aber Investitionen hinaus - ein Trend, der bereits seit vier Jahren anhält.

Mit Blick auf das Gesamtjahr überwiege ein verhaltener Optimismus, hieß es. Die IHK halte trotz des Brexit-Votums und der daraus folgenden Verunsicherung an ihrer Prognose von 1,4 Prozent Wirtschaftswachstum fest, auch wenn es aktuell sogar noch etwas besser laufe. Es ist nach Einschätzung der Kammern jedoch möglich, dass sich die Konjunktur zum Winter hin etwas abkühle.

Der Zuzug von Flüchtlingen führt zu keinem Verdrängungswettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Das hat Klaus Stietenroth unterstrichen, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen, als er die Halbjahresbilanz 2016 vorstellte.

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