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CD-Hersteller EDC steht vor der Insolvenz

Presswerk Langenhagen CD-Hersteller EDC steht vor der Insolvenz

Das Presswerk steckt in finanziellen Nöten. Ein Sanierungskonzept ist nötig. Noch ist die Zukunft der 700 Mitarbeiter offen. Die Produktion an der Emil-Berliner-Straße läuft vorläufig weiter.

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Der CD-Hersteller Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen steckt in finanziellen Nöten.

Quelle: dpa

Hannover. Der CD-Hersteller Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen strebt eine Restrukturierung an und hat sich dafür unter ein sogenanntes Schutzschirmverfahren begeben. Was das langfristig für die mehr als 700 Mitarbeiter des Presswerks bedeutet, steht noch nicht fest. Sie wurden zwischenzeitlich bei einer Betriebsversammlung informiert. Die Produktion an der Emil-Berliner-Straße läuft vorläufig in vollem Umfang weiter.

Das Schutzschirmverfahren, das das Amtsgericht angeordnet hat, bedeutet, dass die Geschäftsführung weiter im Amt bleibt, aber mithilfe von externen Beratern innerhalb der nächsten drei Monate ein Sanierungskonzept erstellt. So soll eine Insolvenz vermieden werden. Als vorläufigen Sachwalter (früher: Insolvenzverwalter) hat das Amtsgericht den Hannoveraner Rainer Eckert eingesetzt. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist, wird nicht nur innerhalb der Firma nach Möglichkeiten gesucht, die Bilanzen wieder ins Lot zu bringen, sondern parallel nach einem Investor. Eckert hat damit Erfahrung: Als Sachwalter des Bekleidungslogistikers Netrada bewegte er Anfang 2014 die Bertelsmann-Tochter Arvato zur Übernahme.

Die EDC ist ein echtes Traditionsunternehmen. Sie wurde 1898 in Hannover vom Schallplattenpionier Emil Berliner als Deutsche Grammophon gegründet, kam dann zur Polygram und später zum Musikkonzern Universal. Der entließ sie 2005 unter ihrem heutigen Namen in die Selbstständigkeit. Nach einem turbulenten Intermezzo unter der Regie des Hedgefondsmanagers Robert Chapman übernahm schließlich 2011 das Management die Firma.

Abhängig von Universal ist das Unternehmen immer noch, denn der Konzern ist Großkunde für CDs und DVDs. In diesem Bereich erzielt die EDC etwa 60 Prozent ihres Jahresumsatzes von zuletzt mehr als 100 Millionen Euro. Der bestehende Liefervertrag mit Universal lief 2015 aus. Diesen Umstand hat der Kunde nach Informationen der HAZ genutzt, um die Preise und damit auch die Margen der Langenhagener zu drücken. Obwohl die Mitarbeiter Lohneinbußen hinnahmen, hat die EDC das anscheinend nicht wegstecken können.

Das Langenhagener Werk war vor mehr als 30 Jahren das erste weltweit, das die Massenproduktion von CDs aufnahm. Seit immer mehr Menschen Musik aus dem Internet herunterladen, gestaltet sich das Geschäft mit den Silberlingen jedoch schwierig, obwohl längst auch DVDs und Blu-Ray-Discs zur Produktpalette gehören

Um sich weniger abhängig von diesem Bereich zu machen, hatte die EDC in den vergangenen Jahren versucht, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, und dafür auch in Technik und Maschinen investiert. Größtes ist die Logistik; zu den Kunden zählen Elektromärkte und Pharmaunternehmen. Mit Spritzgussteilen will die EDC in der Automobilzuliefererbranche Fuß fassen. Ende vergangenen Jahres schließlich erregten die Langenhagener Aufsehen, als sie die Retrowelle zum Anlass nahmen, nach langer Pause wieder die Serienproduktion von Schallplatten aus Vinyl aufzunehmen - wenn auch nur mit im Vergleich zu früher kleinen Stückzahlen.

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