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CD-Presswerk EDC stirbt Tod auf Raten

Langenhagen CD-Presswerk EDC stirbt Tod auf Raten

Das Ende des CD-Presswerks der Entertainment Distribution Company (EDC) in Langenhagen ist so gut wie besiegelt; es geht im Wesentlichen nur noch um den Zeitpunkt. Der Musikkonzern Universal, der als Hauptkunde für rund 70 Prozent des Auftragsvolumens steht, hat damit begonnen, sich von den Langenhagenern abzuwenden.

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Aktuell arbeiten bei EDC in Langenhagen noch gut 600 Mitarbeiter. Die Frage ist, wie lange noch.

Quelle: Kutter

Langenhagen. Weil aber die Verlagerung zum Wettbewerber Sony nach Angabe des EDC-Betriebsrats nicht reibungslos läuft und Langenhagener Kapazitäten noch gebraucht werden, sieht der Betriebsratsvorsitzende Uwe Rittentrop Chancen, wenigstens Abfindungen und einen Sozialtarifvertrag auszuhandeln.

Aktuell arbeiten bei der seit Ende Mai im Insolvenzverfahren steckenden EDC noch gut 600 Mitarbeiter, von denen 263 aus der Logistik die Kündigung zum Jahresende erhalten haben. Universal hatte angekündigt, bis zum Januar in Langenhagen CDs pressen zu lassen. „Aktuell verhandeln wir über eine Fortführung bis Ende März. Die Chancen stehen gut“, sagt der gerichtlich bestellte Sachwalter Rainer Eckert. Auch die Suche nach einem rettenden Investor sei noch nicht abgeschlossen. Der eingeleitete Rückzug von Universal dürfte dieses Unterfangen allerdings so gut wie unmöglich machen.

Laut Rittentrop ist das Auslieferungslager in Langenhagen fast leer, die Produktion bekommt keine neuen Aufträge. Die Fertigung der aktuellen CD von Schlagerstar Helene Fischer sei zugesagt gewesen, aber kurzfristig storniert worden. „November ist wegen des Weihnachtsgeschäfts Hochsaison. Normalerweise wurde bei uns in drei Schichten an sieben Tagen gearbeitet. Jetzt haben wir nur eine Schicht und eine Fünf-Tage-Woche“, schildert der Betriebsratschef.

Die Belegschaft will erfahren haben, dass die Entscheidung, Langenhagen fallen zu lassen, am Hauptsitz von Universal in Kanada schon vor Monaten gefallen ist. Die Logistik sei zum Wettbewerber Sony an den Standort Frankfurt gegeben worden. Dieser habe aber Schwierigkeiten, im weihnachtlichen Hauptgeschäft die erforderlichen Mengen zu liefern. „Das Geschäft ging an uns zurück, wir mussten einspringen“, sagt Rittentrop.

Diese Position wollen die Arbeitnehmervertreter nutzen: „Wenn wir weiter helfen und für eine gewisse Zeit verlängerte Werkbank für Sony sein sollen, dann haben wir ein Recht auf Gegenleistungen.“ Darunter versteht der Betriebsrat entweder eine einjährige Verlängerung des Produktionsvertrages oder Sozialleistungen.

Wegen der angespannten Lage ist es im Presswerk in dieser Woche zu mehreren Arbeitsniederlegungen gekommen. Am kommenden Montag findet im Achat-Hotel in Langenhagen eine außerordentliche Betriebsversammlung der EDC-Mitarbeiter statt. Sie wollen um 13 Uhr in einem Demonstrationszug vom Werksgelände an der Emil-Berliner-Straße ins Langenhagener Stadtzentrum ziehen. Unterdessen gibt es nach Informationen der HAZ schon Interessenten für das Werksgelände in Autobahnnähe, auf das die Sachwalter im Insolvenzverfahren keinen Zugriff haben. Es gehört der Immobiliengesellschaft Aegis, in deren Führung unter anderem ehemalige Geschäftsführer der EDC sitzen. Das Langenhagener Gelände solle als Logistikstandort entwickelt werden, heißt es.

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