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Zeiss streicht in Göttingen über 400 Jobs

Massiver Stellenabbau Zeiss streicht in Göttingen über 400 Jobs

Die Carl Zeiss AG hat einen massiven Stellenabbau am Standort Göttingen angekündigt. Insgesamt gehen in der Universitätsstadt, wo die Zeiss-Tochter Microscopy GmbH vorwiegend Spezialteile für Mikroskope fertigt, mehr als 400 Arbeitsplätze verloren.

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Durch einen starken Preiskampf im Mikroskopmarkt ist Zeiss unter Druck.

Quelle: dpa

Göttingen. Die Carl Zeiss AG plant tiefe Einschnitte im Geschäftsbereich Mikroskopie. Davon ist auch der Standort Göttingen stark betroffen. Dort soll die Mitarbeiterzahl von derzeit 650 auf nur noch 240 sinken. Die Werke in Göttingen und Oberkochen waren bereits im November 2014 von einer ersten Entlassungswelle betroffen. Etwa 150 Stellen sollten an den beiden Standorten abgebaut werden, um den angeschlagenen Geschäftsbereich Mikroskopie zu sanieren. Mittlerweile haben in Göttingen statt der ursprünglich angepeilten 70 Mitarbeiter knapp 100 die Abfindungsangebote des Unternehmens angenommen - darunter viele Ältere mit Vorruhestandsregelungen. Dadurch sinkt die Mitarbeiterzahl am Standort auf rund 550.

Im Zuge des jetzt beschlossenen Zukunftskonzepts will die Carl Zeiss Microscopy GmbH im Ausland etwa 50 und in Deutschland 130 weitere Stellen abbauen, 50 davon in Oberkochen. Zudem sollen 150 Stellen konzernintern verlagert werden. Hintergrund ist der hohe Kostendruck, dem sich Zeiss durch einen starken Preiskampf im Mikroskopmarkt ausgesetzt sieht.

Von der Medizintechnik bis zum Fernglas

Optik als Kernkompetenz: Zeiss ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern der optischen und optoelektronischen Industrie. Zum Produktspektrum gehören Messtechnik, Mikroskope, Medizintechnik, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive, Ferngläser und Planetariumstechnik. Der Konzern ist in über 40 Ländern vertreten – mit rund 30 Produktionsstandorten, über 50 Vertriebs- und Servicestandorten sowie rund 25 Forschungs- und Entwicklungsstandorten. Im Geschäftsjahr 2013/2014 erzielte der Konzern mit knapp 25 000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro.
Sitz des 1846 in Jena gegründeten Unternehmens ist Oberkochen. Die Carl Zeiss AG führt die Gruppe als strategische Management-Holding. Alleinige Eigentümerin der Gesellschaft ist die Carl-Zeiss-Stiftung mit Sitz in Heidenheim an der Brenz und Jena. Sie wurde 1889 gegründet und ist damit eine der ältesten deutschen Stiftungen. Ihr gehört auch die Schott AG in Mainz.     

Für Göttingen bedeuten die Pläne konkret, dass zum einen die rund 100 Außendienstmitarbeiter einem anderen Standort zugeordnet werden. Zum anderen sollen von den noch verbleibenden 450 Stellen 215 verlagert oder abgebaut werden. „Wie sich die Zahl von 215 Mitarbeitern bezüglich Verlagerung und tatsächlichem Abbau aufteilen wird, ist einerseits Teil der zu startenden Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung und wird andererseits von den Möglichkeiten bestimmt, Mitarbeiter tatsächlich zu versetzen“, sagt ein Unternehmenssprecher. Die Gespräche will man möglichst schnell zu einem Abschluss bringen.

Aus Göttingen verschwinden werden alle Werksbereiche - inklusive Forschung und Entwicklung - außer der Fertigung. Das Werk scheidet aus der Carl Zeiss Microscopy GmbH aus und wird dem Produktionsnetzwerk der Zeiss-Gruppe zugeordnet.

Dass es Einschnitte geben würde, kam für die Arbeitnehmer nicht überraschend. Vom jetzt kommunizierten Umfang sei man aber „geschockt und mit Unverständnis erfüllt“, sagte Martina Ditzell vom IG -Metall-Bezirk Süd-Niedersachsen-Harz. Sie bewertet das vorgestellte Konzept als „armselig“ und kündigte bereits Gegenmaßnahmen an. Mitarbeiter und Gewerkschaft stellen sich auch die Frage, ob es mittelfristig nicht zu einer vollständigen Aufgabe des Standortes Göttingen kommt. „Das ist nicht das Ziel“, sagte Nitschke dazu. „Im Moment gibt es eine Chance, sich innerhalb des Produktionsnetzwerks zu etablieren.“

Von Sven Grünewald

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